Sibirien

Wilderer töten 1000 Rentiere

Wilderer haben in Sibirien mehr als 1000 Rentiere geschossen. Umweltverbände vermuten: Das war nur die Spitze des Eisbergs.  

Wilderer haben in Sibirien nach Angaben von Umweltschützern mehr als 1000 Rentiere erschossen. Das Fleisch und die Geweihe der Tiere seien in mehreren Lastwagen in der russischen Teilrepublik Jakutien im Nordosten Russlands entdeckt worden, teilte die Organisation WWF mit. Der Fund, der zu großen Teilen in Säcken verpackt war, wiege mehrere Tonnen. Die Polarhirsche seien vermutlich auf der Taimyr-Halbinsel in der Region Krasnojarsk getötet worden. Umweltschützer hätten den Transport zusammen mit den örtlichen Behörden vor einer Woche gestoppt, hieß es. Den Wilderern drohten mehrere Jahre Haft.

Die Jagd auf Tundra-Rentiere gebe es seit Jahrtausenden, erklärte die für die russische Arktis zuständige WWF-Expertin Eva Klebelsberg. „Doch seit einigen Jahren bemerken wir einen massiven Anstieg der Wilderei.“ Eine solche Population könne in Verbindung mit dem Klimawandel schnell verschwinden, warnte sie. Nach Angaben der örtlichen Behörden gibt es aktuell noch etwa 400 000 Rentiere. Die Zahl sei in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. 

„Der Konvoi stellt wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs dar.“, so Klebelsberg. Die Geweihe würden zu Pulver verarbeitet und vor allem nach China als vermeintliches Heilmittel verkauft. „Zungen und Fleisch sind als Delikatesse gefragt.“ (dpa)

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