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Dokumente des britischen Königshauses enthüllen, dass es Menschen mit Einwanderungsgeschichte und People of Color bis mindestens Ende der 1960er-Jahre verboten war, im königlichen Haushalt zu dienen.
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Dokumente des britischen Königshauses enthüllen, dass es Menschen mit Einwanderungsgeschichte und People of Color bis mindestens Ende der 1960er-Jahre verboten war, im königlichen Haushalt zu dienen.

Royals

Rassismus im britischen Königshaus: Dokumente enthüllen Anstellungsverbot

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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Die Rassismus-Debatte um die Royals ist noch lange nicht vorbei. Archiv-Dokumente enthüllen pikante Details darüber, wen die Queen gerne in ihrem königlichen Dienst sieht – und wen nicht.

Frankfurt/London – Neu entdeckte Dokumente des britischen Königshauses enthüllen, dass es Menschen mit Einwanderungsgeschichte und People of Color bis mindestens Ende der 1960er-Jahre seitens des Königshauses verboten war, in klerikalen Funktionen im königlichen Haushalt zu dienen. Dies berichtete die englische Zeitung The Guardian am Mittwoch (02.06.2021).

Aus den gefundenen Dokumenten geht hervor, dass der Finanzchef von Königin Elizabeth II. im Jahr 1968 Beamt:innen informierte, dass es nicht die Praxis sei, „farbige Einwanderer oder Ausländer in klerikale Positionen im königlichen Haushalt einzusetzen“. Die Papiere wurden von The Guardian im britischen Nationalarchiv im Rahmen einer Untersuchung zum Einfluss der Queen auf Gesetzestexte (auch als „Königliche Zustimmung“ bekannt) entdeckt.

Dokumente enthüllen rassistisches Anstellungsverbot bei den Royals

Wann das Verbot des britischen Königshauses offiziell endete, ist unklar. Der Buckingham Palace weigerte sich gegenüber dem Guardian, Fragen zum Verbot und dessen Aufhebung zu beantworten. Der Palast gab an, dass die Aufzeichnungen zeigen würden, dass in den 1990er Jahren Menschen aus ethnischen Minderheiten im Königshaus beschäftigt gewesen seien. Vor den 1990er Jahren seien keine Aufzeichnungen über den ethnischen Hintergrund der Mitarbeiter:innen angefertigt worden, so der Buckingham Palace.

In den 1970er Jahren erließen Politiker:innen in Großbritannien eine Reihe von Gleichstellungsgesetzen, um Menschen vor Diskriminierung zu schützen. Unter anderem den „Race Relations Act“ von 1976, der verhindern sollte, dass Arbeitgeber:innen einer Person aufgrund ihres ethnischen Hintergrundes eine Anstellung verweigern. Die Queen jedoch ist seit mehr als vier Jahrzehnten persönlich von diesen Gleichstellungsgesetzen ausgenommen. Dies macht es Frauen oder Angehörigen ethnischer Minderheiten, die für den Haushalt des Königshauses arbeiten, unmöglich, vor Gericht zu ziehen, wenn sie Diskriminierung erfahren haben, so der Guardian.

Britisches Königshaus: Queen soll Gesetzestexte beeinflusst haben

Die Papiere geben zudem Aufschluss darüber, wie das Zustimmungsverfahren von Queen Elizabeth II. dafür verwendet wurde, um heimlich Einfluss auf die Entstehung des Gesetzesentwurfs („Race Relation Act“) zu nehmen. Demnach haben sich Regierungsbeamt:innen in den 1970er Jahren mit Berater:innen der Queen bei der Formulierung des Gesetzes abgestimmt, sodass dem Königshaus ermöglicht wurde, sich selbst von der Arbeitgeberregelung zur Gleichstellung auszunehmen.

Der Buckingham Palace bestreitet in einer herausgegebenen Erklärung nicht, dass die Königin von den Gesetzen ausgenommen war, und fügte hinzu, dass es ein separates Verfahren für die Anhörung von Beschwerden im Zusammenhang mit Diskriminierung gebe. Auf die Frage, wie genau dieses Verfahren aussehe, antwortete der Palast dem Guardian zufolge nicht.

Britisches Königshaus bis heute vom Gleichstellungsgesetz ausgenommen

Die Ausnahme dieses Gesetzes wurde bis zum heutigen Tag verlängert, als das britische Gleichstellungsgesetz von 2010 die vorherigen Gesetze aus den 1970er Jahren ersetzte (Race Relations Act von 1976, Sex Discrimination Act von 1975 und Equal Pay Act von 1970). Kritiker:innen weisen seit vielen Jahren regelmäßig auf die fehlende Diversität im königlichen Haushalt hin.

Es ist anzunehmen, dass die Enthüllungen die Aufmerksamkeit erneut auf die Rassismus-Debatte um die königlichen Familie lenken werden, sowohl in einem aktuellen, als auch historischen Bezug. Erst im März äußerte sich Meghan Markle, die Herzogin von Sussex und Ehefrau von Prinz Harry, öffentlich über rassistische Äußerungen eines Familienmitglieds des Königshauses über die Hautfarbe ihres Kindes. (Anna Charlotte Groos)

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