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Dannenröder Wald Dannenröder Forst A49 Autobahn Ausbau
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Beim Protest gegen den Ausbau der A49 im Dannenröder Wald ist erneut eine Aktivistin abgestürzt. Eine Demonstrantin gibt Polizisten die Schuld. (Symbolbild)

Widerstand

Protest gegen A49-Ausbau: Erneut Aktivistin aus mehreren Metern Höhe zu Boden gestürzt

  • Joel Schmidt
    VonJoel Schmidt
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  • Rebecca Röhrich
    Rebecca Röhrich
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Bei der Räumung im Dannenröder Forst kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und der Polizei. Dabei stürzt erneut eine Aktivistin ab.

  • Nach einer Woche Räumung ziehen die Aktivist:innen im Dannenröder Forst eine erste Bilanz.
  • Bereits zwei von elf Protestcamps in Dannenröder Forst sind geräumt worden.
  • Eine Polizei-Drohne musste in einem Camp notlanden und ist seitdem verschwunden.

Update vom Samstag, 21.11.2020, 12.09 Uhr: Bei den Anti-A49-Protesten im Dannenröder Forst ist am heutigen Samstagmorgen erneut eine Aktivistin aus mehreren Metern Höhe abgestürzt. Eine Frau sei im südlichen Bereich des Waldes von einer Plattform zwischen Bäumen aus vier bis sechs Metern Höhe zu Boden gestürzt, sagte ein Polizeisprecher. Rettungskräfte und ein Notarzt hätten sie versorgt. Die Aktivistin sollte ins Krankenhaus gebracht worden. „Wir haben die Stelle abgesperrt“, ergänzte der Sprecher. Ermittlungen zur Klärung der Absturzsache seien eingeleitet worden. Augenzeugen sollten sich bei der Polizei melden.

Eine Demonstrantin, die ihren Namen nicht nannte, sagte, mehrere Polizeibeamte seien auf ein markiertes Sicherungsseil getreten. „Da stand drauf: ‚Achtung, wenn Sie hier drauftreten, fällt ein Mensch runter‘“, erklärte sie. „Die Polizei ließ das Seil los und dann ist es gerissen.“ Der Polizeisprecher bemerkte dazu, die Details seien zunächst nicht bekannt, sie müssten erst untersucht werden.

Die Aktivist:innen warfen der Polizei wiederholt vor, bei den Räumungen Leben zu gefährden - vor allem, nachdem bereits am 15. November eine Aktivistin von einem hochbeinigen Gestell gestürzt war. Verantwortlich dafür soll laut der Staatsanwaltschaft Gießen ein Polizist gewesen sein, der zuvor ein Seil durchtrennt habe, das mit dem Gestell verbunden gewesen sei. Die Verbindung soll für den Beamten nicht erkennbar gewesen sein. Gegen ihn wird der Staatsanwaltschaft zufolge wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt ermittelt. Den Ermittlern zufolge gibt es keine Hinweise auf ein vorsätzliches Handeln.

Protest gegen A49-Ausbau: Polizeidrohne verschwindet im Dannenröder Wald

Update vom Donnerstag, 19.11.2020, 15:35 Uhr: Die von Protestaktionen begleitete Räumung des Dannenröder Forsts für den Weiterbau der Autobahn 49 setzt sich fort. Eine Sprecherin der protestierenden Umwelt-Aktivist:innen gab an, dass mittlerweile zwei von elf Baumhaus-Camps entfernt wurden.

Am Nachmittag kam es dann zu einem kuriosen Zwischenfall: Aus technischen Gründen musste eine Polizei-Drohne in einem Camps notlanden. Die Polizei sprach die Demonstrierenden auf den Verbleib dieser Drohne an, allerdings gab es von deren Seite keine Antwort darauf. Seitdem gilt diese als verschollen.

Einsatzkräfte im Dannenröder Forst angegriffen

Update vom Mittwoch, 18.11.2020, 21.02 Uhr: Im Konflikt um die Rodungen für den Weiterbau der A49 in Mittelhessen sind Einsatzkräfte nach Polizeiangaben mit Pyrotechnik, Zwillen und Laserpointern angegriffen worden. Die Polizei berichtet, Ausbaugegner hätten sie in der Nacht zum Mittwoch (18.11.2020) im südlichen Dannenröder Forst angegriffen.

Die Beamten setzten nach eigenen Angaben einen Wasserwerfer ein, die Gegner des A49-Ausbaus seien daraufhin wieder in den Wald geflüchtet. Es sei niemand verletzt worden.

