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Weniger oder mehr Rente nach der Scheidung? So funktioniert der Versorgungsausgleich

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Von: Vincent Büssow

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Bei den meisten Scheidungen geht es unter anderem um Geld. Auch die Rentenansprüche müssen aufgeteilt werden, durch den Versorgungsausgleich. (Symbolbild)
Bei den meisten Scheidungen geht es unter anderem um Geld. Auch die Rentenansprüche müssen aufgeteilt werden, durch den Versorgungsausgleich. (Symbolbild) © Sebastian Kahnert/dpa

Bei einer Scheidung werden auch die Rentenansprüche aufgeteilt, die während der Ehe gesammelt wurden. Wie genau funktioniert der Versorgungsausgleich?

Frankfurt – Die ideale Vorstellung einer Scheidung ist, dass alles gerecht aufgeteilt wird. Da aber nicht jede Ehe im positiven auseinandergeht, gibt es Vorgaben über die Aufteilung von allem, was bei einer längeren Partnerschaft anfällt. Dazu gehören auch Ansprüche auf die Rente. Deren Aufteilung wird über den Versorgungsausgleich bestimmt, wobei es einiges zu beachten gibt. Hier die wichtigsten Informationen zur Altersvorsorge bei einer Scheidung im Überblick.

Das wichtigste zuerst: Bei dem Versorgungsausgleich entscheidet das Familiengericht, ob eine Person Anrecht auf Rentenansprüche der anderen hat. Dafür werden im Laufe des Scheidungsprozesses Auskünfte über die Anrechte der ehemaligen Partner:innen eingefordert. Kommt der Versorgungsausgleich zum Tragen, werden einer Person Ansprüche auf die Rente abgezogen, und der anderen gutgeschrieben. Die abgebende Person kann ihre Ansprüche durch freiwillige Renten-Einzahlungen wieder erhöhen.

Eheschließungen 2020373.300
Scheidungen 2020143.801
Ehedauer bis Scheidung14,7 Jahre
Quelle: destatis.de

Aufteilung der Rentenansprüche bei der Scheidung: Interner und externer Versorgungsausgleich

Der Ausgleich funktioniert in den meisten Fällen so, dass die ehemaligen Partner:innen jeweils die Hälfte der Ansprüche auf die Rente aneinander abgeben, die sie während der Ehe- beziehungsweise Partnerschaftszeit gesammelt haben. Die Person mit den höheren Ansprüchen gibt also de facto etwas an die Person mit den geringeren Ansprüchen ab. Sind beide Scheidungsparteien bei derselben Rentenversicherung, kann die Differenz auch direkt verrechnet werden.

In den genannten Fällen des Versorgungsausgleichs wird von interner Teilung gesprochen. Das Gegenstück dazu, die externe Teilung, kommt nur selten vor. Dabei werden die Ansprüche auf die Rente vom Versicherer der abgebenden Person auf einen Versorgungsträger übertragen, der von der empfangenen Person bestimmt wird. Dies kann der Fall sein, wenn die Person mit den höheren Ansprüchen bei mehreren Anbietern rentenversichert ist.

Rente: Welche Ausnahmen gibt es vom Versorgungsausgleich?

Bei vielen Scheidungen beginnt das Familiengericht automatisch mit einer Prüfung des Versorgungsausgleichs – es gibt allerdings Ausnahmen. So müssen Eheleute und Partner:innen, die sich früher als nach drei Jahren scheiden lassen, einen Ausgleich selbst beantragen. Unterscheiden sich die Ansprüche der beiden Scheidungsparteien außerdem nur geringfügig, wird das Gericht keinen Ausgleich vornehmen. Zuletzt können Personen, die sich scheiden lassen, auch selbst eine Vereinbarung über die Aufteilung der Rente schließen. Diese muss allerdings vom Gericht abgesegnet werden.

Zuletzt teilte das Bundesarbeitsministerium eine Erhöhung der Rentenbezüge in Deutschland mit. Ab Juli 2022 bekommen die rund 21 Millionen Rentner:innen in Deutschland mehr Geld. (vbu)

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