Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Autorin J. K. Rowling
+
Die Autorin J.K. Rowling.

„Harry Potter“-Autorin

J.K. Rowling legt im Streit mit Transrechts-Aktivist:innen nach

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
    schließen

Die „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling sieht sich aufgrund ihrer transphoben Aussagen als Opfer einer Einschüchterungskampagne, nachdem Aktivist:innen vor ihrem Haus demonstriert haben.

Edinburgh - „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling berichtet am Montag (21.11.2021) auf Twitter, dass Aktivist:innen, die sich für Transgender-Rechte einsetzen, bei einem Protest vor ihrem Haus ihre Adresse veröffentlicht hätten. Die Autorin behauptete, drei Demonstrant:innen hätten vor ihrem Haus posiert und ein Foto gemacht, auf dem ihrer Adresse sichtbar war. Das Bild wurde dann in den sozialen Medien gepostet.

Rowling schrieb zu dem Vorfall: „Am vergangenen Freitag wurde die Adresse meiner Familie auf Twitter von drei aktivistischen Schauspielern gepostet, die sich vor unserem Haus fotografierten“, schrieb sie. „Ich möchte allen, die das Bild dem Twitter-Support gemeldet haben, ein großes Dankeschön aussprechen. Ihre Freundlichkeit und Ihr Anstand machten für meine Familie und mich den Unterschied. Ich möchte auch [der schottischen Polizei] für ihre Unterstützung und Hilfe in dieser Angelegenheit danken.“

„Ich flehe die Leute an, die das Bild mit der noch sichtbaren Adresse retweetet haben, selbst wenn sie dies tun, um die Handlungen dieser Leute zu verurteilen, es zu löschen“, fuhr sie fort.

J.K. Rowling: Aktivistin ist transphoben Kommentaren und Bedrohungen ausgesetzt

The Post Millennial berichtete, dass die Drag-Darstellerin und selbsternannte „trans-Verbündete“ Holly Stars das Foto gepostet, es aber aus den sozialen Medien entfernt hatte, nachdem der Beitrag in den Kommentaren eine überwältigende Menge an transphoben Antworten erhalten hatte.

„Gestern haben wir ein Foto gepostet, das wir bei J.K. Rowling gemacht haben“, postete Stars online. „Während wir zu dem Foto stehen, haben wir seit der Veröffentlichung eine überwältigende Menge ernster und bedrohlicher transphoben Nachrichten erhalten. .Wir haben beschlossen, das Foto zu entfernen. Liebe zu unseren Trans-Geschwistern.“

J.K. Rowling äußert sich seit Jahren transphob

Rowling wurde in den letzten Jahren immer wieder Transphobie vorgeworfen. Im Dezember 2019 sagte sie Maya Forstater ihre Unterstützung zu, die ihren Job in Großbritannien verlor, nachdem sie erklärt hatte, dass „Männer nicht zu Frauen werden können“ und „es für Transfrauen unfair und unsicher ist, im Frauensport anzutreten“.

„Zieh dich an, wie du willst. Nenne dich wie du willst. Schlaf mit jedem zustimmenden Erwachsenen, der es will. Lebe dein bestes Leben in Frieden und Sicherheit. Aber Frauen aus ihren Jobs zu zwingen, weil sie behaupten, dass Geschlecht echt ist?“ Rowling twitterte damals mit dem Hashtag „IStandWithMaya“.

Ihre Ausführungen kamen nicht gut an, viele enttäuschte „Harry-Potter“-Fans bezeichnen sie seitdem als trans-exklusiv-radikale Feministin oder kurz TERF.

J. K. Rowling besteht auf „unveränderlichem biologischem Geschlecht“

Seitdem äußerte sie sich immer wieder transphob. Im Juni 2020 setzte sie einen weiteren transfeindlicher Tweet ab. Rowling hatte einen Artikel von Devex, einer Plattform für Entwicklungszusammenarbeit, geteilt und sich über dessen Überschrift lustig gemacht. Genauer gesagt über die Formulierung „People who menstruate“, zu deutsch „Personen, die menstruieren“. Rowling spielte in ihrem Tweet darauf an, dass man ‚Frauen‘ sagen müsse. Rowling ärgerte sich darüber, dass die Formulierung „Menschen, die menstruieren“ nicht nur biologische Frauen miteinbezieht, sondern explizit auch trans, nonbinäre und gender-nonkonforme Menschen. Auf die Kritik reagierte Rowling mit einer Argumentation, die auf einem angeblich unveränderbaren biologischen Geschlecht basiert.

Im modernen Feminismus, der trans Menschen mit einschließt, werden sowohl biologisches Geschlecht als auch das gesellschaftliche Geschlecht, zwischen denen im englischsprachigen Raum als „sex“ und „gender“ unterschieden wird, als fluide, also wandelbar gesehen. Die sexuelle und geschlechtliche Identität der Menschen wird also nicht zwangsweise an den Geschlechtsorganen festgemacht, mit denen sie geboren werden. Das Konstrukt der strikt binären Geschlechter, also männlich und weiblich, ist wissenschaftlich längst überholt.

J.K. Rowling unterstellt trans Frauen sexuelle Belästigung

Aber Rowling bleibt bei ihrer Haltung und schrieb im Juni 2020 auf Twitter: „Wenn man einem Mann, der glaubt oder fühlt, eine Frau zu sein, die Türen von Badezimmern und Umkleidekabinen öffnet – und, wie gesagt, Geschlechtsbestätigungen können jetzt ohne Operation oder Hormone ausgestellt werden –, dann öffnet man die Tür zu allen Männern, die eintreten möchten. Das ist die einfache Wahrheit.“ Womit sie trans Frauen und Männern unterstellte, die Situation auszunutzen, um Frauen zu belästigen.

Im September 2020 veröffentlichte Rowling ein Buch, das einen männlichen Cisgender-Serienmörder zeigte, der sich als Frau verkleidet hatte, um seinen Opfern näher zu kommen. Hier ist die implizierte Korrelation von Cross-Dressing und Gewalt nicht von der Hand zu weisen, wobei es auch Kritiker:innen gab, die keine transphoben Tendenzen in dem Roman erkennen konnten.

J.K. Rowling sieht sich als Opfer von „Einschüchterungskampagne“

In ihrem langen Twitter-Thread am Montag sagte Rowling, sie habe Morddrohungen für ihre Kommentare erhalten und bestand darauf, dass andere Frauen in der Vergangenheit ähnliche „Einschüchterungskampagnen“ durchgemacht haben. Sie seien in einen „Zustand der Angst und Not versetzt, da sie sich weigern, unkritisch zu akzeptieren, dass das gesellschaftspolitische Konzept der Geschlechtsidentität das des Geschlechts ersetzen sollte“, schrieb Rowling und versuchte so, ihre Haltung als eine Art zu verteidigende Meinung darzustellen.

J.K. Rowling nicht zu „Harry Potter“-Reunion eingeladen

Rowlings Haltung hat nun auch berufliche Konsequenzen. Bei der von Warner Bros vergangene Woche angekündigten „Harry Potter“-Reunion mit dem Titel „Harry Potter 20th Anniversary: Return to Hogwarts“, die anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Filmreihe am 1. Januar 2022 stattfinden wird, ist Rowling nicht eingeladen. Laut The Hollywood Reporter könnte das an ihren Aussagen zum Thema Transgender liegen.

Obwohl „Harry Potter“ nach wie vor ein beliebtes Franchise sei, habe Rowling mit ihrer Äußerung, dass trans Personen durch ihr biologisches Geschlecht definiert werden sollten, heftige Reaktionen in der trans Gemeinschaft ausgelöst, so The Hollywood Reporter. Unter Bezug auf „Quellen, die dem Projekt nahe stehen“, meldet die Zeitschrift, dass sich die Reunion auf die Entstehung des Films, die Hauptdarsteller:innen und das Team konzentrieren werde. „Rowling wird jedoch in Archivmaterial zu sehen sein.“

Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint, die Hauptdarsteller:innen der „Harry Potter“-Filmreihe, haben sich im vergangenen Jahr deutlich von Rowlings transphoben Äußerungen distanziert und sich klar für die Rechte von trans Personen ausgesprochen. (Sonja Thomaser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare