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QAnon und Trump

QAnon in den USA: Doku-Serie will Geheimnis um „Q“ gelüftet haben

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Eine TV-Serie beleuchtet die US-amerikanische Verschwörungsbewegung QAnon, die zu Donald Trumps leidenschaftlichsten Anhängern zählt. Vielleicht hat HBO herausgefunden, wer deren Drahtzieher „Q“ ist.

  • „Q“ ist der anonyme Internet-Guru hinter der Verschwörungsbewegung QAnon aus den USA.
  • QAnon sind rechtsextreme Anhänger:innen von Donald Trump, die am Sturm auf das US-Kapitol beteiligt waren.
  • Ein Journalist des TV-Senders HBO hat für eine Doku-Serie drei Jahre lang in der Szene recherchiert.

Washington D.C. - Großer Moment für Anhänger:innen der verschwörungstheoretischen Gruppe Qanon und großes Kino für alle anderen: Die Person, die hinter dem Pseudonym „Q“ – Drahtzieher der verschwörungstheoretischen Gruppe Qanon - steckt, ist möglicherweise entlarvt worden.

Eine sechsteilige Doku-Serie des New Yorker Privatsenders HBO befasst sich jetzt mit der verschwörungstheoretischen Gruppe QAnon. Die TV-Serie wird ab dem 21. März ausgestrahlt. Mit ihr hat HBO möglicherweise das Geheimnis gelüftet und „Q“ enttarnt. Der Journalist Cullun Hoback hat zuvor drei Jahre lang für die Doku-Serie „Q: Into the Storm“ recherchiert.

TV-Serie über QAnon: Wer von den Trump-Fanatikern sich hinter „Q“ verbirgt ist in den USA ein Rätsel

Es klingt wie ein Krimi: Nach „M - eine Stadt sucht einen Mörder“ und „Mister X“ bei Scotland Yard hat der TV-Sender womöglich eine andere Unbekannte aufgedeckt: „Q“. Anführer, Drahtzieher und Guru der seit 2017 in den USA agierenden Verschwörungstheoretiker:innen Qanon. Weil „Q“ nur anonym in der digitalen Welt auf der Plattform „8chan“ aktiv ist, ist seine Identität ein gut behütetes Geheimnis. „Anon“ steht für anonym.

„Q“ ist ein Internet-Pseudonym und anonymer Drahtzieher von QAnon. Seine Identität soll gelüftet worden sein.

„Q“ ist also das Pseudonym eines höchstwahrscheinlich Verrückten, der dennoch oder deshalb Millionen Menschen von einer kuriosen Verschwörungstheorie überzeugen konnte. Anhänger:innen von QAnon haben mit seiner Überzeugung Anfang Januar versucht, gewaltsam das höchste politische Parlament der USA zu übernehmen und das US-Kapitol gestürmt. Die QAnon-Anhänger:innen sind auch Fans von Donald Trump.

Die TV-Serie hat dadurch nochmal an Brisanz gewonnen. Die QAnon-Anhänger wollten Donald Trumps vermeintlich von Joe Biden gestohlenen Wahlsieg rächen. „Q“ selbst wiederum behauptet, ein hochrangiger Angestellter der US-Regierung zu sein, der Zugang zu geheimen Informationen habe auf denen seine Theorien beruhen. Aber es ist nicht einmal sicher, ob „Q“ überhaupt nur eine einzelne Person ist.

QAnon sorgt nicht nur in den USA für Furore. Die Gruppe sieht Donald Trump als Retter Amerikas an. Millionen „Mitglieder“ glauben, sie leben in einem sogenannten „Deep State“, einem Staat im Staat, in dem extreme Machtstrukturen herrschen und elitäre Anführer - wie die Demokraten - ihren eignen Gesetzen nicht folgen. Donald Trump habe das erkannt und kämpfe dagegen an. Diesem Thema nimmt sich die TV-Serie von HBO auch aus sozialwissenschaftlicher Sicht an.

„Q hat mich geschickt“, steht auf einem Foto einer Demonstrantin. Für Millionen QAnon-Anhänger:innen ist „Q“ wie ein Guru.

