Brasilien

Proteste gegen Abtreibung

Ein Vergewaltigungsfall spaltet Brasilien. Ein Mädchen trieb ab, nachdem sie von ihrem Onkel vergewaltigt worden war.

Die legale Abtreibung bei einem zehnjährigen Mädchen, das von seinem Onkel vergewaltigt worden war, hat in Brasilien eine Kontroverse ausgelöst. Wie brasilianische Medien am Montag berichteten, forderte die Justiz des Bundesstaats Espírito Santo soziale Netzwerke dazu auf, Veröffentlichungen über das Mädchen zu löschen. Nach brasilianischem Gesetz ist ein Schwangerschaftsabbruch nach einer Vergewaltigung und bei Gefahr für das Leben der Mutter erlaubt. Solche Fälle werden für gewöhnlich unter Stillschweigen behandelt. Die Daten des vergewaltigten Mädchens gelangten aber an die Öffentlichkeit. Gegen den Onkel wurde Haftbefehl angeordnet, er ist auf der Flucht.

Frauen- und Familienministerin Damares Alves bedauerte auf Facebook die Entscheidung der Justiz, dem Mädchen das Recht auf Abtreibung zuzugestehen. Die rechte Aktivistin Sara Winter veröffentlichte den Namen des Mädchens und des Krankenhauses. Das Mädchen musste in ein Spezialkrankenhaus gebracht werden, nachdem eine Klinik in Espírito Santo den Eingriff abgelehnt hatte. Vor dem Krankenhaus hatten sich Abtreibungsgegner und konservative Politiker versammelt, die den zuständigen Arzt als „Mörder“ bezeichneten. (dpa)

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