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Demonstration gegen Polizeigewalt und Versammlungsgesetz
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Ein Video auf Twitter zeigt das brutale Vorgehen seitens der Polizei bei einer Verhaftung in Göttingen. Dies könnte eine neue Debatte um Polizeigewalt anheizen. (Archivbild)

Niedersachsen

Polizeigewalt in Deutschland: Video zeigt brutalen Einsatz in Göttingen

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Das Video einer Verhaftung in Göttingen macht bei Twitter die Runde. Es könnte eine neue Debatte um Polizeigewalt in Deutschland entfachen.

Göttingen – Ein Mann wird von vier Polizisten am Boden gehalten und wehrt sich vehement. Pöbelnd, schreiend, zappelnd. Immer wieder schlägt einer der Polizisten dem am Boden liegenden Mann mit der Faust ins Gesicht. Es tropft Blut auf den gepflasterten Boden. Um dem sich gegen seine Festnahme widersetzenden Mann Handschellen anzulegen, platziert einer der Beamten sein Knie auf dem Nacken des Mannes. Szenen, die ein Augenzeuge der Festnahme am frühen Sonntagmorgen (18.07.2021) gegen 6.40 Uhr filmte und das Video des Geschehens am Kornmarkt in der Fußgängerzone in Göttingen prompt auf Twitter veröffentlichte. Aber auch Szenen, die das Potenzial besitzen, die Debatte um Polizeigewalt auch in Deutschland zu entfachen.

Wie die Polizei in Göttingen mitteilte, wurde der 28-jährige, mutmaßlich alkoholisierte Mann bei der Festnahme leicht verletzt und zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Auch einer der Polizisten wurde leicht verletzt und im Krankenhaus behandelt, er kann „bis auf Weiteres keinen Dienst versehen.“

Polizeigewalt in Deutschland? Video von brutaler Festnahme in Göttingen erregt Aufsehen

Der 28-Jährige sei den Beamten bereits im Vorfeld an mehreren Orten in Göttingen „durch verbal aggressives Verhalten und provozierende Gesten gegenüber an ihm vorbeifahrenden Streifenwagen“ aufgefallen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Am Göttinger Kornmarkt stellte er sich schließlich vor das Polizeifahrzeug und hinderte es an der Weiterfahrt. Auf die Aufforderung sich auszuweisen, reagierte der Mann aggressiv und näherte sich laut Polizei mit bedrohlicher Körperhaltung den Beamten.

„Alle Versuche, beruhigend auf ihn einzuwirken, schlugen fehl“, heißt es vonseiten der Polizei. Einer der Polizeibeamten versuchte schließlich, den Randalierer zu überwältigen. Dabei fielen beide auf den Boden, wo sich der Mann weiter „massiv mit Schlägen und Tritten“ wehrte. Infolgedessen wurde eine weitere Funkstreife der Polizei alarmiert, mit deren Hilfe der Mann „überwältigt und gefesselt“ werden konnte. Der genaue Hergang sei laut Polizei bislang „unklar und Bestandteil weiterer Ermittlungen“. Dazu soll auch die Aufnahme von einer Bodycam ausgewertet werden, die einer der beteiligten Polizisten getragen und den Einsatz aufgezeichnet hat. Doch auch zu dem auf Twitter kursierenden Video nahm die Polizei in ihrer Mitteilung Stellung.

Polizeigewalt? Video zeigt laut Polizei Göttingen nur „Teilsequenz des Tathergangs“

Demnach handele es sich bei dem Video, das ein „unbekannter Zeugen mit dem Handy aufgenommen“ und schließlich bei Twitter veröffentlicht hat, „nach erster Bewertung vermutlich um eine Teilsequenz des Tathergangs“. Dennoch: Die Bilder werfen Fragen auf. Denn das Vorgehen der Beamten – insbesondere die Positionierung des Knies eines Beamten auf dem Nacken des Mannes – erinnert doch stark an das aus dem dem Fall George Floyd, der in den USA vor mehr als einem Jahr zu einer Welle der Entrüstung und weltweiten Protesten gegen Polizeigewalt geführt hat. Er gilt als Ursprung der „Black Lives Matter“-Bewegung.

Gegen den 28-jährigen Mann aus Göttingen leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren ein. Unter anderem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und Beleidigung. (yw)

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