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Hinter dem 2. Türchen: Einfach mal die anderen kochen lassen.
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Hinter dem 24. Türchen: Einfach mal die anderen kochen lassen.

DER FR-ADVENTSKALENDER (24)

Rezept für einen angenehmen Abend

  • Nina Luttmer
    vonNina Luttmer
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24 Lieblingsrezepte aus der FR-Redaktion. Heute: Einfach mal die andern kochen lassen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, ich sage es lieber sofort: Ich verfehle in diesem Text das Thema. Dann können Sie gleich entscheiden, ob Sie das Lesen jetzt abbrechen wollen. Der Auftrag an die Redaktion lautete ja eigentlich, für den Adventskalender unsere liebsten Rezepte aufzuschreiben. Mein Problem damit ist, dass ich wirklich nicht gut kochen kann – und daran auch überhaupt keinen Spaß habe.

Beim Backen sieht es etwas besser aus, aber so richtig berauschend sind meine Fähigkeiten da auch nicht. Essen tue ich dagegen ausgesprochen gerne. Ich habe jahrelang damit gehadert, dass meine hausfraulichen Qualitäten in der Küche so bescheiden sind. Insbesondere nach der Geburt der Kinder dachte ich, jetzt müsse ich es doch wirklich mal lernen. Bis ich dann ziemlich schnell feststellen musste: Die Kinder honorierten meine Bemühungen, ausgefallene Rezepte nachzukochen, kein bisschen.

Je mehr Arbeit ich mir machte, umso häufiger schauten sie auf den Teller und sagten äußerst demotivierende Dinge wie: „Bäh. Ich will Nudeln mit Butter.“ Die meisten Mitglieder meiner Familie können ausgesprochen gut kochen. Und auch da hatte ich jahrelang ein schlechtes Gewissen. Denn wann immer wir uns treffen, kochen immer die Anderen.

Klein, aber fein

Das große Festessen – machen wir uns nichts vor – wird’s in diesem Jahr nicht geben. Hervorragend aber soll’s auch in kleiner Runde schmecken: Wir haben Kolleginnen und Kollegen um ihre liebsten Rezepte gebeten, die ein schwieriges Jahr hoffentlich versöhnlich ausklingen lassen. Mit diesem Beitrag geht das letzte Türchen zu - und wir wünschen frohes Fest! (FR)

Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass das gerade meine Stiefmama und meinen Schwager glücklich macht – und dass sie im Regelfall nicht einmal beim Schnibbeln meine Hilfe wollen. Mein Schwager sieht die Küche als seinen Rückzugsraum von meiner durchaus auch mal anstrengenden Familie. Mein Vater schaut den halben Tag Tennis im Fernsehen und ruft nach Kaffee, die Kinder sind irre laut, ich dann auch, um sie zu übertönen, meiner Schwester ist das dann zu viel, sie bekommt schlechte Laune.

Der FR-Adventskalender: Rezept für einen angenehmen Abend.

In der Küche hat mein Schwager seine Ruhe und will nicht gestört werden. Meine Stiefmama raucht heimlich in der Küche – was ihr ansonsten im Haus nicht erlaubt ist. Allein schon deswegen mag sie diesen Ort. Sie zündet dann überall Kerzen an, denn das reduziert angeblich den Rauchgeruch. Mein Schwager und sie konkurrieren also darum, wer das Weihnachtsessen zubereiten darf.

Ich habe mir unterdessen das schlechte Gewissen abgewöhnt. Meine Kinder bekommen jetzt häufiger Nudeln mit Butter und sind darüber sehr glücklich. Und Weihnachten mache ich es mir gemütlich und lasse die Anderen in der Küche werkeln. So bin dann auch nie ich die Ansprechpartnerin, wenn mein Vater – der übrigens auch sehr gut kochen kann, aber dazu nur selten Lust hat – sich wie jedes Jahr über das Weihnachtsessen beschwert.

Ich besinne mich an Heiligabend auf das, was ich gut kann: Wein trinken. Das kann ich in rauen Mengen und sehr schnell. Jede und jeder sollte doch das tun, was er oder sie am besten kann und was Freude macht. Gerade an Weihnachten.

Also liebe Leserinnen, liebe Leser: Lassen Sie doch mal die Anderen machen! Legen Sie an Weihnachten die Beine hoch nach diesem anstrengenden Jahr. Ich finde das total okay.

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