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Britisches Königshaus

Diana-Interview in der BBC: Sender gerät zunehmend unter Druck

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
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Nach einer Untersuchung der Hintergründe des Interviews von BBC-Reporter Martin Bashir mit Prinzessin Diana entschuldigt sich der Sender beim britischen Könighaus.

Update vom 24.05.2021, 13.30 Uhr: Die BBC gerät nach den Enthüllungen um das legendäre Diana-Interview zunehmend unter Druck durch die Regierung. Kulturminister Oliver Dowden bezichtigte die britische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt der Arroganz und forderte einen kulturellen Wandel. „Die BBC muss jetzt rasch handeln, um das Vertrauen wiederherzustellen, und sie muss dem Land versichern, dass sie alle anderen Bereiche beleuchtet, in denen sie die hohen Standards nicht erfüllt, die wir zu Recht von ihr erwarten“, schrieb Dowden in einem Gastbeitrag in der „Times“ am Montag (24.05.2021).

Aus einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Untersuchungsbericht war hervorgegangen, dass ein BBC-Reporter gefälschte Dokumente eingesetzt hatte, um Zugang zu Prinzessin Diana für das aufsehenerregende Interview aus dem Jahr 1995 zu erhalten. Fingierte Kontoauszüge sollten beweisen, dass Diana von Menschen in ihrem Umfeld bespitzelt wurde. Später hatte die BBC das Fehlverhalten vertuscht.

Prinzessin Diana mit damals noch-Ehemann Charles und den Söhnen Harry und William bei einer Gedenkfeier in London im Sommer 1995.

Prinz William: BBC trägt Schuld an „Furcht, Paranoia und Isolation“ seiner Mutter Diana

Erstmeldung vom 21.05.2021: London – Noch nie hatte ein Mitglied der Royal Family so offen gesprochen wie Prinzessin Diana vor den Kameras der BBC. Im Interview mit Reporter Martin Bashir ging es um ihre Essstörung, die unglückliche Ehe zu Prinz Charles und die jeweiligen Affären. Eine Spitze gegen das Verhältnis ihres im Jahr 1995 noch-Ehemannes zu seiner ehemaligen Geliebten und heutigen zweiten Ehefrau Camilla blieb besonders im kollektiven Gedächtnis hängen: „Wir waren zu dritt in dieser Ehe“ hatte Diana damals unverblümt zugegeben – für das britische Königshaus war das ein Eklat.

Für Prinzessin Diana brachte das Interview große Sympathien in der Öffentlichkeit, allerdings auch großen Druck durch Reporter und Paparazzi, denen letztlich auch eine Mitschuld an ihrem Unfalltod keine zwei Jahre nach dem Interview gegeben wird. Das Interview soll außerdem damals den Ausschlag gegeben haben, dass die noch heute regierende Königin Elizabeth II. das Thronfolgerpaar zur Scheidung aufrief. Die Ehe von Diana und Charles endete offiziell im Juli 1996.

Gefälschte Kontoauszüge: BBC-Interview mit Prinzessin Diana war laut Untersuchungsbericht erschlichen

Nach einer ausgiebigen Untersuchung der Umstände, wie es zu dem Interview gekommen war, mussten sich nun Reporter Bashir sowie der Sender BBC beim britischen Königshaus und den Hinterbliebenen von Prinzessin Diana entschuldigen. Der Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, dass das Vorgehen des Reporters „hinterlistig“ gewesen sei, weil Bashir, der über Dianas Bruder Earl Spencer Kontakt aufgenommen hatte, mit gefälschten Kontoauszügen falsche Tatsachen vorgetäuscht hatte. Die Kontoauszüge sollten beweisen, dass am britischen Königshaus Mitarbeiter für das Ausspionieren der Prinzessin bezahlt worden wären.

Der zuständige Richter bezeichnete diese Vorgehensweise nun als „entgegen aller Richtlinien der BBC“. Die Tatsache, dass der Sender im Folgejahr noch versucht hätte, die Umstände des Interviews zu vertuschen, sei fern von den „hohen Standards in Sachen Integrität und Transparenz, denen sich der Sender verschrieben hat“.

Prinzessin Dianas Söhne erheben Vorwürfe gegen die BBC

Auch Mitglieder der Königsfamilie haben sich nach Bekanntwerden der Untersuchungsergebnisse inzwischen zu Wort gemeldet: Prinz William etwa beschuldigte den Sender nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP, dass das Versagen des Senders in seiner Aufsichtsfunktion habe zu der „Furcht, Paranoia und Isolation“ seiner Mutter in ihren letzten Lebensjahren „wesentlich beigetragen“ hätte. Er forderte, dass das BBC-Interview von Prinzessin Diana, deren Aussagen durch die Hinterlistigkeit des Reporters beeinflusst worden seien, niemals wieder ausgestrahlt werden dürfe.

In diesem Punkt einig: Die Prinzen William und Harry – hier bei der Beerdigung ihres Großvaters Prinz Philip – kritisieren die BBC für ihr Vorgehen in Sachen Diana-Interview.

Der jüngste Sohn von Prinzessin Diana, Prinz Harry, der Anfang 2020 mit Ehefrau Meghan in die USA ausgewandert ist und sich zuletzt mehrfach kritisch gegenüber das britischen Königshauses geäußert hatte, betonte, dass die betrügerischen Praktiken des Journalisten Martin Bashir beim Zustandekommen des Interviews eine Rolle beim Tod seiner Mutter gespielt hätten: „Der wellenartige Effekt einer Kultur der Ausbeutung und unethischen Praktiken hat letztlich ihr Leben genommen.“ (Sandra Kathe)

Rubriklistenbild: © Johnny Eggitt/dpa

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