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Früherkennung von Prostatakrebs: Forscher entdecken neue Bakterien als Marker

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Von: Yasina Hipp

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Prostata auf Bildschirm.
Bei 22 Prozent der Krebserkrankungen bei deutschen Männern ist die Prostata betroffen. © picture alliance/dpa/Axel Heimken

Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Ein Forscher-Team entdeckt nun neue Bakterienarten, die bei der Früherkennung helfen könnten.

Norwich - Mit rund 22 Prozent macht der Prostatakrebs nahezu ein Viertel aller Krebserkrankungen bei Männern in Deutschland aus. Auch weltweit ist diese Art von Krebs weit verbreitet. Jährlich sterben etwa 250.000 Männer an dem bösartigem Tumor. Dabei steigt die Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs zu erkranken mit dem Alter. Nach Angaben der Stiftung Deutsche Krebshilfe steigt das Risiko zudem, wenn es bereits Fälle vor allem bei „erstgradigen“ Verwandten in der Familie gab. Zur Früherkennung haben Männer ab 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf eine Tastuntersuchung der Prostata. Diese Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Nicht übernommen aber empfohlen wird auch eine Blutuntersuchung, der so genannte PSA-Test. Forscher in England entdeckten nun vier neue Bakterienarten die ebenfalls bei der Früherkennung helfen könnten.

Prostatakrebs: Studie aus England mit neuen Erkenntnissen

Ein Forscher-Team aus Großbritannien veröffentlichte im Fachmagazin „European Urology Oncology“ die Studie mit dem Namen „Mikrobiome von Urin und Prostata sind mit menschlichen Prostatakrebs-Risikogruppen verbunden“. Die Haupterkenntnis der britischen Wissenschaftler: Bakterien im Urin und in der Prostata können als potenzielle prognostische Marker fungieren.  In Verbindung mit Daten aus anderen Studien soll dies einen Ausgangspunkt für künftige Untersuchungen zur Rolle von Bakterien in der Entwicklung von Prostatakrebs bilden.

Prostatakrebs: Existenz eines Prostata-Urin-Kreislaufs möglicherweise bestätigt

In der Studie untersuchte das Forscher-Team den Urin und Prostatasekrete von 215 Patienten die bereits an Prostatakrebs erkrankt sind. „Von der Prostata abgesondertes Material erscheint im Urin, und der Rückfluss von Urin in die Prostata ist gut belegt, was die Existenz eines Prostata-Urin-Kreislaufs unterstützt“, so begründen die Forscher ihr Vorgehen. Mithilfe einer DNA-Extraktion wurden dann im nächsten Schritt mehrere Bakteriengattungen und -arten nachgewiesen. Bei vier davon konnte keine Übereinstimmung mit bisher bekannten Bakterienarten erzielt werden. Das Team konstatierte, dass „große Bakterienansammlungen im Urin ebenfalls signifikant mit einem erhöhten Prostatakrebsrisiko in Verbindung gebracht“ werden können. Von ihren Erkenntnissen erhoffen sich die Wissenschaftler, rund um Dr. Rachel Hurst, möglicherweise neue Behandlungsmöglichkeiten anstoßen zu können.

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