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Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

Waldbrand in Brandenburg

Rauchschwaden über Berlin

Ein riesiger Waldbrand wütet in Brandenburg. Die Berliner sollen ihre Fenster geschlossen halten.

Wegen eines riesigen Waldbrandes südwestlich von Berlin sind am Freitagmorgen Rauchschwaden über die Hauptstadt gezogen. Ganze Straßenzüge seien verraucht, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Stinken ist tatsächlich eine gute Beschreibung.“

Südwestwind hatte die Rauchschwaden in der Nacht nach Berlin hineingetragen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Allerdings dürfte der Wind im Laufe des Vormittags drehen und der Rauch werde damit voraussichtlich wieder aus der Stadt abziehen.

Am Morgen waren laut Feuerwehr weite Teile der Stadt betroffen. „Es ist in der gesamten Stadt zu riechen.“ Die Bewohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten. Außerdem sollten Lüftungsanlagen kontrolliert werden. Am Donnerstagabend waren zunächst lediglich die südöstlichen Stadtteile betroffen gewesen.

Es seien bereits viele besorgte Anrufe bei den Leitstellen eingegangen, sagte der Sprecher. In Spitzenzeiten seien es bis zu 50 Notrufe gewesen, die hätten abgearbeitet werden müssen. „Sie überfluten damit unsere Notrufleitungen.“

Wegen des Feuers waren die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen südlich von Potsdam am Donnerstagabend evakuiert worden - insgesamt 540 Menschen waren den Angaben zufolge betroffen. Ein Großteil komme bei Bekannten unter, außerdem stehe die Stadthalle der nahe gelegenen Kleinstadt Treuenbrietzen zur Verfügung, sagte der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU), am Abend.

Das Feuer sei teilweise nur 100 Meter von Orten entfernt, hieß bei der Polizei. Zunächst brannte eine Fläche von fünf Hektar. Das Feuer breitete am Donnerstagnachmittag rasend schnell auf etwa 300 Hektar aus. Weil der Boden mit Munition belastet ist, sind die Löscharbeiten besonders schwierig. Die Feuerwehr war mit Hunderten Einsatzkräften vor Ort, auch Löschhubschrauber und Wasserwerfer wurden eingesetzt.

Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen an mehreren Stellen ausgebrochen. Die größte Stelle, die brannte, war den Angaben zufolge einen Kilometer breit und drei Kilometer lang. Daneben stünden weitere Stellen in Flammen, hieß es von der brandenburgischen Polizeidirektion West.

In der von dem Großbrand betroffenen Region ist am Freitag laut DWD nur vereinzelt mit Regen zu rechnen. Es sei unklar, wo genau es zu Schauern und Gewittern komme, sagte der DWD-Meteorologe. (dpa)

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