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„Roll and Write“-Spiel „The Border“: Einfach mal Grenzen setzen

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Die Spieleexpert:innen Johannes Jaeger und Melanie I. stellen regelmäßig Gesellschaftsspiele in der FR vor.
Die Spielekritik-Serie von Hunter & Melli: Die Spieleexpert:innen Johannes Jaeger und Melanie I. stellen regelmäßig Gesellschaftsspiele in der FR vor. © Roland Weihrauch/dpa

„The Border“ ist ein interaktives „Roll and Write“-Spiel, das trotz einfacher Regeln eine gute Planung erfordert. Eine Rezension der Spiele-Experten Hunter & Melli.

Wie der Verlag das Spiel beschreibt: „The Border“ – Setze deine Grenzen! Grenzen setzen und Gebiete umschließen – und all dies ohne jede Wartezeit! Alle Würfel, die der aktive Spieler nicht verwenden kann, bleiben für die Mitspieler übrig. Wenige Regeln, gute Planung und ein glückliches Händchen – tolle Würfelspiele können so einfach sein!

Rezension von Hunter und Melli: In den vergangenen Jahren hat sich das Genre „Roll and Write“ fest etabliert. Am einfachsten lässt sich das Prinzip dieses „Würfelns und Aufschreibens“ mit Bingo vergleichen. Ein Spieler oder eine Spielerin würfelt, und das Ergebnis gilt – mit Einschränkungen – auch für alle anderen, die mitspielen.

„The Border“

Spieleautoren: Michael Kiesling, Reinhard Staupe

Verlag: NSV

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieleranzahl: 2–4 Spieler:innen

Spielzeit: 30 Min.

Preis: ca. 20, 00 €

Bei „The Border“ geht es nun darum, farbige Kästchen auf seinem Tableau abzukreuzen, die mehrere sich überschneidende Grenzen bilden. Wer es schafft, einen Bereich zuerst vollständig zu umschließen, erhält dann mehr Siegpunkte als diejenigen Spielerinnen und Spieler, die dasselbe erst zu einem späteren Zeitpunkt erreichen.

Der Clou des Spiels steckt nun darin, nach welchen Regeln der oder die aktive Spieler:in und die Mitspielenden das Würfelergebnis jeweils benutzen dürfen. Denn der oder die aktive Spieler:in darf zwar dreimal nachwürfeln, um für sich selbst ein möglichst gutes Ergebnis mit den Farbwürfeln zu erzielen. Am Ende darf er oder sie dann jedoch nur diese Farbfelder abkreuzen, die einen farbigen Bereich auf dem eigenen Tableau komplett abschließen. Dafür können sich diese farbigen Bereiche irgendwo auf dem Tableau befinden und müssen nicht an bereits vorher angekreuzte Bereiche angrenzen.

Bei den restlichen Spieler:innen ist es genau umgekehrt. Sie dürfen alle farbigen Würfelergebnisse nutzen, die der oder die aktive Spieler:in nicht benutzen kann und müssen auch keine Bereiche damit abschließen. Allerdings dürfen sie ihre Kreuze nur dort setzen, wo diese an schon bestehende Kreuze anschließen.

Diese asymmetrischen Regeln sind der Garant für immer wieder spannende Partien. Denn mit fortschreitendem Spiel wird die Rolle der aktiv spielenden Person zunehmend schwieriger. Wer ein zu hohes Risiko eingeht und beispielsweise versucht, einen vier oder fünf Felder großen Bereich mit einem Wurf zu füllen, steht am Ende möglicherweise sogar mit leeren Händen da. Doch auch für die inaktive Rolle gilt es vorauszuplanen und an möglichst viele verschiedene Farben anzugrenzen. Denn ansonsten kann es passieren, dass man von den üppigen Resten der aktiven Spieler:innen gar nicht richtig profitieren kann. Darüber hinaus sollte man immer im Auge behalten, welche Grenzen die Mitspielenden besonders verfolgen, um sich nicht wieder und wieder mit einem undankbaren zweiten Platz begnügen zu müssen.

„The Border“ ist ein ungewöhnlich interaktives „Roll and Write“, das mit simplen Regeln viel Spaß und Spannung verspricht. Dank der abwischbaren Spielertableaus braucht man sich zudem keine Sorgen darüber zu machen, dass einem irgendwann der Block ausgehen könnte, wie er bei vielen anderen Spielen des Genres zum Einsatz kommt.

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