Nach wochenlangen Ausschreitungen

Proteste in Portland: 1.000 bewaffnete Trump-Unterstützer sammeln sich vor der Stadt

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Unter den Trump-Fans, die sich in Oregon versammeln, befinden sich rechtsextreme Gruppen, Verschwörungstheoretiker und Familien mit Kindern.

  • In Nähe der US-Stadt Portland haben rund 1000 Anhänger von Donald Trump demonstriert.
  • Unter den Demonstrierenden waren bewaffnete Rechtsextreme und Verschwörungsideologen.
  • US-Präsident Donald Trump bestärkt seine Unterstützer trotz anhaltender Gewalt.

Rund 1000 Unterstützer von US-Präsident Donald Trump haben sich am Montag im Bundesstaat Oregon getroffen. Ziel war laut Organisatoren eine „Machtdemonstration“ in der nahegelegenen Stadt Portland.

Kundgebung bei Portland soll Unterstützung für US-Präsident Trump zeigen

Wie die Washinton Post berichtet, sammelten sich die Unterstützer mit Fahrzeugen und Waffen, um dann durch die Vorstädte von Portland zu fahren. Die „Oregon For Trump 2020 Labor Day Cruise Rally” sollte die Unterstützung für US-Präsident Donald Trump bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen zeigen, nachdem es in Portland seit über drei Monaten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei sowie zwischen Demonstranten und Pro-Trump-Gegendemonstranten gekommen war.

Fans von Donald Trump sammeln sich nahe Portland - darunter auch die „Proud Boys“

Ebenfalls Teil der Gruppe waren Familien mit kleinen Kindern und Unterstützer der Verschwörungsideologie „QAnon“. Einige gaben sich selbst als Mitglieder der rechtsextremen Proud Boys“ aus. Nach Angaben der Washington Post waren einige der Protestierenden mit Gewehren, Pistolen, Keulen und Messern bewaffnet. Es soll zu einer kleineren Auseinandersetzung mit Gegnern der Pro-Trump-Kundgebung gekommen sein, als Trump-Unterstützer eine Gruppe der Gegner verfolgten und mindestens eine Person zu Boden schlugen.

Die Organisatoren der Pro-Trump-Kundgebung schrieben auf Facebook, dass sie nicht nach Multnomah County fahren wollten, wo sich Portland befindet, um weitere Auseinandersetzungen zu vermeiden. Bei einer ähnlichen Kundgebung in der vergangenen Woche war Aaron Danielson erschossen worden, ein Unterstützer der Pro-Trump-Bewegung. In der Folge war ein Antifa-Aktivist, der verdächtigt wurde, Danielson erschossen zu haben, bei einem Polizeieinsatz mit mehr als 40 Schüssen in seinem Auto getötet worden.

US-Präsident Donald Trump kritisiert Umgang mit Protesten in Portland

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Kritik an dem Umgang mit den Protesten und an den politischen Verantwortlichen in Portland geäußert. Seiner Ansicht nach sind die „schwachen linksradikalen Demokraten“ schuld, dass die Proteste eskalieren konnten. Außerdem ermutigte er seine Unterstützer, ihre Proteste fortzusetzen.

Die Kundgebung in Portland ist der vorläufige Höhepunkt von seit mehr als 100 Tagen andauernden Protesten. Auslöser der Proteste in Portland, wie auch in vielen anderen Teilen der USA, war der gewaltsame Tod von George Floyd. Der 46-Jährige Schwarze war am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz zu Tode gekommen. (Von Marcel Richters)

Rubriklistenbild: © Nathan Howard / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

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