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Netflix-Actionfilm: Ryan Gosling begeistert in Berlin auf dem roten Teppich

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Von: Kathrin Rosendorff

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Ryan Gosling bleibt trotz der Hysterie um ihn herum in Berlin extrem entspannt.
Ryan Gosling bleibt trotz der Hysterie um ihn herum in Berlin extrem entspannt. © afp

Die Hollywood-Stars Ryan Gosling, Chris Evans und Ana de Armas stellen in Berlin den Netflix-Actionfilm „The Gray Man“ vor. Die Fans rasten aus, manche melden sich sogar krank, um ihren Idole ganz nah zu sein.

Steffi hat ihrer Chefin gesagt, wie es ist: „Ich kann heute nicht arbeiten. Ich muss zu Ryan Gosling.“ Und weil Steffis Chefin verstehen kann, dass sie den Hollywoodstar „wirklich bombenheiß“ findet, hat sie ihr freigegeben, damit sich die 30-jährige Berlinerin um acht Uhr morgens am roten Teppich positionieren kann. Ein Mann, der aus Hessen nach Berlin gereist ist, erzählt, dass er sich krankgemeldet hat: „Das ist eine einmalige Gelegenheit. Wann trifft man sonst so einen Weltstar?“ Er und seine Kumpels sitzen am Montagmorgen unweit des roten Teppichs auf Campingstühlen hinter einer Absperrung. Sie hoffen auf Fotos, Autogramme.

Um Punkt 19 Uhr kommt Ryan Gosling am roten Teppich vorm Berliner Zoo-Palast an. Er trägt ein knallrotes Jackett, seine Haare sind sehr blond – er hat gerade in Greta Gerwigs Barbie-Komödie den Ken gespielt. Die Fans schreien „Das ist Ryan fucking Gosling!“ oder „I burn for you!“ Nicht nur Fans verlieren die Fassung, auch Radioreporterinnen bekommen keinen Satz raus, als der 41-Jährige vor ihnen steht. Eine Kino-Mitarbeiterin sagt: „Mein Herz klopft so. Ich kippe gleich um.“ Und eine Teenagerin fasst die Hysterie vorm Zoo-Palast so zusammen: „Das ist so surreal.“

Schreie für Ryan Gosling und Chris Evans

Denn nicht nur Ryan Gosling, auch der besonders bei Marvel-Fans beliebte Hollywood-Star Chris Evans alias „Captain America“ (41) sowie Ana de Armas (34, „No Time To Die“) haben am Montag in Berlin ihren neuen Netflix-Actionfilm „The Gray Man“ vorgestellt. Bei der Sondervorführung gingen auch der britische „Bridgerton“-Star Regé-Jean Page (34), der ebenfalls zum Cast gehört, sowie die Macher des Films, Joe und Anthony Russo, über den Teppich. Die 200-Millionen-Dollar-Produktion feierte vorige Woche Weltpremiere in Los Angeles. Sie wird seit dem 14. Juli in einigen Kinos gezeigt und ist von diesem Freitag an weltweit auf Netflix zu sehen.

Viele Marvel-Fans angereist für Chris Evans

Vier Jahre hatte der gebürtige Kanadier nicht mehr gedreht, jetzt ist Ryan Gosling zurück. In dem Thriller spielt er einen CIA-Auftragskiller. Es wird viel geballert, aber im Drehbuch war auch Platz für Humor. So heißt der Hauptdarsteller Six, weil wie Gosling im Film betont: „ ‚007‘ schon vergeben war.“ Im Film wird Six, der ein kaputter, aber im Herzen guter Mensch ist, zur Zielscheibe der CIA, weil er einen Skandal aufdecken könnte. Evans spielt mit Schnurrbart seinen diabolischen Gegenspieler Lloyd Hansen. Auch bei Evans, der mit Sonnenbrille, weißem Shirt und Weste über den roten Teppich geht, wird es extrem laut.

Denn viele Fans (vor allem die Jüngeren) sind extra wegen Chris Evans hier. Ein 38-Jähriger aus Leipzig ist großer Evans-Bewunderer wegen der Marvel-Filme, sein siebenjähriger Sohn, der auch dabei ist, heißt Hayden Patrick Thor. „Ich weiß, dass wenn Chris was signiert, ich mir spätesten am nächsten Tag vor Rührung eine Träne wegwischen würde.“ Diese Erinnerung bleibe für immer. Selina, die selbst Filme dreht, sagt, sie schätze an Gosling, dass er eben Arthouse-Kino und Ballerfilme könne und überhaupt ein Multitalent sei. Sie liebe auch die Musik seiner Band „Dead Man’s Bones“. Er sei ein kreativer Geist, gutes Aussehen schade dabei nicht. Ihre Oma hat über Gosling gesagt: „Er ist nicht gutaussehend, aber er ist sexy.“

Entspannt trotz Hysterie

Chris Evans muss sich derweil am Abend sehr konzentrieren, um die Fragen der Reporter:innen zu verstehen, so laut sind die Schreie. Zwischendrin wirft er Luftküsse in Richtung der Menge. Er erzählt, es sei lustig gewesen, sich mit Gosling zu prügeln. Außerdem habe es großen Spaß gemacht, den Bösen zu spielen. Dann wird Evans mitten im Satz von einer PR-Frau am Arm gepackt und in Richtung Kinosaal gezogen. Alles ist durchgetaktet.

Aber Ryan Gosling lässt sich nicht stressen. Im Film kaut er sehr viel Kaugummi, und auch bei den Interviews auf dem roten Teppich kaut der Hollywood-Beau seinen Gum. Er bleibt trotz der Hysterie um ihn herum entspannt, spricht leise und freundlich, signiert ein paar Fotos. Maximal zwei Fragen dürfen die Reporter:innen pro Interview-Station stellen: Erst TV, dann Radio, dann Print. Als er erfährt, dass Fans sich krankgemeldet haben, um ihn zu sehen, sagt er: „Really?“ und lacht. Wie er die Hysterie um seine Person empfindet? „It is amazing!“

Ryan Gosling wartete als Kind stundelang auf Wrestler

Auf die Frage, ob er auch schon stundenlang gewartet habe, um jemanden in echt zu sehen, antwortet er: „Als Kind liebte ich Wrestling. Also habe ich gewartet, nur um meine Lieblings-Wrestler zu treffen.“ Er lacht. Und hält dabei – wie so oft, wenn er etwas Lustiges erzählt – fast schüchtern seine Hand vor den Mund. Dann posiert er für ein Selfie, winkt – und geht nach drinnen. Und selbst als die Stars im Kino verschwunden sind, bleibt das aufgedrehte, irgendwie surreale Gefühl bei den Fans.

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