Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Autorennen

Schärfere Strafen für Raser?

Revision: Nach illegalem Autorennen in Köln wird der Prozess neu aufgerollt.

Nach dem Tod einer jungen Radfahrerin bei einem verbotenen Autorennen in Köln fordert die Staatsanwaltschaft eine Verschärfung der Strafen gegen die beiden Raser. Das Landgericht Köln habe die Männer rechtsfehlerhaft auf Bewährung verurteilt, sagte Bundesanwältin Annette Böringer in der Revisionsverhandlung am Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag in Karlsruhe. Sie will erreichen, dass die obersten Strafrichter die Urteile teilweise aufheben und zur Neuentscheidung über das Strafmaß an eine andere Kammer zurückverweisen. Das Urteil soll am 22. Juni verkündet werden.

Die damals 21 und 22 Jahre alten Männer hatten sich im April 2015 in der Stadt ein spontanes Rennen geliefert. Bei Tempo 95 schleuderte eines der getunten Autos aus der Kurve. Auf dem Radweg traf es mit Wucht eine 19 Jahre alte Studentin, die wenige Tage später starb. Die Vorsitzende Richterin Beate Sost-Scheible wies darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft die Verurteilungen wegen fahrlässiger Tötung nicht grundsätzlich infrage stelle. Darauf stehen maximal fünf Jahre Haft. Der Spielraum der BGH-Richter sei auch begrenzt. Es gehe nur darum, ob die Strafe Bestand habe und ihre Aussetzung zur Bewährung. Der Fahrer des Unfallwagens war zu zwei Jahren und der zweite Raser zu eindreiviertel Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Die beiden Verteidiger betonten, dass das Kölner Urteil aus ihrer Sicht alles angemessen berücksichtige. Auch die jungen Männer hatten Revision eingelegt. Wie Sost-Scheible sagte, hat der Senat diese aber bereits vor zwei Tagen als unbegründet verworfen. (Az. 4 StR 415/16) Der Fall hatte überregional für Entsetzen gesorgt, zumal es im Frühjahr 2015 gleich mehrere schlimme Raser-Unfälle in Köln gegeben hatte. Aber auch die Verurteilung lediglich zu Bewährungsstrafen für die Angeklagten war in der Bevölkerung auf viel Kritik gestoßen. In der Vergangenheit hat es in Deutschland immer wieder schwere Unfälle durch illegale Autorennen gegeben. Besonderes Aufsehen erregte ein Prozess, bei dem ein Berliner Gericht Ende Februar zwei Raser wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte.

In Hagen müssen sich zurzeit zwei Angeklagte wegen eines mutmaßlichen Autorennens vor dem Landgericht verantworten. Ihre Wagen waren mit zwei entgegenkommenden Autos zusammengeprallt, fünf Menschen erlitten dabei teils schwere Verletzungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare