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Reibach bei den Royals

Großbritannien: Prinz Andrew verkauft Geschenk der Queen an umstrittenen Oligarchen

  • VonJan Lucas Frenger
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Prinz Andrew verkauft sein heruntergekommenes Zuhause an einen Oligarchen aus Kasachstan. Der macht das Anwesen platt – jetzt steht dort ein Luxus-Haus.

London – Skandal-Royal Andrew und sein ehemaliges Zuhause Sunninghill sind zurück in den Schlagzeilen. Im Jahr 2007 verkaufte der britische Prinz das Anwesen an den kasachischen Immobilienmogul Timur Kulibayev. Das Pikante daran war jedoch der Preis, für den Andrew das heruntergekommene Haus, das einst ein Hochzeitsgeschenk der Queen an ihn war, verscherbelte. 15 Millionen Pfund überwies Kulibayev Prinz Andrew laut Daily Beast für das verwahrloste Anwesen – damit bezahlte der Immobilienexperte sogar drei Millionen Pfund mehr als gefragt.

Nachdem Andrew das Anwesen zuvor mehrere Jahre lang nicht für den geforderten Preis verkaufen konnte, wurden Gerüchte laut, Kulibayev habe diesen übertriebenen Preis nur bezahlt, um Einfluss in der britischen Elite zu gewinnen. Vorwürfe, die der Royal selbstverständlich zurückwies. Laut ihm demonstrierte der Preis lediglich seine Fähigkeiten als exzellenter Geschäftsmann.

Royal Prinz Andrew verkauft altes Zuhause: Oligarch baut Luxus-Anwesen mit sechs Schlafzimmern

Timur Kulibayev machte das Haus dem Erdboden gleich – es folgten mehrere Jahre Bauarbeiten. Doch jetzt tauchten pikante neue Bilder in der britischen Zeitung Daily Mail auf, die das ehemalige Haus von Prinz Andrew zeigen – das Anwesen des Royals ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die Daily Mail berichtet von insgesamt sechs Schlafzimmer mit dazugehörigem Bad, umfassenden Glasbalkonen, riesigen französischen Türen sowie einem fast 25 Meter langen Pool. Im Erdgeschoss des Gebäudes soll sich zudem ein Fitnessstudio mit Dampf, Eis- und Saunaräumen, ein Spielzimmer sowie ein Gästeschlafzimmer befinden.

Luxus, den sich Timur Kulibayev und seine Frau locker leisten können. Das Vermögen der beiden wird laut Forbes auf jeweils drei Millionen US-Dollar geschätzt. Darüber hinaus ist der Mogul aus Kasachstan dank seiner Frau und Businesspartnerin Dinara (Tochter des ehemaligen kasachischen Präsidenten Nursultan Nazarbayev) politisch bestens vernetzt. Doch wie so oft ist der Immobilienmogul nicht ganz unumstritten. Die britische Tageszeitschrift Financial Times veröffentlichte im Dezember letzten Jahres Ermittlungen, wonach Kulibayev von einem milliardenschweren Pipeline-Projekt durch Zentralasien und China profitierte – seine Anwälte bestreiten die Vorwürfe vehement.

Prinz Andrew: Gänsejagd und Skandale

Doch woher kennen sich Prinz Andrew und der Oligarch? Laut Daily Beast lernten sich die beiden erstmals durch die in Kasachstan geborene Geschäftsfrau Goga Ashkenazi kennen. Die Unterstützerin Prinz Andrews hat insgesamt zwei gemeinsame Kinder mit Timur Kulibayev aus den Jahren 2007 und 2012 – obwohl der Oligarch zu diesem Zeitpunkt bereits mit seiner heutigen Frau Dinara verheiratet war. Ashkenazi betonte in einem Interview mit der Financial Times, dass der überteuerte Preis für Andrews Anwesen lediglich aus guten Manieren zustande gekommen sei. „Ich habe die beiden einander vorgestellt, na und? Ich bin keine Maklerin. Diese ganzen Spekulationen wegen des Preises – ich glaube, sie wollten einfach nicht mit einem Royal feilschen.“

Andrews Freundschaft zu Kulibayev führte schließlich auch zur Bekanntmachung mit dem damaligen Präsidenten Kasachstans Nursultan Narzabayev – mit dem der britische Royal in den darauffolgenden Jahren Berichten zufolge häufig auf Gänsejagd ging. Ein Zeitvertreib, der sich zum Glück wunderbar mit Prinz Andrews damaliger Position als wandernder Botschafter des britischen Handels vereinbaren ließ. Die nachgewiesenen Verbindungen zum verstorbenen Skandal-US-Investmentbanker Jeffrey Epstein zwangen Prinz Andrew jedoch dazu, seine politische Rolle aufzugeben.

Prinz Andrew verkaufte ein Hochzeitsgeschenk der Queen an einen Oligarchen – der verwandelte das verwahrloste Anwesen in einen Luxus-Komplex. (Symbolbild)

Britischer Royal Prinz Andrew: Beziehungen nach Kasachstan für Millionendeals

Doch damit nicht genug der Skandale: 2016 veröffentlichte die Daily Mail zudem Hinweise darauf, dass Andrew seine guten Beziehungen zur kasachischen Elite ausnutzen wollte, um richtig abzusahnen – dem Bericht zufolge sollen dem Royal beinahe vier Millionen Pfund an Provision gewunken haben, als er einer griechischen Abwasserfirma zu einem Deal in Kasachstan verhelfen wollte.

NamePrinz Andrew Albert Christian Edward
TitelDuke of York
Geboren19. Februar 1960
HerkunftGroßbritannien
Rangfolge in der royalen FamilieDrittes Kind von Queen Elizabeth II und Prinz Philip

Seitdem ist der Skandal-behaftete Royal schwer in Ungnade gefallen – er verlor seine öffentliche Finanzierung, wurde aus dem Büro im Buckingham Palace geworfen und büßte obendrein seine Schirmherrschaften ein. Angesichts dieser Umstände wäre es Timur Kulibayev sicherlich nicht zu verdenken, sollte Prinz Andrews Einladung zur Einweihung des neuen Anwesens ganz zufällig verloren gehen. (Jan Lucas Frenger)

Rubriklistenbild: © dpa/Swen Pförtner

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