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Rassismus beim Rettungsdienst: Medienbericht deckt auf

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Von: Teresa Toth

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Recherchen zufolge sollen Patient:innen von Mitarbeitenden der Malteser und Johanniter aus rassistischen Gründen schlechter behandelt werden.
Recherchen zufolge sollen Patient:innen von Mitarbeitenden der Malteser und Johanniter aus rassistischen Gründen schlechter behandelt werden. © BildFunkMV/imago

Der Rettungsdienst in Deutschland hat ein Problem mit Rassismus und Rechtsextremismus – das zeigen Recherchen der taz. Betroffen sind die Johanniter und Malteser.

Köln – Dass die Polizei in Deutschland ein Rassismus-Problem hat lässt sich kaum bestreiten. Ein aktueller Bericht der taz deckt nun allerdings auf, dass auch Rettungsdienste nicht frei von rassistischen Ideologien sind. Wie die Recherchen zeigen, sind vor allem die Hilfsorganisationen Malteser und Johanniter in Nordrhein-Westfalen betroffen.

Demnach wurden bei den Johannitern in Köln die Geburtstage von Adolf Hitler und anderen Nazi-Größen in einen gemeinsam genutzten Wandkalender eingetragen. Außerdem spielten die Mitarbeiter:innen ein rassistisches Spiel. Die Rettungskräfte sollen sich dort teilweise auch als Reichsbürger und -bürgerinnen identifizieren – einige seien durch ihre Nähe zur rechtsextremen Identitären Bewegung aufgefallen.

Rassismus beim Rettungsdienst: Austausch rassistischer Memes unter Mitarbeitenden der Malteser

Ein Malteser-Mitarbeiter soll vor einem Einsatz gegenüber seinen Kolleg:innen geäußert haben, dass er lieber das Flüchtlingsheim anzünden wolle, als den Geflüchteten zu helfen, berichtete die taz. Auf derselben Wache gäbe es eine Chatgruppe der Mitarbeitenden, in der sie rassistische und sexistische Memes austauschen. Rettungskräfte aus beiden Rettungswachen gaben gegenüber der taz zudem an, dass es regelmäßig Fälle gäbe, in denen Patientinnen und Patienten aufgrund rassistischer Motive schlecht behandelt worden seien.

Laut taz habe ein Mitarbeiter einer Wache in Köln versucht, die Vorfälle 2020 intern anzusprechen – und eine Kündigung erhalten. Der Großteil der Rettungskräfte, die in Zusammenhang mit den rassistischen Vorfällen standen, sind dagegen nach wie vor im Dienst. Sowohl die Malteser als auch die Johanniter sind christliche Hilfswerke, die zu Hunderttausenden Rettungseinsätzen pro Jahr ausrücken. Auf den Artikel der taz reagierten sie mit einer Versicherung, dass sie umfassende Untersuchung der Vorwürfe einleiten werden.

Rassismus beim Rettungsdienst: Laut Sprecherin der Johanniter wurden Vorwürfe bereits untersucht

Eine Sprecherin der Johanniter teilte am Samstag (17. September) mit, die von dem ehemaligen Mitarbeiter erhobenen Vorwürfe 2020 seien allerdings bereits umfassend untersucht worden – Belege für die Vorwürfe habe man nicht gefunden. Dennoch werden man neue Untersuchungen veranlassen. „Zugleich verwahren wir uns gegen eine Pauschalverurteilung unserer Mitarbeitenden und des gesamten Rettungsdienstes“, so die Sprecherin.

Berichte über Rassismus und Rechtsextremismus innerhalb der Polizei gibt es regelmäßig. So kam es etwa in Berlin erst kürzlich zu einem rassistischen Polizeieinsatz, bei dem ein Beamter eine Frau rassistisch beschimpft hat.

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