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Die meisten Wisente leben in Deutschland in Tierparks, wie dieses hier in der Wiesbadener Fasanerie.

Rechtsstreit

Posse um Zukunft Deutschlands einziger freier Wisentherde geht weiter

Darf Deutschlands einzige freilebende Wisentherde in den Wäldern leben? Waldbauern wehren sich gegen die Tiere, der BGH verweist den Fall zurück.

Der erbitterte Streit um die Zukunft der einzigen freilebenden Wisentherde in Deutschland geht in die nächste Runde. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe entschied zwar am Freitag, dass der verantwortliche Artenschutzverein den klagenden Waldbauern sämtliche Schäden an ihren Bäumen ersetzen muss. Unabhängig davon halten es die obersten Zivilrichter aber für möglich, dass der Naturschutz die Kläger grundsätzlich zur Duldung der Wisente verpflichtet. Ob die Voraussetzungen vorliegen, muss nun das Oberlandesgericht Hamm klären (Az. V ZR 175/17 u.a.).

Die Wisente waren 2013 aus einem Gehege bei Bad Berleburg bei Siegen freigelassen worden. Seither haben sie ihr Revier im Rothaargebirge deutlich ausgeweitet. Den Waldbauern sind die mächtigen Wildrinder ein Dorn im Auge, weil sie den geschützten Rotbuchen die Rinde abfressen. Einen Entschädigungsfonds gibt es schon. Die Forstwirte wollen die Wisente aber gar nicht in ihren Wäldern haben. Sie klagen deshalb gegen den Trägerverein des von Bund und Land geförderten Artenschutzprojekts, das die lange Zeit ausgerotteten Tiere in Deutschland wieder heimisch machen soll. (dpa)

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