Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Alec Baldwin

„Rust“: Schüsse von Alec Baldwin doch kein Unfall? Anwälte sprechen von Sabotage

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
    schließen

Nach dem tödlichen Schuss von Alec Baldwin rückte die Waffenmeisterin in den Fokus der Untersuchungen. Ihre Anwälte sprechen nun von Sabotage.

Santa Fe – Die Ermittlungen rund um den Unfall am Filmset zu „Rust“ – einem geplanten Blockbuster mit Alec Baldwin in der Hauptrolle – gehen weiter. Während der Dreharbeiten feuerte der Hauptdarsteller eine unwissentlich geladene Waffe auf Kamerafrau Halyna Hutchins und verletzte diese tödlich.

Zuletzt stand die 24-jährige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed im Mittelpunkt der Untersuchungen. Sie bestritt, für die scharfe Munition in der Waffe verantwortlich gewesen zu sein. Zwei Wochen nach dem tragischen Vorfall wenden sich die Anwälte von Gutierrez-Reed an die Öffentlichkeit. Es ist die Rede von „Sabotage“.

„Rust“-Filmunfall mit Alec Baldwin: Eine Verkettung von Fehlern

Hannah Gutierrez-Reid, ihres Zeichens gelernte Waffenmeisterin, geriet nach dem Unfall am Filmset zu „Rust“ in den Fokus der Öffentlichkeit. Gegenüber dem US-Nachrichtenportal The Daily Beast beschrieben mehrere Quellen des Filmteams die Waffenverantwortliche als „unerfahren und blauäugig“. Schon während einer vorherigen Filmproduktion soll Gutierrez-Reid unsauber gearbeitet haben: Bereits bei den Dreharbeiten zu „The Old Way“ hätte die gelernte Waffenexpertin einer 11-jährigen Schauspielerin eine Waffe gegeben, ohne diese vorher vorschriftsgemäß zu überprüfen.

Das Produktionsteam sieht in dem Unfall die Konsequenz aus einer Verkettung von Fehlern. Das geringe Film-Budget sei eine Ursache gewesen. Angeblich habe man die 24-jährige Gutierrez-Ried einem erfahrenen Waffenmeister aufgrund von Gehaltsvorstellungen vorgezogen. Der langjährige Waffenexperte Neal Zoromski hatte ein Angebot zur Mitarbeit an „Rust“ auf dem Tisch liegen. Doch er lehnte ab.

Schon bei den Gesprächen mit dem Filmmanager habe er ein „schlechtes Gefühl“ gehabt, erzählt er im Interview mit der Los Angeles Times. Bei der Produktion habe Fokus vorrangig darauf gelegen, Geld einzusparen. Die Sicherheit der Beteiligten sei in den Hintergrund gerückt. Besonders im Umgang mit Waffen sei es fahrlässig, Abstriche zu machen: „Ich nehme meinen Job extrem ernst. Als Waffenmeister musst du dir über die Sicherheit deiner Mitmenschen Gedanken machen. Ich bin der Typ, der den Menschen am Set die Waffen übergibt.“

Auch die Arbeitsverhältnisse hätten dazu beigetragen, dass am Filmset zu „Rust“ die Stimmung angespannt gewesen sei. Zwölf-Stunden-Arbeitstage und Unterkünfte weit entfernt von den Dreh-Locations hätten zur Übermüdung der gesamten Crew geführt. Diese Behauptung wurde allerdings von mehreren Mitarbeitern dementiert. Alec Baldwin teilte einen langen Post auf Instagram von Terese Magpale. Die Kostüm-Designerin ging in ihrem Statement auf sämtliche Gerüchte ein: „Ich habe an diesem Film mitgearbeitet. Die Geschichten über uns, wir seien überarbeitet gewesen und hätten unter chaotischen und unsicheren Bedingungen arbeiten müssen, sind Schwachsinn. [...] Niemand war zu müde, um seinen Job zu machen. Das kann alles in den täglichen Stundenzetteln überprüft werden.“

Nach tödlichem Unfall an „Rust“-Filmset: Anwälte sprechen von Sabotage

Doch wie kam die scharfe Munition in die Trommel des Revolvers? Die Allgemeinheit geht nach wie vor von einem Missgeschick aus. Doch wie viel Schuld liegt bei der jungen Waffenmeisterin? Regieassistent Dave Halls räumte bereits einen Fehler seinerseits bei der Waffenüberprüfung ein und entlastete somit Gutierrez-Reid.

Doch das reicht Jason Bowles und Robert Gorence nicht. Beide Anwälte vertreten die 24-Jährige und haben sich in einem Gespräch mit Today Exclusive zu den Anschuldigen an ihre Klientin geäußert. Stunden vor dem Unfall hätten mehrere Mitglieder des Kamerateams aus Protest das Filmset verlassen. Grund seien die schlechten Arbeitsbedingungen gewesen. „Ich glaube, dass jemand das Set sabotieren wollte, etwas beweisen wollte. Jemand wollte zeigen, dass er verärgert und unzufrieden ist“, sagt Bowles. Allerdings sei es schwer, eine einzelne Person herauszupicken und zu verdächtigen. „Wir haben Menschen, die das Set verlassen haben, weil sie wütend waren. Wir haben ein Zeitfenster von elf bis ein Uhr, in dem die Schusswaffen zeitweise unbeaufsichtigt waren, sodass die Möglichkeit bestand, diese zu manipulieren.“

Munition sei in einem Laster direkt am Film-Set aufgehoben worden. Laut Robert Gorence, Gutierrez’ zweitem Anwalt, ist das Fahrzeug „zu jeder Zeit völlig unbeaufsichtigt“ gewesen. Jeder Mitarbeiter hätte die Möglichkeit gehabt, dort scharfe Munition zu besorgen. Bisher sind noch keine konkreten Indizien bekannt, die auf ein solches Vorgehen schließen lassen oder einen der Mitarbeiter belasten. Ob hinter dem Unfall mehr als nur ein fahrlässiges Missgeschick steckt, werden künftige Untersuchungen zeigen. (aa)





Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare