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Precht für soziales Jahr: „Für reiche Kinder, die sich nie Hände schmutzig machen“

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Von: Moritz Serif

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Richard David Precht bei einem Vortrag.
Der Philosoph Richard David Precht spricht sich für ein verpflichtendes soziales Jahr aus (Archivbild). © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Britta Pedersen

Im ZDF-Podcast sprechen Richard David Precht und Markus Lanz über ein soziales Jahr Pflichtjahr. Beide haben unterschiedliche Meinungen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das soziale Jahr wieder ins Gespräch gebracht. „Es geht um die Frage, ob es unserem Land nicht guttun würde, wenn sich Frauen und Männer für einen gewissen Zeitraum in den Dienst der Gesellschaft stellen“, sagte der Politiker.

Precht für soziales Jahr: Reiche Kinder sollen „die Dimensionen des Lebens kennenlernen“

Zuvor hatten Markus Lanz und Richard David Precht bereits in ihrem ZDF-Podcast über eine solche Pflicht gesprochen. Ein solches Jahr sei sinnvoll, „einfach mal, um die Dimensionen des Lebens kennenzulernen“, sagt Precht. Vor allem Kinder, die aus reichen Familien kämen und „sich nie die Finger schmutzig machen müssen“, sollten in einem Altenheim oder Krankenhaus arbeiten.

Richard David PrechtSchriftsteller, Philosoph
Geboren8. Dezember 1964 in Solingen
Filme & FernsehsendungenPrecht, Lenin kam nur bis Lüdenscheid
BücherU.a. Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Richard David Precht fordert verpflichtendes soziales Jahr

Der Philosoph spricht sich für zwei soziale Jahre aus, die absolviert werden sollten: eins nach der Schule und das zweite im ersten Jahr der Rente. Im Seniorenalter würden dann laut dem Philosophen allerdings 20 Stunden soziale Arbeit in der Woche ausreichen. Auch sollten sich Seniorinnen und Senioren den Job frei aussuchen können.

Precht selbst habe einen Zivildienst absolviert. Diese Zeit sei für ihn „nicht verloren gewesen“. Dass dies aus „Ungerechtigkeitsüberlegungen“ abgeschafft wurde, habe er als falsch empfunden. „Ich hätte mir gewünscht, dass man damals ein allgemeines Pflichtjahr für alle Mädels und alle Jungs eingeführt“, sagt Prech.

Soziales Jahr: Markus Lanz kontert Precht

Precht erzählt im Gespräch mit Markus Lanz, dass er seine Idee bereits vor zehn Jahren bei „Anne Will“ vorgestellt habe. Gegenargumenten von Lanz wie „das ist doch Zwangsarbeit“ hält der Philosoph entgegen, dass das nur eine Auslegungssache der Juristen sei, was eine solche Pflicht darstelle. Daraufhin widerspricht Markus Lanz seinem Gesprächspartner. Die Generation Z werde mit Rentenzahlungen und der Klimakrise bereits genug belastet.

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