Mathematik -"Pi" im Mathematikmuseum
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Im Mathematikum in Gießen lernen Kinder Spaß an Zahlen wie Pi.

Weltmathetag

Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil

Das soll nun zum ersten Mal der Weltmathetag verdeutlichen. Er findet am 14. März statt – nicht nur, weil zwischen Weltfrauentag und Welttag der französischen Sprache noch so schön Platz war.

Ob bei Stephen Hawkings Berechnungen zum Urknall, beim Überschlagen des Kassenbons oder gar bei der Frage, wie viel Tapete für die neue Wohnung gebraucht wird: Mathematik ist überall. Und genau deshalb lautet das Motto des ersten Internationalen Tags der Mathematik genau so. Er findet am 14. März statt. Die Unesco hat ihn im Herbst in die Liste der Internationalen Tage aufgenommen - dort rangiert er nun hinter dem Weltfrauentag am 8. und vor dem Welttag der französischen Sprache am 21. März.

Die Internationale Mathematische Union (IMU) in Berlin hat sich schon länger dafür eingesetzt, dass das Fach einen eigenen Tag bekommt, an dem ihm gehuldigt wird. Entsprechend freute sich Initiatorin Christiane Rousseau nach der Entscheidung. Die gesamte menschliche Geschichte hindurch sei Mathematik wichtiger Teil der Wissenschaften und des Wissens gewesen, sagte sie. „Heutzutage hat die Mathematik allerdings einen solchen Komplexitätsgrad erreicht, dass viele Menschen ihre Allgegenwärtigkeit in unserem Leben nicht mehr bemerken.“

„Die mathematische Industrie in Deutschland – das sind Auto- und Telekommunikationsindustrie, Banken und Versicherungen, und vieles mehr – braucht Kompetenzen und Virtuosität in Mathematik und Naturwissenschaften heutzutage mehr denn je!“, sagt der Präsident der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, Günter Ziegler, ein bisschen umständlich. Er bedauert: „Die Wichtigkeit und Nützlichkeit von Mathematik-Kenntnissen, von der Beschäftigung mit Mathematik und von Fortschritten in diesem wichtigen Fach werden – bei uns in Deutschland, aber auch international – immer noch nicht richtig wahrgenommen.“

Daher brauche auch und gerade die Mathematik einen Aufmerksamkeits- und Motivationstag, der dem Fach mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit beschere. Gerade in einem High-Tech-Land wie Deutschland sei Mathe schließlich für viele eine wichtige Voraussetzung für Studium und Beruf. Mathematik ist allerdings nur für manche Schülerinnen und Schüler Lieblingsfach – andere verzweifeln daran.

Ziegler meint: „Mathematik in der Schule sollte auch als ein spielerisches und künstlerisches Fach gestaltet werden.“ Es habe beliebig schwere Knobelaufgaben zu bieten, also sportliche Herausforderungen. „Mathematik war für mich auch immer ein Trainingsgelände fürs Hirn“, sagt der Professor. Wie es um die Mathematik in Deutschland gestellt ist, machte die Diskussion um die Verleihung der Fields-Medaille deutlich.

Die ging im Sommer 2018 an den Bonner Mathematiker Peter Scholze. Die Auszeichnung ist vom Prestige her durchau mit den Nobelpreisen vergleichbar und Scholze ist nach Gerd Faltings erst der zweite Preisträger aus Deutschland. In Fachkreisen war damals etwa kritisiert worden, dass Lehrpläne in den vergangenen Jahren abgespeckt worden seien. Auch gibt es in der Bundesrepublik überhaupt kein Elitesystem wie etwa in Frankreich.

Nun also wird am 14. März gefeiert – beziehungsweise motiviert. Das Datum ist kein Zufall und in Fachkreisen längst bekannt. Es ist der sogenannte Pi-Tag – in Anspielung auf die amerikanische Datumsschreibweise 3/14, die an den gerundeten Wert der Zahl Pi, also 3,14 159 … erinnert. Wer’s nicht mehr so genau weiß: Pi beschreibt das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu seinem Durchmesser.

Unter dem Motto „Mathematik ist überall“ sind rund um den Globus Hunderte Events vorgesehen. Vor allem auf dem afrikanischen Kontinent sei der Enthusiasmus immens, heißt es bei der IMU. Dort gehe es in vielen Regionen erst einmal um den Wert von grundlegender Schulbildung, erklärt Ziegler dazu. So waren zwei internationale Auftaktveranstaltungen – bereits für den 13. März – geplant: Im Unesco-Hauptquartier in Paris und im kenianischen Nairobi.

Doch obwohl Mathematikerinnen und Mathematiker laut Ziegler furchtlos sind und für die Freitag-der-Dreizehnte-Panik den griechischen Namen Triskaidekaphobie haben, hat die Unesco ihr Event abgesagt – wegen des Coronavirus. (dpa)

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