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Rassismus-Eklat im Buckingham Palast? Neue Vorwürfe gegen Royals

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Von: Tobias Utz

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Neue Vorwürfe gegen das britische Königshaus: Eine Aktivistin berichtet von „Rassismus“. Was war passiert?

London – Das britische Königshaus sieht sich derzeit offenbar einem neuen Rassismus-Skandal ausgesetzt. Groß war der Aufschrei, als Aktivistin Ngozi Fulani kürzlich von ihrem persönlichen Erlebnis im Buckingham Palast erzählte.

Die Geschichte dahinter: Fulani war am Dienstag (29. November) mit insgesamt 300 weiteren Personen auf einem Empfang von Queen Consort Camilla geladen. Anlass der Veranstaltung war die Kampagne „16 Tage gegen geschlechtsspezifische Gewalt“ der Vereinten Nationen. Queen Consort Camilla hielt unter anderem eine leidenschaftliche Rede, in welcher sie die „globale Pandemie der Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ kritisierte. Sie forderte gesellschaftlichen Veränderungen. So weit, so bekannt: Camilla engagiert sich schon seit geraumer Zeit für die Opfer von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung.

Britische Royals: Neuer Rassismus-Skandal im Buckingham Palast?

Neben zahlreichen Royals aus aller Welt, darunter Königin Mathilde von Belgien, Königin Rania von Jordanien oder Kronprinzessin Mary von Dänemark, waren auch Aktivistinnen und Aktivisten unter den Gästen: unter anderem die eingangs erwähnte Ngozi Fulani. Sie ist weltweit für ihr Engagement für Frauenrechte bekannt.

Wie Fulani auf Twitter berichtet, sei sie von einer Mitarbeiterin des Buckingham Palastes gefragt worden, aus welchem Teil von Afrika sie stamme. Dies habe bei ihr „gemischte Gefühle“ hervorgerufen, so die Aktivistin in ihrem Statement. Sie sei schließlich in Großbritannien geboren und aufgewachsen, so Fulani. Das sei der royalen Angestellten allerdings nicht ausreichend als Antwort gewesen, deshalb habe sie nachgehakt. Sie soll laut der Aktivistin unter anderem folgendes gesagt haben: „Ach, ich verstehe. Ich werde es schwer haben, herauszufinden, woher Sie kommen.“

Susan Hussey
Susan Hussey. © Mark Stewart / Avalon / Photoshot / Imago Images

Wegbegleiterin von Queen Elizabeth II. tritt zurück

Wie nun bekannt wurde, handelte es sich bei der Angestellten nicht um irgendjemand, sondern um eine lange Wegbegleiterin von Queen Elizabeth II. „Lady SH“, wie sie von Fulani genannt wurde, ist die 83-jährige Susan Hussey, die die Taufpatin von Prinz William ist.

Sie sei mittlerweile zurückgetreten, wie aus einer Stellungnahme hervorgeht. Man habe sich umgehend mit der Aktivistin in Verbindung gesetzt, um den Vorfall aufzuklären. Dies wiederum bestritt Fulani: „Ich habe von niemandem etwas gehört.“ Ngozi Fulani stellte schließlich auf Twitter fest, dass es sich schlichtweg um „Rassismus“ handle. „Das ist, was es ist.“

Ngozi Fulani
Ngozi Fulani im März 2022 in London, fotografiert auf einer Demonstration. © Sabrina Merolla / Imago Images

Neue Rassismus-Vorwürfe erinnern an Meghan Markles Interview mit Oprah Winfrey

Prinz William, der sich aktuell auf einer USA-Reise befindet, erklärte umgehend, dass Rassismus in der heutigen Gesellschaft keinen Platz haben dürfe. Der Vorfall im Buckingham Palast reiht sich in die Vorwürfe, die Meghan Markle im Jahr 2021 öffentlich gemacht hatte, ein. In einem Interview mit Talkshow-Legende Oprah Winfrey erklärte sie, dass es im Palast Sorgen darüber gebe, wie dunkel die Hautfarbe ihres Sohnes sein könne. Die Royals erklärten anschließend, dass man den Fall intern aufarbeite.

König Charles III. sieht sich bereits in den ersten Tagen seiner Regentschaft mit einem Rassismus-Skandal konfrontiert. Er hat sich bislang nicht persönlich zu den Vorwürfen der Aktivistin Fulani geäußert. (tu mit dpa/AFP)

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