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Schläfer und Sammler

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Von: Boris Halva

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Und ein Autofahrer, der besser ein Taxi genommen hätte

Das einzig Beunruhigende an dem Gedanken an eine autofreie Welt ist die große Leere, die sich auftut, wenn es dereinst keine Geschichten mehr zu erzählen gibt über mancherlei Missgeschick auf vier oder mehr Rädern. So könnten wir uns beispielsweise nicht fragen, warum sich der 46-Jährige, der sich voriges Wochenende erst einen angesoffen und dann auf dem Heimweg nach Ludwigshafen gleich drei Unfälle gebaut hat, nicht einfach ein Taxi kommen ließ?

Aber so: Erst in Ruchheim gegen die Leitplanke, in Mutterstadt einen Stromkasten gerammt und laut Polizei „vollständig“ zerstört, bevor er schließlich beim Einparken vorm Haus ein anderes Auto beschädigte. Irgendjemand musste es gemerkt und die Polizei gerufen haben, die rückte nämlich aus und traf den 46-Jährigen „in seiner Wohnung zunächst schlafend sowie stark alkoholisiert an“.

An den kommenden Abenden wird er sich vorm Einschlafen ein paar Gedanken machen können, was wohl beim Strafverfahren rauskommt, das wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs gegen ihn eingeleitet wurde.

Von Alkohol zwar keine Spur im Blut, aber dafür so richtig falsch geparkt hat ein 44-Jähriger seinen Kleinlaster in der Nacht zu Donnerstag auf der A3 nahe Passau. Und zwar auf der linken Spur. Da die gemeinhin als Überholspur gilt, kam die Polizei und „fand einen sichtlich übermüdeten Fahrer vor, der sich augenscheinlich in seiner Fahrerkabine schlafen gelegt hatte“. Der Mann musste laut Polizei „seine Fahrt als Beifahrer fortsetzen“ – was wiederum eine irgendwie bizarre Vorstellung ist.

Leicht bizarr ist auch, dass ein 41-Jähriger sein Auto auf dem Standstreifen der A14 in Mecklenburg-Vorpommern nahe der Gemeinde Grabow abgestellt hat, um im nahen Wald Pilze zu sammeln. Das konnten die Polizisten nicht ahnen, die von der Autobahnmeisterei auf das verwaiste Auto aufmerksam gemacht wurden. Weil sie den Fahrzeughalter auch telefonisch nicht erreichen konnten, riefen sie den Abschleppdienst. Gerade als der mit dem Verladen begann, kehrte auch der Pilzsucher zurück – mit mehreren Tüten frisch gesammelter Pilze. Natürlich ist selbstgesammelt immer am leckersten, aber für 70 Euro und einen Punkt hätte er im Feinkostladen sicher auch schöne Pilze bekommen. boris halva

Mehr Informationen finden Sie unter www.fr-online.de

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