Die Einsatzkräfte haben am Mittwoch wieder verbotene Bauten beseitigt, teilt die Polizei weiter mit. Zudem seien Barrikaden auf den Waldwegen entfernt und ausgehobene Gräben und Löcher aufgefüllt worden, um Rettungswege wieder befahrbar zu machen. 52 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verhaftet, es seien zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Konflikt im Dannenröder Wald: Protestierende ziehen erste Bilanz

Update vom Dienstag, 17.11.2020, 19.06 Uhr: Eine Woche nach dem Start der Rodungen im Dannenröder Wald zieht das „Wald-statt-Asphalt“-Bündnis eine erste Bilanz der bisherigen Proteste. So zeigten sich die Aktivist:innen des Bündnisses in einer Pressemitteilung erfreut darüber, dass die Räumungen und Rodungen im Dannenröder Wald „aufgrund des massiven und vielfältigen Widerstands extrem langsam“ vorangingen. Auch stellte Aktivistin Frida Blume klar: „Unsere Proteste werden nicht mit der Rodung aufhören.“

Gleichzeitig bezichtigen die Aktivist:innen, dass Polizei und Waldarbeiter:innen in den vergangenen Tagen wiederholt „gefährlich und unverantwortlich“ gegen die Protestierenden im Dannenröder Wald vorgegangen seien. So beklagen sie in ihrer Mitteilung, dass Fällarbeiten direkt neben besetzen Bäumen und ohne ausreichenden Sicherheitsabstand zu Aktivist:innen, Beobachter:innen und der Polizei durchgeführt würden.

Rodung im Dannenröder Wald: Projektgesellschaft sieht Zeitplan nicht in Gefahr

Indes äußerte ein Sprecher der für die Rodung verantwortlichen Projektgesellschaft „Deges“ gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass man davon ausgehe, den bisherigen Zeitplan einhalten zu können. Das Ziel, die Baumfällarbeiten bis zum Ende der Fällperiode am 28. Februar 2021 abzuschließen, sei aus Sicht der Projektgesellschaft nicht in Gefahr. Zwei Tage nach dem Absturz einer Aktivistin im Dannenröder Wald zeigte sich der Deges-Sprecher zudem besorgt über die Entwicklung des Konflikts. „Was wir in den letzten Tagen mit Sorge sehen, ist, dass sich Menschen in Gefahr begeben. Das tun sie offensichtlich bewusst.“

Die Polizei im Einsatz im Dannenröder Wald.

Konflikt im Dannenröder Wald eskaliert: Polizei berichtet von Zwillenbeschuss

+++17:18 Uhr: Ein Polizeisprecher bestätigt, dass im Verlaufe des Nachmittags im nördlichen Bereich des Dannenröder Waldes Polizeibeamte von einer größeren Gruppe „mit Pyrotechnik und Zwillenbeschuss angegriffen“ worden sei. Dies hatte die Polizei Mittelhessen zuvor bereits bei Twitter vermeldet.

Laut Polizeisprecher sei es dabei auch zu mehreren Festnahmen gekommen. Ob sich unter den Festgenommenen auch die Person befand, die mit der Zwille geschossen haben soll, sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht bekannt. Verletzt wurde bei dem Angriff auf die Polizeibeamten nach Auskunft des Polizeisprechers niemand.

Von den Aktivist:innen im Dannenröder Wald wurde zu den Vorfällen noch keine Stellung bezogen. Auf Twitter sieht sich die Polizei Mittelhessen aufgrund ihres Vorgehens bei der Rodung des Dannenröder Waldes in den vergangenen Tagen hingegen mit einiger Skepsis konfrontiert. So stellen vermehrt Nutzer:innen infrage, ob der gemeldete Angriff mit Zwillen auf die Polizei auch tatsächlich in dieser Form stattgefunden habe.

Schwer gepanzerte Polizeieinheiten bei ihrem Einsatz im Dannenröder Wald.

Konflikt im Dannenröder Wald eskaliert: Polizei schneidet Sicherungsseil durch, U-Haft für Protestierende

+++15:51 Uhr: Wie die Staatsanwaltschaft Gießen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der Polizei schreibt, wurden am Sonntag (15.11.2020) zwei Aktivist:innen aus dem Dannenröder Wald dem Amtsgericht Gießen vorgeführt. Wegen des dringenden Verdachts des Landfriedensbruchs, des tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie der versuchten gefährlichen Körperverletzung, ordnete die Ermittlungsrichterin Untersuchungshaft für beide Aktivist:innen an. Da bei den Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft Gießen Fluchtgefahr bestehe, befänden sich die Aktivist:innen aktuell im Gefängnis.

