Neu-Brandenburg

Revisionsprozess um Foltertod soll Ende April enden

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, seine 32 Jahre alte Lebensgefährtin im Streit nackt an ein Bett gefesselt und gepeitscht zu haben. Die Frau starb nach Einschätzung von Rechtsmedizinern daran, dass sie nichts zu Essen und zu Trinken bekam.

Das Landgericht Neubrandenburg hat weitere Termine im Revisionsprozess um den Foltertod einer Frau aus Rheinland-Pfalz angesetzt und rechnet derzeit für Ende April mit einem Abschluss. Das sagte ein Sprecher des Landgerichts Neubrandenburg am Montag anlässlich der Fortsetzung der nicht öffentlichen Verhandlung gegen den 54-jährigen Lebensgefährten des Opfers aus dem Dorf Alt Rehse bei Neubrandenburg. Zeugen waren nicht mehr geladen, aber es müssten unter anderem noch mehrere Dokumente verlesen werden. Die Beweisaufnahme sei noch nicht abgeschlossen.

Der Prozess gegen den Mann, dem Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen wird, hatte am 5. Februar 2019 begonnen. Ihm wird vorgeworfen, seine 32 Jahre alte Lebensgefährtin im Frühjahr 2016 im Streit in seinem Haus in Alt Rehse nackt an ein Bett gefesselt und gepeitscht zu haben. Die Frau starb nach Einschätzung von Rechtsmedizinern daran, dass sie gefesselt blieb und nichts zu Essen und zu Trinken bekam. Die Leiche hatten Polizisten durch Zufall Wochen später im Haus gefunden. Sie waren wegen Ruhestörung gerufen worden. Das Paar hatte sich im Internet kennengelernt.

In einem ersten Prozess 2017 war der Mann als „vermindert schuldfähig“ eingeschätzt und zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sein Anwalt legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Nun sollte geklärt werden, ob der Angeklagte „ganz schuldunfähig“ war. Er war von Mitte 2016 bis Februar 2019 in Untersuchungshaft. Der Revisionsprozess zog sich auch hin, weil viele Zeugen aus dem Ort, dem Umfeld und den Behörden gehört werden mussten. Das Urteil soll öffentlich verkündet werden. (dpa)

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