Die Polizistin Zeena Ali trägt das Hijab zu ihrer Polizei-Uniform.
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Die 30-jährige Zeena Ali ist die erste muslimische Polizistin in Neuseeland, die ein HIjab trägt.

Neue Uniformen

Polizei in Neuseeland nimmt Hijab als Teil der Uniform auf - und löst hitzige Diskussion aus

  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
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Die neuseeländische Polizei wagt mit einer Reform einen wichtigen Schritt: Muslimische Polizistinnen können von nun an ihren Hijab als Teil der Uniform tragen.

Wellington - Die neuseeländische Polizei nimmt ein weiteres Kleidungsstück in das Repertoire ihrer Uniform auf: den Hijab. Die muslimische Kopfbedeckung (*FR.de berichtete) soll als offizieller Standard der Uniform muslimischen Polizistinnen ermöglichen, ihren Glauben auch bei der Arbeit zu praktizieren. Auf diese Weise sollen mehr muslimische Frauen dazu ermutigt werden, dem Polizeidienst beizutreten. Das Kleidungsstück soll sowohl funktionell als auch mit den religiösen Werten der Muslimas vereinbar sein.

Hijab im Polizeidienst: Meinungen gehen auf Facebook auseinander

Dazu wurden verschiedene Materialien und Stile ausprobiert, um die perfekte Kopfbedeckung für die muslimischen Frauen zu schaffen. Der Hijab soll leicht zum Anlegen sein und dabei die Ausübung ihrer polizeilichen Pflichten nicht stören oder verhindern.

„Wir erkennen den Wert, den verschiedene Perspektiven und Erfahrungen für die Verbesserung unserer Arbeit mit sich bringen.“, heißt es in einer Erklärung der neuseeländischen Polizei. „Wir brauchen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Hintergründen und Erfahrungsstufen. Vielfalt ist unerlässlich, damit wir jetzt und in Zukunft effektiv auf die Bedürfnisse der neuseeländischen Gemeinschaft eingehen können.“ Die Polizei wolle die verschiedenen Gemeinschaften und unterschiedlichen Denkweisen widerspiegeln - so sollen bessere Problemlösungen und Ergebnisse erzielt werden.

Die Reaktionen dazu sind auf Facebook gespalten. Ein User kommentiert beispielsweise: „So geht Integration...nicht. Neuseeland ist natürlich auch ein Staat gegründet durch europäische Migranten, aber die heutige Gesellschaft ist nun mal nicht mehrheitlich muslimisch geprägt.“

Ein anderer User findet: „Das ist eine Frechheit!“. Ein weitere Nutzerin hingegen kommentiert „Wann können Leute endlich verstehen, dass das Hijab weder ein religiöses Symbol noch ein Zeichen von Frauenunterdrückung ist. Ich komme aus einem muslimischen Hintergrund und da kann ich euch 100 pro bestätigen, dass das nicht wahr und eine totale Lüge ist. Hijab ist bei Musliminnen ein Zeichen von Keuschheit, Diskretion und, dass ihre Körper sich selbst gehören und nicht jedem zur Verfügung steht!!.“

Und eine andere Nutzerin schreibt: „Die Argumentation ist total falsch, die die meisten hier an den Tag legen... aufgrund der Tatsache, dass es viele Muslimas gibt, die weltoffen und emanzipiert sind und trotzdem ihren Glauben leben, ist das ein wunderbares Beispiel für Integration und eine Chance für viele Frauen die sonst keine Möglichkeit haben, solche Berufe auszuleben, was die Glaubensfreiheit einschränkt, wenn sie dadurch benachteiligt behandelt werden...“

Neuseeland: 30-Jährige ist erste Muslima mit Hijab bei der Polizei

Kürzlich haben 76 neue Polizisten das Royal New Zealand Police College absolviert. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen sind Frauen. Die 30-jährige Zeena Ali hatte sich nach den islamfeindlichen Terroranschlägen von Christchurch im Jahr 2019* bei der Polizei beworben und gehört auch zu den Absolventen der Polizeiakademie. Sie wird die erste muslimische Polizistin in Neuseeland sein, die den neuen Hijab zu ihrer Uniform trägt. Ali konnte im Vorfeld mehrere der entworfenen Kopftücher ausprobieren bevor das endgültige Design der Uniform beschlossen wurde.

„Es fühlt sich großartig an, den Hijab der neuseeländischen Polizei als Teil meiner Uniform tragen zu können“, sagte Ali dem NZ Herald. „Ich denke, das wird mehr muslimische Frauen motivieren, zur Polizei zu gehen“. *FR.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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