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Prinz Andrew, Herzog von York, vor der Beisetzung von Prinz Philip auf Schloss Windsor.
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Prinz Andrew steht unter Druck.

Giuffre gegen Andrew

Prinz Andrew: Was steht in den geheimen Gerichtsdokumenten?

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Virginia Giuffre wirft Prinz Andrew Missbrauch vor. Doch sein Anwalt erklärt, eine Rechtsvereinbarung befreie seinen Mandanten von Ansprüchen. Diese bleibt weiter geheim.

New York - Prinz Andrew ist das schwarze Schaf des britischen Königshauses. Das will was heißen, immerhin haben die Royals rund um die Queen in den vergangenen Jahrzehnten schon einige Skandale hinter sich gebracht. Doch die Vorwürfe gegen den Sohn von Königin Elizabeth II. sind noch einmal von einem anderen Kaliber.

Immerhin geht es um nicht weniger als die Frage, ob Prinz Andrew eine Minderjährige missbraucht hat. „Es ist längst an der Zeit, dass er zur Rechenschaft gezogen wird“, heißt es in der im August 2021 eingereichten Klageschrift der US-Amerikanerin Virginia Giuffre. Darin wirft sie Andrew sexuelle Nötigung einer Minderjährigen vor. Prinz Andrew bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Virginia Giuffre wirft Prinz Andrew Missbrauch vor

Kennengelernt hat Andrew die 17-Jährige demnach durch seinen Freund Jeffrey Epstein. Damit ist ein Name gefallen, an den sich viele Männer nicht mehr so recht erinnern können oder wollen. Der umtriebige US-Milliardär hatte sich 2019 im Alter von 66 Jahren in einem Gefängnis in Manhattan das Leben genommen. Ihm war vorgeworfen worden, minderjährige Mädchen zur Prostitution gezwungen zu haben. Außer Prinz Andrew gehörten ganz offenbar auch andere Promis zu Epsteins engen Vertrauten. In der Netflix-Doku „Jeffrey Epstein: Stinkreich“ werden unter anderem Donald Trump, Bill Clinton, Harvey Weinstein, Kevin Spacey und Woody Allen genannt.

Spannend dabei ist, dass die Genannten den Kontakt zu Epstein auch dann nicht abbrachen, als dieser bereits einmal wegen Prostitution Minderjähriger verurteilt worden war. In einem BBC-Interview aus dem November 2019 fiel Andrew nicht viel mehr dazu ein, als seine fortdauernde Freundschaft mit Epstein als „für ein Mitglied der königlichen Familie nicht geziemend“ und „enttäuschend“ zu bezeichnen. Mitgefühl für die Opfer zeigte Andrew damals nicht. Der Publizist Mark Borowski nannte das Interview hinterher einen „Autounfall in Zeitlupe“.

Rechtsvereinbarung soll Prinz Andrew vor einer Klage schützen

Der Fall zieht noch immer seine Kreise. Nun entschied der New Yorker Richter Lewis Kaplan, dass eine eventuell entscheidende Rechtsvereinbarung aus dem Jahr 2009 weiter geheim bleiben darf. Anwalt Andrew Brettler, der den Prinzen in den USA vertritt, hatte zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt.

Der damalige Vergleich wurde zwischen Giuffre und Epstein geschlossen. Demnach verpflichtet sich Giuffre, niemand außer Epstein zu verklagen. Diese Vereinbarung schützt den Prinzen nach Angaben seines Anwalts vor jeglicher Klage in den USA.

Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew: Rechtsvereinbarung darf geheim bleiben

Warum aber sollen die Dokumente unter Verschluss bleiben? Brettler erklärte, weder der Prinz noch die Klägerin behaupteten, dass die Rechtsvereinbarung versiegelt bleiben müsse. Sie hätten aber darum gebeten, dass sie geheim bleibe, weil sie der Schutzverfügung einer Richterin unterliege, die einen Zivilprozess in New York leite. 

Richter Lewis Kaplan schien aber die Parteien zu drängen, Richterin Loretta Preska zu bitten, das Dokument freizugeben. Er erklärte, Preska „könnte einen Antrag auf Genehmigung der Veröffentlichung der Vereinbarung wohlwollend betrachten“. Dies müsse jedoch die Richterin entscheiden.

Eine Anhörung in der Klage von Virginia Giuffre gegen Prinz Andrew ist für nächste Woche geplant. (cs/ap)

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