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Russland: Jewish Agency muss Aktivitäten einstellen – Kreml dementiert

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Von: Moritz Serif

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Russland hat es auf die Jewish Agency abgesehen.
Russland hat es auf die Jewish Agency abgesehen (Archivbild). © Christoph Soeder/dpa/picture alliance

Russland hat laut Medienberichten verfügt, dass die Jewish Agency ihre Aktivitäten einstellen müsse. Der Kreml streitet das jedoch ab.

Moskau – Jüdische Menschen haben Angst, dass sie in Russland wieder zu Sündenböcken gemacht werden. Nun hat die Regierung verfügt, dass die Jewish Agency im Land alle Aktivitäten einstellen muss. Darüber hatte unter anderem die Jerusalem Post berichtet.

Demnach sei die Order zu Beginn der Woche in einem Brief des Justizministeriums ergangen. Das hatte die Jewish Agency bestätigt. Allerdings möchte die Organisation den Vorgang nicht kommentieren. „Als Teil der Jewish Agency in Russland können wir Anpassungen vornehmen“, hieß es vonseiten der Organisation.

Jewish Agency hat weiter Kontakte zu Russland

Die Kontakte zu Russland seien jedoch nicht abgerissen. „Unser Ziel ist es, dass wir unseren Aktivitäten, angepasst an die neuen Regeln, weiter nachgehen können. Selbst heute findet noch ein Dialog statt“, ergänzte die Agency. Ein Diplomat fügt hinzu: „Russland sagt, dass die Jewish Agency illegale Informationen über russische Bürger gesammelt habe“.

Man verstehe nicht ganz, weshalb die Organisation ihre Arbeit in Russland stoppen solle. Die Jerusalem Post berichtet, dass die Entscheidung Russlands die Spannungen mit Israel erhöhen würde. Der Kreml sei nämlich nicht damit zufrieden, dass Israel zur Ukraine hält. Auch gibt es Meinungsverschiedenheiten bezüglich Syrien.

Viele Jüd:innen hängen in Russland fest

Problematisch sei weiterhin, dass viele Jüd:innen aktuell nicht aus Russland herauskommen, da viele Flugzeuge wegen der Sanktionen stillstehen und nicht fliegen. Viele Migrant:innen hängen daher im Land des Kremls fest, heißt es. „Die Menschen haben große Sorge davor, dass der Eiserne Vorhang gefallen ist und sie nicht aus Russland ausreisen können“, sagte ein Mitglied der jüdischen Gemeinschaft.

„Sie fürchten um ihr Leben, weil Russland sie verhaften möchte“, ergänzte das Mitglied. Mittlerweile hat sich auch Russland zu Wort gemeldet. „Die Jewish Agency wird ihre Arbeit in Russland in Einklang mit dem Gesetz fortsetzen können“, heißt es. Dass die Organisation ihre Arbeit einstimmen müsse, stimme nicht. „Es gab keine Order, die daraus hinausläuft“, ergänzte ein Kreml-Sprecher. (Moritz Serif)

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