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Himmelslaternen hatten das Affenhaus des Krefelder Zoos in der Neujahrsnacht in Brand gesetzt.

Brand im Krefelder Zoo

Polizist musste Gorilla erschießen

Das Feuer im Affenhauses des Zoos von Krefeld war laut Ministerium „immens“ belastend für Retter. Ein Polizist musste einen schwer verletzten Gorilla mit einer Maschinenpistole erlegen.

Der Einsatz beim Großbrand im Affenhaus des Krefelder Zoos mit mehr als 30 toten Tieren ist nach einem Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministeriums für die Rettungskräfte und die Mitarbeiter des Zoos emotional „immens“ belastend gewesen. Nach wie vor würden einige Mitarbeiter von der Notfallseelsorge betreut, heißt es in einem schriftlichen Ministeriumsbericht für eine am Donnerstag in Düsseldorf stattfindende Sitzung des Landtagsinnenausschusses.

Besonders belastend sei der Einsatz für einen 34 Jahre alten Polizisten gewesen, der einen schwer verletzten Gorilla mit mehreren Schüssen einer Maschinenpistole töten musste. Dem Bericht zufolge bat der Zoo in der Brandnacht die Polizei zur Hilfe, um Einsatzkräfte vor drohenden Angriffen durch panische verletzte Tiere zu schützen. Aus diesem Grunde seien Polizisten schussbereit mit Maschinenpistolen um das Affenhaus positioniert worden.

Zu der tödlichen Salve auf den verletzten Gorilla kam es demnach, als die Lage eigentlich beruhigt schien. Um 04.40 Uhr habe die Feuerwehr den Brand für gelöscht erklärt, zwei Stunden später hätten Zoomitarbeiter dann darauf hingewiesen, dass womöglich Tiere in dem einsturzgefährdeten Gebäude überlebt haben könnten.

Eine Tierärztin habe daraufhin mit einem bewaffneten Polizisten das Affenhaus betreten. Nach Angaben des Zoos befanden sich dort drei Menschenaffen mit schwersten Verletzungen ohne Überlebenschance. Zwei habe eine Tierärztin einschläfern können, um sie von ihrem Leid zu erlösen – im Ministeriumsbericht war von einem Orang-Utan-Weibchen die Rede.

Bei einem schwer verletzten männlichen Gorilla sei die Überdosis hingegen nicht wirksam gewesen, laut Zoo konnte wegen der Schwere der Brandverletzungen mit großflächigen Hautschäden das Narkotikum nicht seine volle Wirkung entfalten. Deshalb habe der Polizist nach Freigabe seines Vorgesetzten das Tier mit mehreren Schüssen getötet. Mit dem 34 Jahre alten Beamten hätten an den folgenden Tagen mehrere intensive Gespräche zur Verarbeitung stattgefunden.

Den Angaben zufolge war Zoodirektor Wolfgang Dreßen über den Schusseinsatz informiert, zum emotionalen Schutz der beteiligten Tierärztin, Tierpfleger und der Polizei habe er dies aber anders als der Ministeriumsbericht nicht öffentlich gemacht. Die Polizei erklärte, die Polizei sei zur Schussabgabe verpflichtet gewesen, weil sich die Kollegen ansonsten nach dem Tierschutzgesetz strafbar hätten machen können.

Der Ministeriumsbericht fasste auch den aktuellen Ermittlungsstand zu dem Feuer in der Neujahrsnacht zusammen. Demnach ließen drei Frauen insgesamt fünf mit handschriftlichen Wünschen für das neue Jahr beschriftete Himmelsleuchten aufsteigen. Eine dieser Himmelsleuchten sei auf das Affentropenhaus gesunken und dort mit unbekanntem entflammbarem Material in Kontakt gekommen, was zu dem Großfeuer führte.

Wie das Ministerium weiter an den Innenausschuss berichtete, war es seit einem 2009 in Nordrhein-Westfalen verhängten Verbot von Fluglaternen nicht zu nennenswerten Brandereignissen mit solchen gekommen. (dpa)

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