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Manchmal sind Fahrgäste bei der Bahn unerwünscht.
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Manchmal sind Fahrgäste bei der Bahn unerwünscht.

Deutsche Bahn

Schaffner wirft 13-Jährige aus dem Zug

Portmonee und Ausweis vergessen. Das Mädchen möchte einfach nur Heim - noch 42 Kilometer. Doch der Schaffner kennt keine Gnade und schmeißt sie aus dem Zug. Ohne Handy, ohne Geld.

Neuruppin. Zum zweiten Mal binnen knapp drei Wochen hat ein Schaffner ein Kind aus dem Zug gesetzt, weil es keinen Fahrschein bei sich hatte. Der Sprecher bestätigte im Wesentlichen einen Bericht der "Märkischen Allgemeinen".

Danach war die 13-jährige Schülerin am Mittwoch auf dem Rückweg von der Schule in Heiligengrabe nach Neuruppin und hatte ihre Geldbörse samt Schülerausweis zu Hause vergessen.

Das Mädchen habe dem Schaffner unter Tränen versichert, dass es weder Handy noch Geld dabei habe, um seine Mutter zu benachrichtigen, zitiert die Zeitung die Mutter. Er habe sich nicht erweichen lassen; in Wittstock - etwa 42 Kilometer von Neuruppin entfernt - habe sie den Zug verlassen müssen.

Der Schaffner habe auch die Bitte ignoriert, doch mit seinem Diensthandy die Mutter des Mädchens anzurufen, damit diese in Neuruppin die geforderte Gebühr von 40 Euro bezahlen könne. Die Mutter holt nach eigener Aussage die Tochter stets vom Bahnhof ab. "Er hat meiner Tochter erklärt, dass dies ein Diensthandy sei und ihm keiner die Gesprächskosten ersetze", sagte sie der Zeitung. Vielmehr habe der Bahnangestellte in Wittstock noch kontrolliert, dass die 13-Jährige wirklich aus dem Zug aussteige. "Er hat sie einfach mittellos allein gelassen", empörte sich die Mutter.

Die Bahn habe sich am Freitag bei der Familie entschuldigt, und die Entschuldigung sei auch angenommen worden, sagte der Sprecher. Nach seinen Worten denke, die Bahn auch über eine Wiedergutmachung nach.

Der Vorfall werde gründlich untersucht. "Kinder ohne Begleitperson sind Schutzbefohlene des Zugbegleiters", sagte der Sprecher. "Sie müssen ihr Reiseziel erreichen." Das Thema soll nun auch bei den regulären Fortbildungsveranstaltungen für Bahnmitarbeiter behandelt werden.

Für den Zugbegleiter werde der Vorfall arbeitsrechtliche Konsequenzen haben, er sei bereits vorläufig aus dem Dienst entfernt worden. Ein Gespräch mit ihm werde in der kommenden Woche stattfinden.

Auch der Fahrgastverband "Pro Bahn" kritisierte den erneuten Rauswurf einer Minderjährigen aus einem Regionalzug mit aller Schärfe. Das Verhalten des Schaffners sei "nicht zu begreifen", sagte der "Pro Bahn"-Vorsitzende für Berlin und Brandenburg, Dietmar Dalbogk.

"Spätestens nach dem Vorfall in Parkentin (Mecklenburg-Vorpommern) hätte der Schaffner es besser wissen müssen", sagte "Pro Bahn"-Vorsitzender Dalbogk. Dort hatte im Oktober eine Zugbegleiterin ein zwölfjähriges Mädchen zum Aussteigen gezwungen, das Portemonnaie und Fahrkarte zu Hause vergessen hatte.

In dem Mecklenburger Regionalzug war die Schaffnerin zudem nicht auf das Angebot eines Mitreisenden eingegangen, die Kosten für die Fahrkarte des Mädchens zu übernehmen. Das Mädchen, das auf dem Weg zum Musikunterricht nach Rostock war, musste fünf Kilometer durch die Dunkelheit mit seinem schweren Cello nach Hause laufen.

Für das Brandenburger Mädchen erwies sich ein Taxifahrer als Retter in der Not. Er brachte das Kind von Wittstock in das 42 Kilometer entfernte Neuruppin nach Hause. (ap/dpa)

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