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Messer-Attacke in Hamm: Täter litt unter Verfolgungswahn - Erstes Opfer aus Krankehaus entlassen

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Nach der Messer-Attacke in der Hochschule Hamm-Lippstadt ist ein Opfer gestorben. Drei weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Polizei prüft einen Amok-Verdacht.

Update vom 13. Juni, 13:08 Uhr: An der Hochschule Hamm haben Studierende und Lehrende der getöteten 30-jährigen Lehrbeauftragten gedacht. Am Campus Hamm legten am Montag viele Trauernde Blumen und Kerzen nieder und hielten schweigend inne. Die Stimmung war sehr gedrückt. Einen Tag nach der Messerattacke eines mutmaßlich psychisch Kranken am Freitag war die 30-Jährige aus Essen am Samstag an ihren schweren Verletzungen gestorben.

Die Hochschule Hamm-Lippstadt hatte alle Veranstaltungen und Prüfungen abgesagt. Studierende wie Lehrende nutzten auch das Angebot der Notfallseelsorge, sagte eine Hochschulsprecherin. Bei dem Messerangriff waren auch drei Studierende im Alter von 22 Jahren verletzt worden.

Ein Student sei inzwischen aus der Klinik entlassen worden, bei einer Studentin stehe dies kurz bevor, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das dritte Opfer habe schwere Bauchverletzungen erlitten. Die Ärzte gingen laut Staatsanwaltschaft davon aus, dass die 22-Jährige außer Lebensgefahr sei.

Messer-Attacke in Hamm: Täter litt unter Verfolgungswahn - Er erstatte sogar Anzeige

Update vom 12. Juni, 17.20 Uhr: Im Fall der Messerattacke in Hamm sind mittlerweile nähere Details über den mutmaßlichen Täter bekannt geworden. Der 34-Jährige habe Verfolgungsängste und Wahnvorstellungen gehabt und die Angegriffenen für Mitglieder einer Gruppe gehalten, die ihm nach dem Leben trachte, fasste Staatsanwalt Henner Kruse in Dortmund zusammen. Die Ermittler gehen dennoch davon aus, dass alle vier Opfer Zufallsopfer waren. Anfang April habe der 34-Jährige bereits Anzeige erstattet, weil er sich verfolgt fühlte, teilte Hamms Polizeipräsident Thomas Kubera mit. Der mutmaßliche Täter sei damals sehr offen mit seiner psychischen Krankheit umgegangen. Es habe daraufhin auch eine sogenannte Gefährdungsbewertung gegeben, wobei eine Eigen- und Fremdgefährdung aber ausgeschlossen worden sei.

Erst zwei Tage vor der Tat habe der Mann einen Suizidversuch unternommen und sei deswegen in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden. Am Freitagmittag habe er sich dort selbst entlassen, so Kruse. Die Tatwaffen, zwei Küchenmesser, habe der Mann erst kurz vor der Tat gekauft. „Er ist in die Fachhochschule reingegangen, um die Leute zu töten, die ihm nach dem Leben trachten“, skizzierte Kruse die mögliche Sichtweise des mutmaßlichen Täters.

Hinweise auf einen politischen oder religiösen Tathintergrund gebe es nicht. Der nicht vorbestrafte Mann habe die Taten gestanden. Ermittelt wird nun wegen Mordes, Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung.

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de

Messer-Attacke in Hochschule in Hamm: Hochschule bedankt sich bei den Studierenden

Update vom 12. Juni, 14.34 Uhr: Nach dem Tod der 30-jährigen Lehrbeauftragten herrscht große Trauer an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL). „Bereits die Tat an sich hat uns entsetzt, dass sie nun eine so geschätzte Kollegin der HSHL aus unserer Mitte reißt, ist unbegreiflich“, teilt die Hochschule auf ihrer Homepage mit. „Wir sind zutiefst erschüttert über die Ereignisse am Freitag, 10.06.2022 an unserem Campus in Hamm. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und ihren Angehörigen.“

Die Hochschule bedankt sich bei den Studierenden, „die sich mutig dem Angreifer entgegengestellt haben und der Polizei und den Rettungskräften für das schnelle Eingreifen.“ 

Alle Veranstaltungen und Prüfungen am Campus Hamm wurden für Montag abgesagt. Für Studierende wird der Campus als Ort zum Austauschen und Innehalten geöffnet. Präsidium, Lehrende und Notfallseelsorgende stehen für Gespräche zur Verfügung. Für stilles Gedenken wird ein Raum eingerichtet.

