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Ehemaliger US-Leutnant: Russlands Militär ist „schwach aufgestellt“

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Von: Moritz Serif

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Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten die auf einem gepanzerten Fahrzeug auf einer Straße nahe der Grenze zwischen Russland und der Ukraine mitfahren.
Russland soll im Ukraine-Krieg immer größere Schwierigkeiten haben, Soldaten zu rekrutieren. (Archivfoto) © Anton Vergun/dpa/picture alliance

Ein ehemaliger US-Lieutenant hat laut eigenen Aussagen nicht gedacht, dass sich die russischen Truppen in einem solch schlechten Zustand befinden.

St. Petersburg – Steckt Russlands Militär in Schwierigkeiten? Diese These hat General Mark Hertling, ehemaliger Lieutenant der US. Army, aufgestellt. Demnach habe Kreml-Präsident Wladimir Putin die Truppenstärke erhöht, da die Truppen „eine sehr geringe Stärke“ hätten.

„Ich wusste, dass das russische Militär schlecht aufgestellt ist, doch ich wusste nicht, dass es so schwach ist“, so Hertling gegenüber Newsweek. Der Militärfachmann stellt sich die Frage, ob die Soldat:innen nur ein „Basic Training, welches ehrlich gesagt nicht wirklich gut ist“ oder ob es noch eine zusätzliche Ausbildung gebe.

Britischer Militärfachmann: Russlands Militär ist schwach aufgestellt

Hintergrund der Äußerungen von Hertling ist, dass Russland Zehntausende weitere Soldaten mobilisieren möchte. Das teilte der ukrainische Geheimdienst am Sonntag mit. Wie das Nachrichtenportal Ukrainska Pravda berichtet, will Russland die Mobilisierungsreserven erhöhen, um die großen Verluste auszugleichen.

Laut dem Sprecher der Geheimdienstdirektion des Verteidigungsministeriums der Ukraine, Vadym Skibitsky, habe Russland erhebliche Probleme bei der Besetzung der Streitkräfte. Das russische Militär rekrutiere in jedem der Militärbezirke des Landes, um Verluste auszugleichen. Unter der Bevölkerung in den Großstädten Russlands gebe es derweil Unbehagen, da niemand zum Wehrdienst oder in den Krieg ziehen will.

Russland plant Militärmanöver mit mehr als 50.000 Soldat:innen

Außerdem plant Russland ein Militärmanöver mit mehr als 50.000 Soldat:innen, das diese Woche stattfinden soll. Bei der Übung „Wostok 2022“ („Osten 2022“) sollen zudem 5000 Waffen und militärische Ausrüstung zum Einsatz kommen sowie 140 Flugzeuge und 60 Kriegsschiffe und andere Boote, wie das Verteidigungsministerium am Montagmorgen in Moskau mitteilte. Das Manöver beginnt demnach an diesem Donnerstag und endet Mittwoch nächster Woche. Es soll auf Truppenübungsplätzen in Ostsibirien und im Fernen Osten sowie im Japanischen Meer stattfinden.

Soldaten aus dem Ausland sind den Angaben zufolge bereits auf einem Übungsgelände im Osten Russlands eingetroffen, darunter aus Belarus und anderen Ex-Sowjetrepubliken, China und Indien. Bei der Übung inmitten des Ukraine-Krieges gehe es darum zu gewährleisten, dass Russland militärisch sicher sei. „Wostok“-Militärmanöver haben in Russland mittlerweile Tradition: An der bislang größten Übung im Jahr 2018 nahmen fast 300.000 Soldaten teil. (mse/dpa)

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