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Deutscher Rapper

Samy Deluxe engagiert sich für Jugendliche

Früher wollte Rapper Samy Deluxe nur weg aus Deutschland. Heute möchte er seinen Erfolg nutzen, um hier etwas zu verändern. Er engagiert sich in der Jugendarbeit und gibt Hip-Hop-Workshops.

Hamburg (dpa) - In seinem größten Hit "Weck mich auf" beschreibt er Deutschland als seinen Alptraum. Inzwischen hat der Rapper Samy Deluxe offensichtlich ein differenzierteres Bild von der Bundesrepublik.

Der Afrodeutsche will sogar bei der Feier zum Tag der Deutschen Einheit 2008 in Hamburg auftreten - gemeinsam mit Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet.

"Früher dachte ich immer, "wenn ich mal Geld habe, haue ich ab aus Deutschland"", sagte der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Samy Sorge heißt. Irgendwann habe er jedoch festgestellt, dass sein Erfolg es ihm ermöglicht, "etwas zu verändern, anstatt nur zu meckern". Weil er diesen Gedanken an die jüngere Generation weitergeben will, engagiert sich der 30-Jährige in der Jugendarbeit, gibt ehrenamtlich Hip-Hop-Workshops an Hamburger Schulen.

Gemeinsam mit dem Profibasketballer Marvin Willoughby und Julia von Dohnányi hat der Rapper 2007 den "Crossover e.V." ins Leben gerufen. Der Verein setzt gezielt auf die Begegnungen von Schülern aus wohlhabenden und sozial schwachen Vierteln Hamburgs. Über Musik und Sport sollen die Jungen und Mädchen Kommunikations- und Teamfähigkeit lernen.

"Wir wollten, dass die Kinder aus ihren Stadtteilen rauskommen, die Welt kennenlernen und ihre Ängste abbauen", erklärte Mit- Initiatorin Julia von Dohnányi. Als Tochter des Dirigenten Christoph von Dohnányi und der Opernsängerin Anja Silja wuchs sie selbst zwischen Hamburg und Cleveland in den USA auf.

Schon bei der Arbeit an den Schulen war das Verhältnis der Jugendlichen zu Deutschland ein wichtiges Thema. "Wir haben über das Leben, die Probleme und die Vorurteile hier gesprochen", sagte Deluxe, dessen sudanesischer Vater die Familie früh verlassen hat. Vor allem die Fähigkeit, sich gut auszudrücken, will er seinen "Kids" vermitteln: "Wenn man im Leben etwas erreichen will, ist Sprache ein wichtiges Argument."

Samy Deluxe baut auf seine Erfahrungen als Halbschwarzer. "Ich glaube, dass die Ausländer in Deutschland Leute mit Migrationshintergrund als Vorbilder brauchen." Seinen Einfluss will er aber vor allem nutzen, um den Jugendlichen beizubringen, wie wichtig es ist, "sich nicht nur mit seinesgleichen zu umgeben."

Die drei Crossover-Gründer können sich gut vorstellen, in Zukunft auch bundesweit aktiv zu werden. Der Auftritt am Tag der Deutschen Einheit ist ein erster Schritt in diese Richtung. Bis zum 1. September können Jungen und Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren aus ganz Deutschland selbst geschriebene Texte bei einem "Songwriter Contest" einreichen. Aus jedem Bundesland werden ein oder zwei von ihnen ausgewählt und zu einem Workshop vom 27. September bis 4. Oktober in Hamburg eingeladen.

Die Teilnehmer des einwöchigen Kurses werden von Marvin Willoughby im Basketball unterrichtet und entwickeln gemeinsam mit Samy Deluxe das "Deutschlandlied", das im Rahmen der Feierlichkeiten vom 3. bis 5. Oktober in Hamburg präsentiert wird. Die Bewerber sollten versuchen, ihren Texten eine persönliche Note zu verleihen. "Mich würde es inspirieren, wenn die Kids über ihr Bundesland schreiben", sagte der 30-Jährige. Für Julia von Dohnányi ist es weniger wichtig, dass die Jugendlichen gute Rapper sind, sondern dass sie einen "originellen Blickwinkel" haben.

"Was wir repräsentieren wollen, ist ein buntes Programm", betonte Deluxe, der einräumt, dass er heute sogar auf viele Dinge hierzulande stolz ist. So habe Deutschland zum Beispiel gute Chancen, zu einem "Multikultiland" zu werden: "Der Nährboden ist gut, jetzt müssen wir auch was vernünftiges pflanzen."

www.crossover-ev.de

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