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Auf den Balearen-Inseln Ibiza und Formentera legen Zimmermädchen die Arbeit nieder. Die Demos und Streiks werden von den Regionalverbänden der 2016 gegründeten Interessenvertretung „Las Kellys“ organisiert.

Las Kellys

Auf Ibiza streiken die Zimmermädchen

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Die Zimmermädchen auf Ibiza haben am Wochenende Lärm statt Betten gemacht.

Am Samstag gegen 8 fühlte sich ein Tourist in Port d’Es Torrent auf Ibiza derart gestört, dass er aus seinem Hotel stürzte, auf eine der Demonstrantinnen zulief, ihr deren Tröte entriss und sich danach mit einem Gewerkschafter anlegte, der der Frau zur Hilfe geeilt war. Der Tourist hatte Recht: Die Demonstranten störten, und sie wollten stören. So viel Lärm hatten sie noch nie gemacht. Es waren die Kellys, die an diesem Wochenende auf Ibiza und der kleinen Nachbarinsel Formentera zum ersten Zimmermädchenstreik in Spanien aufgerufen hatten. „Zu sehen, wie wir die Angst überwunden haben und auf die Straße gegangen sind, ist schon ein enormer Sieg“, sagte am Samstag eine der Aktivistinnen zur Netzzeitung eldiario.es.

„Las Kellys“ steht für „Las que limpian“ – die, die saubermachen. In Deutschland nennt man sie Zimmermädchen; Sauberfrauen wäre ein passenderer Name. Die wenigsten nehmen sie wahr, ein kurzer Gruß im Hotelflur, wenn überhaupt – das war’s. In Spanien hat sich das geändert, da haben sie sich selbst auf die politische Agenda gebracht. Seit gut drei Jahren sind rund 2000 von ihnen im Verband der Kellys organisiert. Das ist nur ein kleiner Teil der – nach Schätzungen der Gewerkschaft Comisiones Obreras – 140 000 Zimmermädchen in spanischen Hotels. Aber dieser kleine Teil macht Lärm für alle. Und hat schon was erreicht.

Ihren medialen Durchbruch erlebten die Kellys im April 2018, als sie sich mit dem damaligen konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy trafen und diesen in zwei Stunden Gespräch kaum zu Worte kommen ließen. Keine zwei Monate später stürzte der Sozialist Pedro Sánchez die Rajoy-Regierung. Die von Sánchez auserwählte Tourismusministerin Reyes Maroto telefonierte mit den Kellys, noch bevor sie ihren Amtseid abgelegt hatte. Und hörte sich deren Forderungen an. Das sind vor allem zwei: das Ende des Outsourcing und die Anerkennung einer Reihe von Leiden als Berufskrankheiten.

Seitdem hat es Fortschritte gegeben. Noch im Sommer 2018 wurden das Karpaltunnelsyndrom (durch Überlastung der Hände), die Bursitis (Entzündung vor allem am Ellbogen) und der Tennisarm als Berufskrankenheiten anerkannt. Außerdem setzte das Ministerium, seinen „Masterplan würdige Arbeit“ in die Tat um und schickte Inspektoren in Hotels, um dort die Lage des Personals unter die Lupe zu nehmen.

Aber natürlich ist deswegen noch nicht alles gut. Vor allem die seit 2012 gesetzlich erleichterte Auslagerung der Hotelreinigung an Fremdfirmen ist Gewinnmaximierung zulasten der Zimmermädchen. Die Festangestellten unter ihnen verdienen 1200 Euro im Monat, die Leiharbeiterinnen 750 Euro. Nach dem Willen der Tourismusministerin soll damit Schluss sein – wenn Spanien endlich wieder eine gewählte Regierung hat. Mit dem Streik am Wochenende auf Ibiza wollten die Zimmermädchen Druck machen. Die Arbeitsbelastung steige, sagen sie. Und wer sich beschwere, bekomme vom Chef zu hören, dass „niemandem eine Pistole an den Kopf gesetzt“ werde und man sich jederzeit in anderen Hotels nach einem besseren Job umschauen könne. Das hatte ein Hoteldirektor auf Fuerteventura seinen Angestellten gesagt; die Kellys machten eine Aufnahme dieser Worte publik. Und kurz darauf wieder Lärm auf den Straßen.

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