Einem Mann wird vorgeworfen als Teil einer Gruppe von etwa 40 Personen am Samstagvormittag (14.11.2020) zwei Polizeibeamte „durch gezielte Steinwürfe am Schienbein verletzt“ zu haben. Eine weitere Aktivistin soll bereits am Mittwoch (11.11.2020) „einen faustgroßen Stein gezielt in Richtung des Kopfes eines Polizisten“ geworfen haben. Wie es in der Meldung weiter heißt, sei der Polizist dabei jedoch „glücklicherweise nicht verletzt“ worden. Die beschuldigte Aktivistin sei zunächst unerkannt geblieben und erst am vergangenen Samstag (14.11.2020) von Polizeibeamten beim Einsatz im Dannenröder Wald wiedererkannt und daraufhin festgenommen worden.

Beamte eines Höheninterventionsteams (HIT) des SEK Frankfurt holen einen Aktivisten aus einer Hängematte im Dannenröder Wald.

Proteste im Dannenröder Wald: Aktivist stürzt fünf Meter in die Tiefe

Update vom Montag, 16.11.2020: Wie Akivist:innen über den Kurznachrichtendienst Twitter melden, soll heute (16.11.2020) ein weiterer Mensch bei den Fällarbeiten im Dannenröder Wald fünf Meter tief gestürzt sein. In einem Video berichtet ein Aktivist, dass im nördlichen Teil des Dannenröder Waldes ein Baum gefällt worden sei, obwohl Aktivist:innen die Polizei lautstark darauf hingewiesen hätten, dass in dem besagtem Baum eine Traverse gehangen habe. Weiter heißt es in dem Video, dass die Person in einem der benachbarten Bäume, mit welchem die Traverse verbunden war, glücklicherweise gesichert gewesen sei, „und dadurch nicht auf den Boden gekracht, sondern nur ausgependelt ist“. Die Aktivist:innen werfen der Polizei „fahrlässiges Verhalten“ vor.

Ein Polizeisprecher bestätigt auf Nachfrage, dass im nördlichen Teil des Dannenröder Waldes ein Baum gefällt wurde und spricht davon, dass dabei „gewisse Äste eine Traverse berührt und dadurch zum Schaukeln gebracht“ wurden Zu den genaueren Hintergründen könne die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine Angaben machen. „Faktisch ist dabei aber niemand zu Schaden gekommen“, so das vorläufige Fazit eines Polizeisprechers.

Proteste im Dannenröder Wald: Polizist durchschneidet Sicherungsseil - Aktivistin schwer verletzt

Erstmeldung vom Montag 16.11.2020: Dannenröder Wald - Viel wurde spekuliert, wie es zu dem schweren Zwischenfall am frühen Sonntagmorgen (15.11.2020) im Dannenröder Wald gekommen ist. Bei der Räumung war eine 20-jährige Aktivistin aus mehreren Metern Höhe abgestürzt. Nun steht fest: Ein Polizist hatte das Seil durchtrennt, das die junge Frau in einem sogenannten Tripod in den Bäumen gehalten hatte. Dies melden gemeinsam die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei.

Protest gegen A49-Ausbau im Dannenröder Wald: Polizist trennt eigeninitiativ Seil durch

In einer gemeinsamen Pressemitteilung schildern Staatsanwaltschaft und Polizei die Situation wie folgt. Während der Räumung soll sich ein 40-jähriger Polizist etwa 30 Meter von dem Tripod aufgehalten haben, auf dem sich die junge Frau befand, als er ein Seil auf Kopfhöhe entdeckte. Laut Mitteilung soll dieses Seil weder gekennzeichnet oder mit augenscheinlicher Verbindung mit dem besetzten Tripod gewesen sein. Eine dramatische Fehleinschätzung: Nach aktuellem Erkenntnisstand hat es tatsächlich eine Verknüpfung zwischen Seil und Tripod gegeben.

Schwerer Unfall im Dannenröder Wald: Junge Frau bei Protest gegen A49-Ausbau schwer verletzt

Da der Polizist in dem Seil eine „Falle“ der Aktivist:innen im Dannenröder Wald vermutete, durchtrennte er es kurzerhand. Dies soll eigeninitiativ geschehen sein. In den vergangenen Tagen sollen Aktivisten mehrfach Fallen in Form von Drahtseilen, Nagelbrettern und Nageleimern aufgestellt haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft weiter ausführen.

Die junge Frau fiel aus vier Metern Höhe zu Boden und wurde dabei schwer verletzt. Laut Polizei schwebt sie nicht in Lebensgefahr, musste aber in einer Klinik stationär aufgenommen werden.

Gegen den Polizeibeamten wurde nun ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt eingeleitet. Es liegen laut der Staatsanwaltschaft Gießen keine Hinweise auf ein vorsätzliches Handeln vor.

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