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Sanktionen gegen Russland: Dreht die EU Putins Freundin den Geldhahn zu?

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Von: Nadja Austel

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Anlina Kabajewa schaut wütend zur Seite und Wladimir Putin schaut besorgt nach oben
Über 60.000 Menschen fordern Alina Kabajewas Rauswurf aus der Schweiz © picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Mikhail Klimentyev & IMAGO / ITAR-TASS

Die EU schlägt weitere Sanktionen gegen Russland vor. Diesmal wird dabei auch eine Putin nahestehende Dame ins Visier genommen.

Brüssel – Wegen ihrer „engen“ Beziehung zu Kreml-Chef Wladimir Putin soll die frühere russische Turnerin Alina Kabajewa nun ebenfalls mit EU-Sanktionen belegt werden. Die Nachrichtenagentur AFP konnte ein Dokument einsehen, in welchem Kabajewas Name auf einer Liste vermögender Personen aus Russland steht, die möglicherweise mit Sanktionen der EU und Einreiseverboten belegt werden sollen. 

Zum jetzigen Zeitpunkt können Namen noch nach dem Ermessen der Mitgliedstaaten gestrichen oder hinzugefügt werden, und es wird erwartet, dass dies ein Verhandlungspunkt sein wird, wenn ein neues Sanktionspaket gegen Russland vorgeschlagen wird, sagte eine Quelle der EU-Kommission gegenüber CNN. Der Vorschlagsentwurf sei jedoch noch nicht offiziell abgesegnet. Eine diplomatische Quelle sagte gegenüber CNN dazu: „Die Diskussionen gehen weiter. Es ist kein Kinderspiel, aber wir müssen abwarten.“

Sanktionen gegen Putin – Russlands „First Lady“ rührt die Propaganda-Trommel

Medienberichten zufolge sind Russlands Präsident Putin und Kabajewa seit Jahren fest liiert. Putin selbst hatte Berichte über seine angebliche Beziehung zu Kabajewa im Jahr 2008 zurückgewiesen. Brüssel wirft ihr vor, als Vorstandsvorsitzende der russischen Medienholding NMG die „Propaganda“ des Kreml zum Krieg in der Ukraine weiterzuverbreiten. 

Kabajewa und Putin lernten sich Berichten zufolge kennen, als sie eine junge Turnerin war, die im eigenen Land, bei europäischen Wettbewerben und bei den Olympischen Spielen mehrere Medaillen gewann. Bei den Spielen in Athen 2004 erhielt sie die Goldmedaille in der rhythmischen Sportgymnastik.

Russland – Freund von Putin zu sein, zahlt sich bald nicht mehr aus

Die EU-Kommission bereitet derzeit das sechste Sanktionspaket gegen Russland vor. Der Vorschlag der Kommission sieht auch die Aufnahme des Oberhaupts der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, sowie von Verwandten von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow auf die Sanktionsliste vor. Des Weiteren ist ein Ölembargo geplant, um das Ende von Putins Angriffskrieg in der Ukraine zu erzwingen. Pessimistischere Stimmen sehen nur eine andere Möglichkeit als Ausweg aus dem Kriegsgeschehen, nämlich Putins Tod.

Die vorgeschlagenen Sanktionen entsprächen nicht dem „gesunden Menschenverstand“, sagte der Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS. „Je wahlloser [diese] Sanktionen werden, desto mehr verlieren sie den Bezug zum gesunden Menschenverstand und desto schwieriger wird es, Frieden zu erreichen“, sagte Legoida laut CNN-Bericht in einem Telegram-Post. (na/afp)

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