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Trauerfeier und Beisetzung von Prinz Philip auf Schloss Windsor
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Queen Elizabeth II. musste ihren 95. Geburtstag auf Schloss Windsor ohne Prinz Philip und Prinz Harry feiern.

Eine Pandemie und ein Todesfall

Ohne Philip und Harry: Queen Elizabeth II. feiert leisen 95. Geburtstag

  • Tobias Möllers
    VonTobias Möllers
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Nach dem Tod ihres Mannes Prinz Philip begeht Queen Elizabeth II. ihren Geburtstag in der Corona-Pandemie in aller Stille auf Schloss Windsor. Auch Prinz Harry ist schon wieder abgereist.

Windsor - Weder Kanonenschüsse noch ein offizielles Geburtstagsfoto: Die britische Königin Elizabeth II. hat ihren 95. Geburtstag am Mittwoch auf Schloss Windsor verbracht. Das teilte der Palast per Kurznachrichtendienst Twitter mit. „In diesem Jahr bleibt die Queen auf Schloss Windsor während einer royalen Trauerzeit nach dem Tod des Herzogs von Edinburgh“, hieß es auf dem offiziellen Account der Königsfamilie. Für die Queen sei ihr 95. Geburtstag „ein privater Tag“, sagte Joe Little vom „Majesty Magazine“. Auf einem Foto war die Monarchin lächelnd mit purpurnem Hut zu sehen - dabei handelt es sich aber offenbar um ein Archivbild. Ein wie sonst übliches eigens für den Anlass gemachtes Porträtfoto der Queen gibt es dieses Mal nicht.

Später veröffentliche der Palast dann noch eine Mitteilung im Namen der Queen, in der sie sich für die guten Wünsche zum Geburtstag und für die Beileidsbekundungen zum Tod ihres Mannes Prinz Philip bedankte. „Wir waren tief berührt und werden weiter daran erinnert, dass Philip während seines ganzen Lebens solch eine große Wirkung auf das Leben zahlloser Menschen hatte“, erklärte die Queen am Mittwoch im Namen ihrer Familie. Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen der Monarchin zu Philips Tod. Sie dankte den Menschen, die ihre Anteilnahme bekundet hatten, für ihre „Unterstützung und Freundlichkeit“.

95. Geburtstag der Queen: 73 Jahre Ehe enden mit Prinz Philips Tod

Philip war vor wenigen Tagen am 9. April im Alter von 99 Jahren gestorben. Er und Elizabeth II. waren 73 Jahre lang verheiratet. Philip wurde am Samstag in einer Trauerfeier auf Schloss Windsor beigesetzt. Die Queen hatte zwei Wochen Trauer für die Royals angeordnet. Die britische Nachrichtenagentur PA berichtet, die Queen werde ihren Geburtstag daher im bescheidenen Rahmen mit einigen Familienmitgliedern begehen. Royals-Experte Little sagte, seiner Einschätzung nach fühle sich Elizabeth II. nach dem Tod ihres Mannes „persönlich am Boden zerstört“. Dennoch werde sie deshalb nicht ihre Pflichten als Queen vernachlässigen. „Es gibt die öffentliche Königin und die private Königin und sie ist großartig darin, das aufzuteilen“, betonte Little.

Die Königin und ihr Mann hatten sich seit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr in der Residenz vor den Toren Londons zurückgezogen. Zu Schloss Windsor hat Elizabeth eine besondere Beziehung - sie hatte dort bereits als Jugendliche die Kriegsjahre verbracht. Es dürfte sich für sie daher am ehesten wie ein Zuhause anfühlen.

Geburtstag der Queen: Prinz Harry ist schon wieder abgereist

Unklar blieb zunächst, ob Prinz Harry (36) seine Großmutter vor seiner Rückreise in die USA noch sehen konnte. Eine Sprecherin wollte die Reisepläne des Herzogs von Sussex nicht kommentieren. Er war zur Beerdigung seines Großvaters aus den USA angereist. Seine schwangere Frau Herzogin Meghan (39) war mit dem gemeinsamen Sohn Archie (1) in Kalifornien geblieben. Nach Informationen der Boulevardzeitung „Sun“ verließ Prinz Harry Großbritannien bereits vor dem Geburtstag seiner Großmutter. 

Unbekannt bleibt auch, ob es zwischen Harry und den anderen Familienmitgliedern zu einer Aussöhnung gekommen ist. Harry und Meghan hatten sich mit dem Rest der Königsfamilie überworfen. Im Mittelpunkt des Streits stehen in einem TV-Interview vorgebrachte Vorwürfe des Paares über mangelnde Rücksichtnahme und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie. Meghan hat teilweise afroamerikanische Wurzeln.

Geburtstag der Queen: Johnson „stolz, ihr als Premierminister zu dienen“

Zu den Gratulanten der Queen am Mittwoch gehörte Premierminister Boris Johnson, der seine Glückwünsche per Twitter überbrachte. „Ich hatte schon immer die höchste Bewunderung für Ihre Majestät und ihren Dienst an diesem Land und dem Commonwealth“, so der konservative Politiker.  Er sei „stolz, ihr als Premierminister zu dienen“. 

Elizabeth II. musste schon viele Krisen überstehen, seit sie 1952 als 25-Jährige den britischen Thron bestieg. Dazu zählten das Scheitern der Ehen ihrer Kinder Charles, Anne und Andrew und die massive Kritik an ihrer Reaktion auf den tragischen Unfalltod von Charles‘ Ex-Frau Diana 1997. Die Queen erlebte außerdem den Zerfall des britischen Weltreiches sowie den Kalten Krieg und dessen Ende mit und empfing bereits 14 britische Premierminister zum Antrittsbesuch.

Briten hoffen auf 70. Thronjubiläum der Queen

Schon im vergangenen Jahr hatte die Queen wegen der Pandemie auf die üblichen Kanonenschüsse zu ihrem Geburtstag verzichtet. Das sei „nicht angemessen“, befand sie. Und selbst im Juni, wenn der Geburtstag der Monarchin traditionell mit einer farbenfrohen Parade „Trooping the Colour“ im Stadtzentrum Londons gefeiert wird, wird es in diesem Jahr nichts zu sehen geben. Das Spektakel, an dessen Ende sich die Royals eigentlich immer auf dem Balkon des Buckingham-Palasts der jubelnden Menge präsentieren, wurde coronabedingt abgesagt.

Die Briten, die zuletzt 2016 zum 90. Geburtstag ihrer Königin eine große Feier mit royalem Pomp bewundern durften, müssen sich wohl noch etwas gedulden, bevor sie ihre Queen ein nächstes Mal feiern dürfen. Im nächsten Jahr steht ihr 70. Thronjubiläum an. (tom mit dpa/afp)

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