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Prinz Andrew
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Virginia Giuffre wirft Prinz Andrew vor, sie als minderjähriges Mädchen sexuell missbraucht zu haben. (Archivfoto)

Missbrauchsvorwürfe

Prinz Andrew: Welche Folgen das Maxwell-Urteil haben könnte

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Was bedeutet das Urteil gegen Ghislaine Maxwell für Prinz Andrew? Der Royal soll ebenfalls involviert sein und eine Minderjährige sexuell missbraucht haben.

New York – Am Mittwochabend (Ortszeit, 29.12.2021) haben die Geschworenen eine Entscheidung getroffen: Sie befanden Ghislaine Maxwell, die langjährige Partnerin und Vertraute von Jeffrey Epstein, in fünf von sechs Anklagepunkten für schuldig. In dem seit Ende November laufenden Prozess wurde Maxwell vorgeworfen, als Komplizin Epsteins eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch junger Mädchen gespielt zu haben.

Der Fall schlug in den USA auch deshalb hohe Wellen, weil der schwerreiche Unternehmer Epstein mit Prominenten wie den früheren Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump, Milliardär Bill Gates und Prinz Andrew aus Großbritannien bekannt war. Letzterer könnte nun gehörig unter Druck stehen.

Missbrauchsvorwürfe auch gegen Prinz Andrew

Gegen Prinz Andrew liegt eine zivilrechtliche Klage vor – nämlich von Virginia Roberts Giuffre. Der Duke of York soll mehrmals Sex mit ihr gehabt haben, als sie noch 17 Jahre alt war und als Masseurin von Jeffrey Epstein angeheuert wurde. Prinz Andrew weist die Vorwürfe zurück. Er könne sich nicht daran erinnern, Giuffre jemals getroffen zu haben. Es kursiert allerdings ein Foto, das zeigt, wie Prinz Andrew seinen Arm um die Hüfte des damals minderjährigen Mädchens legt.

Am Prozess gegen Ghislaine Maxwell in New York nahm Giuffre nicht teil. Auch deshalb fand Prinz Andrew kaum Erwähnung, obwohl dessen Name mit hoher Sicherheit im Adressbuch Maxwells aufgeführt ist. Weder ihre Verteidigung noch die Staatsanwaltschaft beriefen Giuffre als Zeugin – was auch Prinz Andrew aus dem Fokus des Prozesses hielt.

Wieso Giuffre, die eigentlich „verfügbar“ war, nicht aufgerufen wurde, ist unklar. Prinz Andrew mit einzubeziehen hätte den Fall allerdings verkomplizieren können. Das liegt beispielsweise daran, dass die Aussagen Giuffres in den vergangenen Jahren als leicht widersprüchlich befunden werden könnten. Die Staatsanwaltschaft würde ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen, sagte Mark Stephens von der Anwaltskanzlei Howard Kennedy der britischen Zeitung The Guardian.

Prozess gegen Ghislaine Maxwell: Prinz Andrew nur am Rande erwähnt

Genau dieses Ziel verfolgen die Anwälte von Prinz Andrew: die Glaubwürdigkeit Giuffres infrage stellen. Das mutmaßliche Opfer selbst behauptet, dass jegliche Diskrepanzen unschuldige Fehler und auf traumatisierende Erfahrungen zurückzuführen seien.

Also wurde Prinz Andrew im Ghislaine-Maxwell-Prozess nur am Rande erwähnt, nämlich als es hieß, der Sohn von Queen Elizabeth II. sei an Bord des „Lolita-Express“ gewesen, Epsteins Privatflugzeug. Die Piloten hätten dort nichts gesehen, was als sexuelle Aktivitäten zu deuten wäre.

„Man kann wohl sagen, dass Prinz Andrew so etwas wie Erleichterung fühlen muss, das Giuffre nicht beim Prozess dabei war“, meint Stephens. „Es distanziert ihn nämlich etwas vom Fall.“ Doch er fügte hinzu, dass es keinen Unterschied mache, falls die Geschworenen Maxwell freigesprochen hätten. Der Ruf des britischen Royals sei durch seine Verbindung zum verurteilten Sexualstrafstäter Jeffrey Epstein ohnehin angeschlagen.

Prinz Andrew: Kommt es zum Prozess? Entscheidung im Januar

Nun muss sich Prinz Andrew auf die nächste Runde des Zivilverfahrens gegen ihn einstellen. Für den 4. Januar 2022 ist eine Anhörung in New York terminiert. Seine Anwälte wollen den Richter Lewis Kaplan überzeugen, die Klage fallen zu lassen. Sie argumentieren, dass die Klägerin überhaupt nicht mehr in den USA wohnt, sondern in Australien.

Aus dem Umfeld von Giuffre hieß es dazu, dass das Team des Duke of York ziemlich „verzweifelt“ sein müsse. Es zeige, dass Prinz Andrew und sein Rechtsteam überhaupt kein Vertrauen in ihre eigenen Argumente hätten, sagte eine anonyme Quelle dem Portal The Daily Beast gegenüber. „Das ist ein ziemlich blödes Argument. Aber sie haben sonst halt wohl nichts.“ Ihre anderen Argumente seien die gleichen, die Ghislaine Maxwells Verteidiger:innen schon benutzt hätten, und zwar erfolglos. Ein Teil der Verteidigung bestand darin, die Erinnerungen und Motive der mutmaßlichen Opfern zu hinterfragen. Prinz Andrew könnte versuchen, den Spieß umzudrehen und Virginia Giuffre zur Schuldigen zu machen.

Sollte es zu einem Prozess kommen, könnte dieser zwischen September und Dezember 2022 beginnen. (lrg)

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