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Neues Ölprojekt in der Arktis: Russland geht hohes Risiko ein

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Rosneft baut ein groß angelegtes arktisches Ölterminal in Nordsibirien und beginnt mit Bohrungen im Payyakhskoye-Feld des Vostok-Projekts: ein hohes Risiko.

Frankfurt – Der russische Ölkonzern Rosneft hat bekannt gegeben, in der Sever-Bucht in Nordsibirien ein Ölterminal und einen Hafen zu bauen. Dies sei Teil des Vostok-Projekts des Ölkonzerns, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Rosneft wolle insgesamt 13 Öl- und Gasfelder in der russischen Arktis erschließen und ziele zudem auf die Erschließung eines nördlichen Seewegs ab.

Das Ölterminal werde mit 102 Lagerstätten das größte in Russland sein. Rosneft zufolge sollen darüber jährlich 30 Millionen Tonnen Öl (600.000 Barrel) umgeschlagen werden, mit einer schrittweisen Erhöhung auf 100 Millionen Tonnen bis 2030. Außerdem hat Rosneft nach eigenen Angaben mit Bohrungen im nördlichen Payyakhskoye-Ölfeld begonnen.

Ölprojekt in der Arktis: Westliche Sanktionen setzen Russland unter Druck

Doch die Zweifel wachsen, dass die Pläne Moskaus aufgehen, berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf Experten. Die Logistik in Nordsibirien sei kompliziert. Dort, wo der Winter zehn Monate dauere und die Sonne mehr als zwei Monate lang nicht aufgehe. Dorthin, wo die Durchschnittstemperatur acht Monate lang unter dem Gefrierpunkt liege, müsste ein nuklear angetriebener Eisbrecher Tausende Tonnen Baugerät und Material liefern. Zuletzt gerieten die Bauarbeiten ins Stocken. Dies verzögere die Fertigstellung um einige Jahre.

Russland rüstet im hohen Norden auf. (Archivbild)
Das geplante Terminal ist Teil des Vostok-Ölprojekts von Rosneft. Dem Konzern zufolge sollen bis 2030 100 Millionen Tonnen Öl über das Terminal umgeschlagen werden. (Archivfoto) © Ulf Mauder/dpa

Gleichzeitig sieht sich Russland aufgrund der umfangreichen westlichen Sanktionen nach dem Einmarsch in die Ukraine mit Herausforderungen bei der Entwicklung seiner Ölindustrie konfrontiert.

Ölprojekt in der Arktis: Steigerung der russischen Ölexporte nach China

Unter anderem haben die USA und die EU als Reaktion auf den Ukraine-Krieg die Ausfuhr bestimmter Waren und Technologien, die für die Ölraffination benötigt werden, gestoppt und ein Ölverbot mit einem schrittweisen Ausstieg aus russischem Rohöl und Ölprodukten verhängt.

Andererseits ist Russland seit einigen Monaten Chinas wichtigster Öllieferant geworden, wie Reuters ebenfalls berichtet. China importierte zuletzt mehr russisches Öl zu ermäßigten Preisen und reduzierte damit die teureren Lieferungen aus Saudi-Arabien. Bislang habe China in diesem Jahr jedoch das meiste Öl aus Saudi-Arabien gekauft. (cas)

Der Historiker Jeronim Perovic spricht im Interview über Russland als Rohstoffmacht von Lenin bis Putin, westliche Abhängigkeiten und mögliche Folgen der EU-Sanktionen.

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