Messer-Attacke in Hochschule in Hamm: 30-jährige Frau gestorben – Polizei lobt mutige Studenten

Update vom 12. Juni, 10.29 Uhr: Nach der Messerattacke in Hamm ist eine 30 Jahre alte Frau an ihren Verletzungen im Krankenhaus gestorben. Die 30-Jährige sei am Samstag in den späten Nachmittagsstunden ihren Verletzungen erlegen, teilte die Staatsanwaltschaft Dortmund am Sonntag mit. Der Staatsanwalt erklärte bereits am Samstag, dass die Ärzte für sie keine Überlebenschancen sähen. Bei dem Opfer handelte es sich um eine Lehrbeauftragte der Hochschule.

Der mutmaßliche Täter hatte am Freitag vier Menschen offenbar wahllos angegriffen und teils schwer verletzt. Der 34-Jährige wurde inzwischen in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Der Mann leide bereits seit längerem an psychischen Problemen, sagte der Sprecher der Dortmunder Staatsanwaltschaft, Henner Kruse, am Samstag.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge war der 34-Jährige am Freitagnachmittag in Hamm in ein Gebäude der Hochschule Hamm-Lippstadt gegangen. Laut Kruse hatte er zwei kurz zuvor gekaufte Küchenmesser dabei. Der Mann habe dann zunächst im Foyer eine 22 Jahre alte Frau angegriffen, danach einen 22 Jahre alten Mann und dann eine weitere 22 Jahre alte Frau. Es handele sich um „Zufallsopfer“. Die beiden ersten Opfer erlitten unter anderem Verletzungen am Hals. Die als Dritte angegriffene Frau erlitt dem Staatsanwalt zufolge acht Stiche in den Bauch und musste notoperiert werden. Inzwischen bestehe keine Lebensgefahr mehr.

Der 34-Jährige betrat dann einen Hörsaal und stach auf eine 30 Jahre alte Lehrbeauftragte der Hochschule ein, die sich eine Gastvorlesung anhörte. Sie erlitt demnach durch Stiche in den Brustbereich „ganz erhebliche innere Verletzungen“. Die Frau wurde per Helikopter in eine Uniklinik gebracht und ebenfalls notoperiert. Nun ist die 30-Jährige gestorben.

Der mutmaßliche Täter wurde im Hörsaal von Studentinnen und Studenten überwältigt und dann von der Polizei festgenommen. Er habe die Tat gestanden und angegeben, dass er keinen anderen Ausweg mehr gesehen habe, sagte Kruse. Demnach ging der Mann davon aus, dass die Anwesenden in dem Hochschulgebäude zu der Gruppe gehörten, die ihn töten wolle.

Der Dortmunder Polizeipräsident Ralf Ziegler würdigte die Überwältigung des Täters durch die Studierenden. Sie seien „sehr mutig und sehr, sehr geistesgegenwärtig“ vorgegangen. Durch ihr Eingreifen hätten sie „sicherlich unzählige weitere Opfer verhindert“.

Die Hochschule sagte den Lehrbetrieb in Hamm für Montag ab. Der Campus werde aber für die Studierenden „als Ort zum Austauschen und Innehalten“ geöffnet sein.

Nach dem Messerangriff in einer Hochschule in Hamm
Infolge der Messerattacke ist eine 30-jährige Lehrbeauftragte der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) gestorben. © Bernd Thissen/dpa

Messer-Attacke in Hochschule in Hamm: Vier Verletzte – Tatverdächtiger in psychiatrische Klinik eingewiesen

Update vom 10. Juni, 16:14 Uhr: Im Fall der Messerattacke an der Hochschule Hamm mit vier Verletzten ist der 34 Jahre alte Tatverdächtige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Dies teilte die Polizei Dortmund am Samstag mit. Die Ermittler gehen nach einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass der Student bei der Tat am Freitagnachmittag voll schuldunfähig oder vermindert schuldfähig war. Er habe unter Verfolgungsängsten und Wahnvorstellungen gelitten, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Erst zwei Tage zuvor habe er einen Suizidversuch unternommen und sei deswegen in eine psychiatrische Klinik gekommen. Am Freitagmittag habe er sich dort selbst entlassen.

