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Prinz Charles besucht Ruanda: Wer nicht ins Hochglanzbild passt, kommt in Haft

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Von: Moritz Serif

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Straßenjungen, Verkäuferinnen und Taxifahrer werden in Haftzentren gesteckt, wenn sie sich beim Besuch von Charles und Camilla in der Stadt aufhalten.

Kigali - Seit drei Tagen sind Prinz Charles und Herzogin Camilla in Ruanda. In der Hauptstadt Kigali steht der Commonwealth-Gipfel auf dem Programm. Die Stadt gleicht in diesen Tagen einer Spielzeugstadt - alles ist auf Hochglanz für den Besuch der britischen Royals getrimmt. Doch nicht alle sind erwünscht.

Wie Der Spiegel berichtet, kommen jene Menschen in Haft, die nicht in dieses Bild passen. „Wegen des Commonwealth-Gipfels fahren sie wieder rum und die Leute verschwinden über Monate“, erzählt der Straßenjunge Julien dem Medium. „Uns wird gesagt, sie wollen nur ordentlich angezogene Leute sehen. Aber woher soll ich denn ordentliche Klamotten bekommen?“, fragt er.

Charles und Camilla in Ruanda: Straßenverkäuferinnen sollen zu Hause bleiben

Nicht nur Julien ist betroffen. Auch Taxifahrer, die Motorrad fahren, müssen aufpassen. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, dass ihnen gesagt wurde, dass sie zu Hause bleiben sollten. Straßenverkäuferinnen wurde Geld angeboten, um nicht in die Stadt zu kommen.

Prinz Charles und Herzogin Camilla in Ruanda
Prinz Charles und Herzogin Camilla beim Besuch in Ruanda. © picture alliance/dpa/AP

„Menschen, die sich nicht daran halten, landen in Haft. Im Vorfeld des Commonwealth-Gipfels wurden die Unerwünschten wieder einmal weggefangen und in Haftzentren gesteckt, es ist immer dasselbe Muster. Die Teilnehmer des Gipfels sollten wissen, was hinter den Kulissen geschieht, sie sollten es verurteilen. Sonst machen sie sich mitschuldig“, sagt Lewis Mudge von Human Rights Watch. (mse)

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