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Türchen Nummer 14.

DER FR-ADVENTSKALENDER

Der rothaarige Junge vom Dach

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Was Sie über die Beatles noch nicht wissen.

Sie dachten, Sie wüssten alles über die Beatles? Falsch gedacht. Wer war etwa der Rothaarige, der John Lennon beim legendären letzten Konzert der Band auf dem Dach in der Savile Row im Januar 1969 den Zettel mit dem Text zu „Dig A Pony“ vor die Nase hielt? Sehen Sie, ertappt. Wussten Sie nicht.

Der damals 18-Jährige heißt Kevin Harrington und arbeitete in den letzten Jahren der Band als „Mädchen für alles“ für die Beatles. Er schleppte die Verstärker auf das Dach des Gebäudes, kochte Tee und besorgte das, was man in den Tabak der Zigaretten mischte. Heute, mehr als 50 Jahre später, erzählt er seine Anekdoten im Podcast „Something about The Beatles“.

Er ist einer der Gesprächspartner von Gastgeber Robert Rodriguez, der in mittlerweile fast 200 Folgen seines Podcasts tief in die Archive zur Geschichte um die legendären Beatles eintaucht, immer wieder interessante Gäste auftut und all das seziert, was bislang seiner Meinung nach nicht ausreichend zur Sprache kam.

„Something about The Beatles. Smart, funny and surprising – just like the Fab Four“ , zu hören über alle gängigen Podcast-Apps.

Das ist alles weit weniger langweilig als erwartet. Allerdings vielleicht nicht unbedingt für den Fan geeignet, der sich damit zufrieden gibt, alle zwei Jahre eine neue Super-Deluxe-Ausgabe eines neu abgemischten Albums der vier Vorzeige-Liverpudlians zu erwerben.

Man erfährt genau, wer wann im Studio welches Instrument eingesetzt hat, wann welcher Beatle beleidigt die Band verlassen hat, wer für die Trennung verantwortlich war (nein, es war nicht nur Yoko!), warum John kein Interesse an den Kompositionen von George hatte („Too much Chords!“) und welche Rolle eigentlich Produzent George Martin beim Entstehen der Klassiker einnahm.

Der Podcast ist natürlich in englischer Sprache, einzelne Folgen können auch mal die Länge einer Zugfahrt von Frankfurt nach Kassel überschreiten, was dem Hörvergnügen aber keinen Abbruch tut. Rodriguez beschränkt sich in seinem Format nicht nur auf die Unterhaltung mit seinen Gästen, er sendet auch immer wieder passend zum Thema Soundschnipsel zu den jeweiligen Stücken.

Hör mal!
Keine Sorge: „Last Christmas“ wird hier definitiv nicht auftauchen. Trotzdem begeht Ihre FR den Advent diesmal akustisch. Wir haben unsere Kolleginnen und Kollegen gefragt, was sie nicht nur unter der Tanne gerne hören – und was es rund um ihre liebsten Podcasts, Hörbücher und Hörspiele zu erzählen gibt. Unser Adventskalender.

Als Quelle dient ihm eine umfassende Sammlung an Beatles-Bootlegs, auf denen es selbst für Hardcore-Fans immer mal wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Sicher nicht ganz legal das Ganze, aber man ist ja nicht bei den Öffentlich-Rechtlichen. Kevin Harrington übrigens, der Rotschopf, der John Lennon den Text hielt, arbeitete nach seiner Zeit bei den Beatles als Roadie für weitaus weniger bekannte Bands.

An den Tag, an dem Geschichte geschrieben wurde, weil es das letzte Konzert der Beatles sein sollte, erinnert er sich nur noch schwach. Für ihn war es halt ein Arbeitstag wie jeder andere. Es war kalt an diesem 30. Januar des Jahres 1969 über den Dächern Londons, und Harrington war froh, dass der Spuk nach einer knappen Dreiviertelstunde vorüber war.

„Something about The Beatles. Smart, funny and surprising – just like the Fab Four“, zu hören über alle gängigen Podcast-Apps.

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