+
Oben gucken: Weil die Flugzeuge relativ niedrig fliegen, haben Urlauber gute Sicht zum Beispiel auf die Felsformationen Kretas.  

Flugverbindungen

Reif für die griechischen Inseln

  • schließen

Pläne gab es bereits seit 15 Jahren, bisher scheiterten sie an der Bürokratie: Nun sollen Wasserflugzeuge viele griechische Inseln anfliegen. Schon im nächsten Sommer soll ein richtiges Streckennetz stehen.

Das „Inselhüpfen“ in der Ägäis und im ionischen Meer ist eine entschleunigte Form des Reisens, die eigentlich viel Urlaubszeit in Anspruch nimmt. Wer die griechische Inselwelt per Fährschiff erkunden will, braucht Muße. Künftig könnte das Hopping aber auch für eilige Urlauber interessant werden, soll es doch bald eine schnellere Alternative geben: Ab dem nächsten Sommer sollen Wasserflugzeuge viele Inseln miteinander und mit dem griechischen Festland verbinden.

Bisher gehört die Überfahrt an Bord einer Fähre für viele Griechenland-Fans zu einer Hellas-Reise einfach dazu. Während die Silhouetten der Inseln im Dunst eines Sommertages am Horizont vorbeiziehen, fahren sie gemächlich ihrem Ziel entgegen. Und von denen, den Zielen, gibt es schließlich denkbar viele: Über 3000 Inseln hat Griechenland, rund 165 davon sind bewohnt.

Wohl kaum ein Griechenland-Liebhaber dürfte es also geschafft haben, sie alle zu besuchen. Viele kleinere Inseln werden von den Fährschiffen, wenn überhaupt, nur einmal in der Woche oder noch seltener angefahren. Auch zwischen den größeren Inseln gibt es oft keine direkten Verbindungen, der Verkehr läuft über Piräus, den Hafen von Athen. Hier kommen die Wasserflugzeuge ins Spiel: Sie könnten kleine und abgelegene Inseln, die bisher schlecht erreichbar sind, ans Verkehrsnetz anschließen.

Unten liegen: Kürzere Anreisezeiten verlängern die Zeit am Meer.

Zwei Gesellschaften, Greek Water Airports und Hellenic Seaplanes, wollen den Flugverkehr im kommenden Jahr aufnehmen. Sie planen den Einsatz von Wasserflugzeugen des Typs DHC-6 Twin Otter des kanadischen Herstellers Viking. Die zweimotorigen Flugzeuge, die auch im Inselverkehr auf den Malediven und Seychellen eingesetzt werden, können 18 Passagiere befördern. Die Wasserflugzeuge fliegen nicht besonders hoch, weil sie keine Druckkabine haben. Urlauber können sich davon grandiose Aussichten auf die griechische Inselwelt versprechen.

Zunächst sind Routen zwischen dem westgriechischen Festland und den ionischen Inseln geplant. Bei der Hafenstadt Patras sowie auf den Inseln Korfu und Paxi gibt es bereits ausgewiesene und genehmigte „Landepisten“ für Wasserflugzeuge. Weitere vier Wasserflughäfen in Thessaloniki, auf der Insel Ios, bei Heraklion auf Kreta und in der Hafenstadt Pylos an der Westküste des Peloponnes befinden sich im Genehmigungsverfahren.

Die Überlegungen für den Einsatz von Wasserflugzeugen gehen zurück bis ins Jahr 2004. Aber 15 Jahre lang tat sich fast nichts. Die Pläne scheiterten im Dickicht der griechischen Bürokratie. Es gab keine gesetzlichen Regelungen, und lange war unklar, wer überhaupt für die Genehmigungen der Wasserflughäfen und des Flugbetriebes zuständig ist. Auch mächtige Interessengruppen taten alles, um die Pläne zu durchkreuzen: Weder die Fährschiff-Reeder, noch die etablierten Fluggesellschaften sind an der Konkurrenz interessiert.

Die neue, seit Anfang Juli des Jahres amtierende konservative Regierung steht den Wasserflugzeug-Plänen aufgeschlossen gegenüber. Bei einem Treffen mit Vertretern der interessierten Firmen versprach Entwicklungsminister Adonis Georgiadis jetzt, die bürokratischen Hindernisse auszuräumen und die Genehmigungsverfahren entsprechend zu beschleunigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion