Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Rente in Deutschland
+
Mehr als eine Million Rentner:innen haben im Jahr 2020 noch gearbeitet. (Symbolfoto)

Altersarmut

Weil Rente wohl nicht reicht: Mehr als eine Million Menschen arbeiten weiter

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
    schließen

Daten der Behörden zeigen: Mehr als eine Million Rentner:innen arbeiten weiter – wohl aus finanziellen Nöten.

Berlin – Die Debatte um eine Anhebung des Rentenniveaus in Deutschland ist keineswegs neu. Sie wird seit Jahrzehnten geführt, vornehmlich vor der Bundestagswahl, wie sie im September stattfindet. Das neueste Projekt der Bundesregierung ist die Grundrente. Dieser Zuschlag soll sicherstellen, dass Senior:innen oberhalb der Armutsgrenze leben können. Wer lange gearbeitet und somit Pflichtbeiträge in die Rentenkasse einbezahlt hat, hat Anspruch auf eine Grundrentenzulage. In einem Experiment wurde bereits untersucht, ob man von der Grundrente in Deutschland leben kann.

Dass solche Ansätze dringend notwendig sind, zeigen Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Aus einer Anfrage von Dietmar Bartsch, Bundestagsabgeordneter der Linken, geht hervor, dass mehr als eine Million Menschen, die älter als 67 Jahre sind, in Deutschland noch einer Arbeit nachgehen. Davon sind circa 600.000 Menschen über 70 Jahre, 220.00 Menschen sogar mindestens 75 Jahre alt. Die Motive dieser Menschen sind nicht eindeutig. Fachleute aus der Arbeitsmarktforschung bescheinigen derzeitigen Rentner:innen einen besseren durchschnittlichen Gesundheitszustand, als jede Generation zuvor. Zudem sei die Motivation auch noch in der Rente einer erfüllenden Tätigkeit nachzugehen, oftmals sehr hoch.

Rente in Deutschland reicht oft nicht aus

Doch im häufigsten Fall dürfte das Motiv finanzieller Natur sein. Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen das durchschnittliche Rentenniveau im Jahr 2020 in Deutschland. Rund neun Millionen Senioren erhielten 1.192 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Rund 15 Millionen Seniorinnen bekamen hingegen lediglich 803 Euro im Monat: Beträge, die in vielen Fällen zu finanziellen Nöten führen, falls die Betroffenen nicht weiterarbeiten, beispielsweise in einem Mini-Job, oder die Familie zusätzlich unterstützt. Dem Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der auf Daten des Statistischen Bundesamtes, beruht, zufolge gilt jemand als „arm“, sobald er weniger als 1.074 Euro monatlich zur Verfügung hat.

Bartsch sieht das kritisch: „Natürlich gibt es Beschäftigte, die freiwillig bis ins hohe Alter arbeiten, aber bei vielen ist es die schiere finanzielle Not, etwas hinzuverdienen zu müssen.“ Johannes Vogel, rentenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sieht das anders: „Dass auch viele Menschen länger im Berufsleben bleiben wollen, ist eine sehr gute Nachricht - dass es hierbei noch viele Hürden gibt, ist die schlechte. Die größte Erleichterung wäre ein flexibles Renteneintrittsalter statt einer starren Altersgrenze.“

Viele Rentner:innen steht zudem vor der Problematik, dass ihre Renten doppelt besteuert werden. Zur Renten-Doppelbesteuerung hat der Bundesfinanzhof jüngst ein wohl wegweisendes Urteil verkündet. (tu/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare