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Mann stirbt nach Polizeieinsatz: Wurden Zeugen-Videos gelöscht?

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Nach einem Polizeieinsatz gegen einen anschließend gestorbenen Randalierer im Kreis Recklinghausen besteht laut Staatsanwahltschaft der Anfangsverdacht, dass Einsatzkräfte im Anschluss auf Schaulustige eingewirkt hätten, die das Vorgehen der Polizei gefilmt hatten. Ermittlungen nach Polizeieinsatz
Nach einem Polizeieinsatz gegen einen anschließend gestorbenen Randalierer im Kreis Recklinghausen besteht laut Staatsanwahltschaft der Anfangsverdacht, dass Einsatzkräfte im Anschluss auf Schaulustige eingewirkt hätten, die das Vorgehen der Polizei gefilmt hatten. © Marc Gruber/dpa

Nach einem Polizeieinsatz in Recklinghausen stirbt ein Mann im Krankenhaus. Nun werden harsche Vorwürfe gegen einige Polizeikräfte laut.

Recklinghausen/Dortmund – Bei einem Polizeieinsatz in Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) hatten Beamte Pfefferspray eingesetzt und einen Mann fixiert. Er verlor das Bewusstsein und verstarb in der darauffolgenden Nacht im Krankenhaus. Nun wird der Verdacht der Nötigung laut: Die Beamten sollen Zeugen-Aufnahmen von Smartphones der Passanten und Passantinnen gelöscht haben.

Am Einsatzort hatten sich laut einem Bericht des WDR etwa 150 Schaulustige sowie Anwohnerinnen und Anwohner eingefunden, die den Einsatz filmten. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand gibt es Anhaltspunkte dafür, dass eingesetzte Beamte Filmaufnahmen auf den Mobiltelefonen der Zeugen im unmittelbaren Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen eingesehen und zumindest in einem Fall auch gelöscht haben könnten“, so die Polizei Nordrhein-Westfalen in einer Pressemitteilung.

Nach Polizeieinsatz in Recklinghausen: Bei Obduktion keine konkrete Todesursache festgestellt

Die zuständige Staatsanwaltschaft Bochum geht demnach bei vier weiteren Einsatzkräfte von einem Anfangsverdacht einer Nötigung aus. Eine externe Firma wurde mit der Sicherung und Wiederherstellung der möglicherweise gelöschten Videoaufnahmen beauftragt. Bereits gesicherte Clips, die der Polizei vorlegen, würden derzeit beim LKA NRW zur Auswertung aufbereitet.

Bei dem Einsatz an der Stimbergstraße in Oer-Erkenschwick am Abend des 7. August hatte ein 39-Jähriger in einer Wohnung randaliert. Wegen massiven Widerstandes mussten die herbeigerufenen Polizeikräfte den Mann fixieren, wie aus der polizeilichen Pressemeldung hervorgeht. Demnach wurde der Mann, der laut aktuellen Ermittlungen unter Drogeneinfluss gestanden haben soll, im Laufe des Einsatzes bewusstlos.

Trotz notärztlicher Versorgung und Reanimation am Einsatzort sowie anschließender stationärer Behandlung im örtlichen Krankenhaus verstarb er in der Nacht. Die Obduktion ergab bislang noch keine konkrete Todesursache. Die Untersuchungen dauern deshalb an.

Mann stirbt nach Einsatz – Polizei sucht weiter Zeugen

Das polizeiliche Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen acht eingesetzte Polizistinnen und Polizisten hat aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Dortmund unter Federführung der zuständigen Staatsanwaltschaft Bochum übernommen. Die Beamten in Recklinghausen ermitteln gleichzeitig im Fall eines von Polizeikräften erschossenen 16-Jährigen in Dortmund. Diese sich überkreuzende Zuständigkeit hatten zuletzt verschiedene Seiten kritisiert.

Die Polizei Dortmund sucht weiterhin Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Ermittlungsverfahren machen können. Hinweisgebende können sich unter der Telefonnummer 0231/132-7441 bei der Polizei Dortmund melden. (tk/dpa)

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