Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Prinz Charles
+
Gibt es in dem Umfeld von Prinz Charles einen Korruptionsskandal? (Archivbild)

Britisches Königshaus

Prinz Charles: Mitarbeiter soll Ritterschlag gegen Geld vermittelt haben

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
    schließen

Ein enger Mitarbeiter von Prinz Charles soll einem saudischen Großspender angeboten haben, einen Ehrentitel zu organisieren.

London – Er soll einem Großspender aus Saudi-Arabien geholfen haben, einen Ehrentitel zu bekommen: Nun lässt ein enger Mitarbeiter von Prinz Charles aus dem Vereinigten Königreich sein Amt als Chef einer Wohltätigkeitsorganisation ruhen.

Der Geschäftsmann Mahfus Marai Mubarak hatte mindestens 1,5 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 1,75 Millionen Euro) für Projekte der Prince’s Foundation gespendet und war im November 2016 in einer privaten Zeremonie vom Thronfolger als CBE (Commander of the Most Excellent Order of the British Empire) ehrenhalber ausgezeichnet worden.

Prinz Charles: Mitarbeiter soll gegen Geld Titel vermittelt haben

Die britischen Zeitungen Sunday Times und die Mail on Sunday berichteten nun, der Stiftungschef Michael Fawcett habe Beratern von Mahfus zugesichert, dass er und andere Mitarbeiter von Charles dabei helfen würden, eine Ehrung zu sichern. Der Mail zufolge soll Fawcett anschließend auch Unterstützung dabei versprochen haben, dass Mahfus einen noch höheren Orden, den mit einem Ritterschlag verbundenen Titel KBE (Knight Commander), sowie die britische Staatsangehörigkeit erhält.

Auf einem Schloss in Schottland, einer Residenz von Charles, die früher der Mutter von Queen Elizabeth II. gehörte, ist auch ein Waldstück nach Mahfus benannt.

Korruption im Umfeld von Prinz Charles? Untersuchung eingeleitet

Ein Sprecher von Mahfus sagte den Zeitungen, der Großspender habe keinen Einfluss auf die Entscheidung genommen und keine Gegenleistung erwartet. Die Prince‘s Foundation leitete eine Untersuchung ein. „Michael Fawcett hat angeboten, vorübergehend von seinen Aufgaben als Chef der Prince‘s Foundation zurückzutreten, solange die Untersuchung andauert. Die Prince‘s Foundation hat dieses Angebot angenommen. Michael Fawcett unterstützt die laufenden Ermittlungen voll und ganz“, sagte der Vorsitzende Douglas Connell gegenüber der Mail on Sunday.

Medienberichte zufolge soll Emily Cherrington, ein hochrangiger Manager der Organisation, übergangsweise die Leitung übernehmen. „Die Prince‘s Foundation nimmt die Anschuldigungen, die kürzlich bekannt wurden, sehr ernst und die Angelegenheit wird derzeit untersucht“, sagte ein Sprecher der Stiftung. Trotz des Vorfalls sei man „unglaublich stolz“ auf die Wohltätigkeitsarbeit und die positiven Auswirkungen der Prince‘s Foundation auf das Vereinigte Königreich und die ganze Welt. „Insbesondere unsere Aus- und Weiterbildungsprogramme kommen jährlich mehr als 15.000 Menschen zugute“, so der Sprecher.

Michael Fawcett

Fawcett war der Kammerdiener von Prinz Charles

Fawcett war seit 1981 in Diensten des Palasts und arbeitete sich bis zum Kammerdiener des ältesten Queen-Sohns hoch. 2003 wurde er von Vorwürfen freigesprochen, dass er beim Verkauf royaler Geschenke einen Anteil in die eigene Tasche gesteckt haben soll. Er trat dennoch zurück, auch weil der Untersuchungsbericht sein Verhalten im Palast kritisierte. Allerdings blieb er ein enger Vertrauter von Charles und arbeitete weiter als dessen Eventmanager. 2018 wurde zum Chef der Prince‘s Foundation ernannt.

Für die Wohltätigkeitsorganisation ist es bereits der zweite schwere Vorwurf innerhalb kurzer Zeit. So räumte ein wichtiger Spendensammler jüngst ein, fünf Prozent Kommission erhalten zu haben. Zugleich betonte er, es handle sich um einen normalen Vorgang. (tvd/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare