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Quietschbunter Ibiza-Frohsinn

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Star-erprobt: Williamsons Shift-Kleid mit Pfauenprint
Star-erprobt: Williamsons Shift-Kleid mit Pfauenprint © h&m

Ab heute können sich alle Mädchen dieser Welt fühlen wie Sienna Miller, Katy Perry oder Nicky Hilton: H&M legt eine Matthew-Williamson-Kollektion ins Regal. Von Ute Diefenbach

Von UTE DIEFENBACH

Wir wissen nicht, wie sich Katy Perry fühlt. Wir wissen auch noch nicht, wie sich die Sängerin und Frauenküsserin fühlt, wenn sie ein Shift-Kleid mit Pfauen-Print trägt. Fest steht, dass sie es trug und darin - na ja - so mittel aussah. Genau wie Nicky Hilton übrigens. Fest steht auch, dass sich ab heute alle Mädchen dieser Welt wie Nicky oder Katy fühlen können. Dazu brauchen sie nur: einen Schlafsack, eine H&M-Filiale, 70 Euro und eine ordentliche Portion Geschmacksverwirrung.

Mit Promi-Designer Matthew Williamson hat H&M heute seinen sechsten Edelschneider am Start, der eigens für den Modekonzern eine Kollektion entwickelt hat. Die Entwürfe des Briten, der unter anderem Sienna Miller, Mischa Barton oder Gwyneth Paltrow einkleidet, seien "so farbenfroh, unbeschwert und ungezwungen wie ein Urlaub mit Freunden auf Ibiza", schwärmen Szene-Kenner.

Und vielleicht passen Williamsons quietschige Walle-Gewänder auf der Jetset-Insel gut ins Bild. Im Paderborner Jugendclub und im Eiscafé Venezia sind sie nur schwer vorstellbar. Weder das wild gemusterte "Flamenco-Feeling Maxikleid mit Volants" (299 Euro) samt "Bling-Effekt-Strasskette" (20 Euro) noch der "detailverliebte Overall" in Khaki (199 Euro).

Super-Moppeln und -Mageren sei freundlich vom Kauf der pinkfarbenen Schimmer-Shorts mit Bündchen in Giftgrün abgeraten. Dann doch lieber zum besagten Pfauenkleid greifen, in dem Perry und Hilton probefeiern durften.

Konzept geht auf

Geschmacksfragen hin oder her: H&M wird vermutlich im Laufe des Tages vermelden: "Die Williamson-Kollektion ist ausverkauft!" 50 Minuten hatte es bei der letzten Kooperation zwischen dem schwedischen Textilriesen und der Comme des Garçons-Designerin Rei Kawakubo gedauert: 50 Minuten - und alle Clownshosen und Pünktchenblusen waren weg. Die Kunden hatten Schlange gestanden, lange bevor sich die Türen öffneten, obwohl die japanische Marke - zumindest bis dato - eher zur Mode-Guerilla gehörte. Eingetütet innerhalb weniger Stunden war auch die limitierte Massenware von Karl Lagerfeld, Roberto Cavalli, Stella McCartney oder Victor & Rolf.

Das H&M-Konzept "Masse trifft Klasse" geht auf. Nicht unbedingt aus ästhetischer Sicht, aber aus finanzieller. Zwischen all der Stangenware "Made in Bangladesh" verströmt die Couture einen Hauch von Hollywood. Der Wettlauf gegen die Zeit macht die Sache noch spannender. Wer ein Designerstück ergattert, gilt in der Mädels-Peer-Group als ganz ausgeschlafener Fuchs.

Seinen modischen Abstecher bezeichnet der 37-jährige Williamson als "unglaubliche Chance". Und bisher hat er alle Chancen für sich genutzt. Bereits mit 17 Jahren studierte er am renommierten Central St. Martins College in London. Seine knallige Kollektion, die er an Models wie Kate Moss und Helena Christensen zeigte, faszinierte 1997 die Londoner Modeszene. Seitdem wickelt er die schönen Reichen mit seinen Ibiza-Frohsinns-Fummeln ein. Für H&M entwarf er gar erstmals Männermode - vermutlich in Pink.

Wer heute leer ausgeht, bekommt übrigens eine zweite Chance: Ein neuer Schwung der Williamson-Kollektion kommt am 19. Mai in die Läden. Wir werden's sehen - im Eiscafé Venezia oder im Paderborner Jugendclub.

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