TV-Serie: Verschwörungsbewegung QAnon glauben Trump rette USA vor kannibalistischen Demokraten

QAnon-Anhänger:innen glauben unter anderem, eine weltweit aktive Elite würde Kinder entführen und wolle aus ihrem Blut ein Mittel extrahieren, das verjüngend wirkt. Ganz vorne mit dabei sollen hochrangige Mitglieder der Demokraten sein. Erstmals sind diese Fake News als „Pizzagate“-Affäre während des Wahlkampfes 2016 aufgetaucht, in der es hieß, Hilary Clinton und Barack Obama seien Teil eines internationalen Kinderhandel-Rings, der in der „Comet Ping Pong“-Pizzaria in Washington die Minderjährigen gefangen hält.

Die Verschwörungstheorien klingen so absurd, dass es lächerlich und lustig wäre – wenn QAnon nicht so beliebt und gefährlich wäre: Im Dezember 2016 drang ein bewaffneter Mann in die besagte Pizzeria ein, um die angeblich dort festgehaltenen und missbrauchten Kinder im Keller zu befreien. Die Verschwörung hat Millionen Anhänger:innen, die alle offenbar nicht davon ausgehen, in einem demokratischen Land zu leben. Der bisherige Tiefpunkt war Anfang Januar, als eine große Gruppe QAnon-Anhänger:innen mit Gewalt das US-Kapitol erstürmt hat, um Donald Trumps Präsidentschaft zu erhalten. Es wurde randaliert und es gab Tote. Der Titel der TV-Serie „Q: Into the Storm“ spielt darauf an.

Aus Digital wurde Analog: Mit diesen Bildern schrieben QAnon amerikanische Geschichte.

TV-Serie zeigt: QAnon hat Millionen Fans in den USA, darunter auch viele einflussreiche Republikaner

Denn „Q“ und QAnon schafften es innerhalb weniger Jahre nicht nur Millionen Anhänger:innen zu überzeugen. Sie bekamen bald auch große Aufmerksamkeit von Persönlichkeiten aus dem rechten Flügel der Republikaner, wie den ehemaligen Offizier Michael Flynn, der unter Trump Nationaler Sicherheitsberater war und Steve Bannon, der als Trumps politischer Berater agierte. Außerdem Donald Trump selbst, der anfing, Q-Memes zu reposten und Q-Phrasen in seine Reden einbaute, um seinen Anhänger:innen zu gefallen und ihnen einzuheizen.

Außerdem bekannten sich zwei aktuelle Abgeordnete im Repräsentant:innenhaus, die Republikanerinnen Laruen Boebert und Marjorie Taylor Green, zu QAnon. Letztere wird Anfang April bei einem „Rettet-Amerika-Gipfel“ sprechen, für den sich Trump-Fans in seinem Luxus-Golf-Ressort „Trump National Dorial“ in Miami einbuchen können.

Die Abgeordnete Marjorie Taylor Green - hier bei einer Rede vor dem Kapitol - bekennt sich öffentlich zu QAnon.

QAnon, dogmatische Trump-Fans und Kapitol-Sturm: TV-Serie zeigt „dunkle Ecke in der Geschichte der USA“

In der TV-Doku „Q: Into the storm“ dreht sich vieles um die Internetplattformen „8chan“ und „4chan“, auf denen anonym Inhalte geteilt werden können - und „Q“ seine immer populärer werdenden „QDrops“ veröffentlicht. Die HBO-Serie spricht mit vielen Anhängern, Experten und Drahtziehern der trumpnahen QAnon-Bewegung. Viele von ihnen haben selbst sonderbare, krude Charakterzüge und sind schwer einzuschätzen. Da die TV-Serie noch nicht gestartet hat, ist noch nicht bekannt, welche Person verdächtig scheint, hinter dem Pseudonym „Q“ zu sein.

Klar ist aber, dass aus der rechtsextremen Verschwörungstheoretiker:innen eine bedrohliche Bewegung geworden ist und die TV-Serie „eine der dunkelsten Ecken der zeitgenössischen Geschichte des amerikanischen Lebens“ beleuchtet, wie die US-Nachrichtenseite Daily Beast festhält.

Rubriklistenbild: © Stephanie Keith/afp

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