Pennsylvania

Rassismus in den USA: Professor vergreift sich in der Wortwahl - und wird der Uni verwiesen

  • vonMirko Schmid
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Gary Shank, Professor an der Duquesne-Universität in Pittsburgh, wird gefeuert, nachdem er im Unterricht rassistische Sprache verwendet hat.

  • Gary Shank, Professor für pädagogische Psychologie an der Duquesne University in Pittsburgh, ermutigt Studierende, rassistische Begriffe zu nutzen.
  • Selbst nutzt er das „N-Wort“ innerhalb einer Unterrichtseinheit mehrfach.
  • Gary Shank wird von der Duquesne University bezahlt beurlaubt, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.

Pittsburgh - Ein Professor der katholischen Duquesne University Pennsylvania wurde beurlaubt, nachdem Filmmaterial aufgetaucht ist, das beweist, dass er im Unterricht das N-Wort nutzt und seinen Studenten nahelegt, es sei in Ordnung, den rassistischen Begriff „im pädagogischen Sinne“ zu verwenden. Bis eine Untersuchung aufgrund seines angeblichen Gebrauchs rassistischer Sprache während seines virtuellen Unterrichts abgeschlossen ist, bleibt der Hochschullehrer beurlaubt.

Gary Shank, Professor an der Duquesne-Universität in Pittsburgh, wird gefeuert, nachdem er im Unterricht rassistische Sprache verwendet haben soll.

USA: Gary Shank ermutigt seine Studierenden, das „N-Wort“ zu nutzen

Ein Video des Vorfalls, das auf Twitter veröffentlicht wurde, zeigt, wie Professor Gary Shank seinen Studentinnen und Studenten die „Erlaubnis“ gibt, das N-Wort in seinem Unterricht zu verwenden. Schließlich sei es in seinen eigenen jungen Jahren ein sehr häufig verwendetes Wort gewesen. Außerdem gibt er an, dass der Begriff „N***** Rich“ seinerzeit genutzt worden sei, um Leute aufziehen, die etwas mehr Geld hätten. Er fragt seine Studierenden, ob dieser Begriff heute noch verwendet wird. Antwort: Nein.

Das entlarvende Filmmaterial hatte seinen Weg in die sozialen Medien gefunden, nachdem es ein vermeintlicher Student in Gary Shanks per Zoom-Meeting abgehaltener pädagogischer Psychologieklasse aufgenommen und auf Twitter veröffentlicht hatte. Das Video zeigt einen Tablet-Bildschirm, auf dem eine Folienpräsentation zu sehen ist. Ihr Titel: „Rasse (aus kultureller Sicht“). Untertitel: „Basierend auf wahrgenommenen körperlichen Unterschieden. Die der Rasse zugewiesenen Werte sind kulturell und nicht physisch.“

Shank behauptet, mit der Nutzung des rassistischen Begriffs nur seinen Standpunkt zu untermauern

Im rechten oberen Eck sieht man Gary Shank klein im Bild virtuell referieren. Dann beginnt ein brisanter Wortwechsel, der zunächst mit einem Monolog Shanks beginnt: „Ich gebe Ihnen die Erlaubnis, das Wort zu verwenden, okay?“, beginnt Shank, „weil wir das Wort im pädagogischen Sinne verwenden.“

Er fragt seine Studenten, was das einzige Wort „über Rasse“ sei, dass „wir nicht verwenden dürfen“ - und stößt auf betretene Stille. Um diese aufzubrechen, gibt er seinen Studierenden „einen Hinweis“: Das Wort beginne mit dem Buchstaben N. Es sei schwer, es auszusprechen, aber er werde es sagen. Dies würde er tun, um seinen Standpunkt klarzumachen.

Gary Shank nutzt das N-Wort im virtuellen Unterricht - mehrfach

Und dann sagt er es. Das N-Wort. Nicht zum letzten Mal im Verlauf dieser grotesken Unterrichtseinheit. Und er setzt noch einen drauf. Als er ein Kind war, hätte man Paranüsse noch „N*****-Zehen“ genannt. Ereignet hatte sich der Vorfall bereits im September 2020.

Die Leitung der Universität reagierte umgehend und versetzte Gary Shank bis nach Abschluss der Untersuchungen von Shanks Unterrichts-Vokabular in den bezahlten Urlaub. Seinen Kurs übernimmt ein Kollege. Gary Shank hingegen ist bereits auf der Website der Universität nicht mehr zu finden.

Die Duquesne University erklärt sich

Die Dekanin der Universität, Gretchen Generett, erklärt in einem Schreiben an ihre Studierenden, dass sie Gary Shanks Sprache als „beunruhigend und verstörend“ empfinde. Sie stellt klar, dass es für Professoren weder pädagogisch „noch anderweitig eine Zeit“ gebe, eine „feindliche Lernumgebung“ zu schaffen.

Es entspräche weder der „Mission“ der katholischen Universität, das N-Wort zu verwenden, noch die Studierenden dazu zu ermutigen, es zu nutzen: „Als Pädagoge sollten Sie immer die Auswirkungen Ihrer Handlungen auf die Studierenden berücksichtigen, zu deren Unterricht Sie beruflich verpflichtet sind“. (Von Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Ian P. Hurley/Duquesne University/Facebook

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