Messer-Attacke in Hamm: Schwerverletzte 30-Jährige wird wohl sterben

Bei den Opfern der Angriffe auf dem Campus Hamm der Hochschule Hamm-Lippstadt handele es sich um zwei Studentinnen und einen Studenten, alle 22 Jahre alt. Das vierte, schwer verletzte Opfer sei eine 30 Jahre alte Lehrbeauftragte. Ärzte gehen laut Polizei davon aus, dass sie sterben wird. „Bei der 30-Jährigen ist mit dem Ableben zu rechnen“, sagte der stellvertretende Dortmunder Polizeipräsident Ralf Ziegler. Der Tatverdächtige soll im Foyer der Hochschule zunächst auf die Studierenden eingestochen haben. In einem Hörsaal, in dem gerade eine Vorlesung vor rund 100 Menschen stattfand, habe der Deutsche dann die 30-Jährige attackiert.

Bei allen vier Opfern handele es sich um Zufallsopfer. Die Tatwaffen, zwei Küchenmesser, habe der Mann erst kurz vor der Tat gekauft. Hinweise auf einen politischen oder religiösen Tathintergrund gebe es nicht, hieß es. Ermittelt werde wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung, sagte Kruse.

Update vom 10. Juni, 22.12 Uhr: Im Fall des Messerangriffs an der Hochschule Hamm-Lippstadt gibt es Hinweise auf eine psychische Erkrankung des mutmaßlichen Täters. Der 34-Jährige soll deshalb am Samstag von einem Psychiater untersucht werden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund oder auf Mittäter.

Bei dem Angriff am Freitagnachmittag wurden vier Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Eines der Opfer, eine Frau, sei notoperiert worden und schwebe in akuter Lebensgefahr, sagte der Staatsanwalt.

Messer-Attacke in Hochschule Hamm-Lippstadt: Polizei prüft Amok-Verdacht

Update vom 10. Juni, 19.33 Uhr: Die Polizei prüft nach Angaben des Polizeipräsidenten Thomas Kubera derzeit den Verdacht, dass es sich bei der Messer-Attacke an der Hochschule Hamm-Lippstadt um eine Amok-Tat handeln könnte. Das berichtet der Westfälische Anzeiger (wa.de) am Freitag. In einem solchen Fall sei es normal zu überprüfen, ob es weitere Tatverdächtige gebe. Entsprechend durchsuchten Einsatzkräfte aus ganz Nordrhein-Westfalen die Hochschule.

Man gehe allerdings nicht davon aus, dass auf dem Campus noch eine Gefahr bestehe, sagte ein Polizeisprecher. Bei dem 34-jährigen Angreifer soll es sich wa.de zufolge um einen Einzeltäter handeln, der selbst Student an der Hochschule ist und offenbar aus Hamm stammt.

Messer-Attacke Hamm-Lippstadt: Zwei Schwerverletzte unter den Opfern

Update vom 10. Juni, 18.31 Uhr: Bei der Messer-Attacke an der Hochschule im nordrhein-westfälischen Hamm gibt es zwei Schwerverletzte, wie jetzt bekannt wurde. Angaben des Westfälischen Anzeigers zufolge handelt es sich bei den insgesamt vier Verletzten um drei Frauen und einen Mann, darunter zwei Personen mit schweren Verletzungen. Bei einem Opfer seien die Verletzungen so gravierend, dass es mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste, sagte ein Polizeisprecher am Freitagnachmittag.

Messer-Attacke Hamm-Lippstadt: Studenten überwältigen Täter und halten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest

Update vom 10. Juni, 17.59 Uhr: Der Täter, der in der Hochschule Hamm-Lippstadt vier Menschen durch Messerstiche verletzt hat, ist in einem Hörsaal von Studenten überwältigt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten worden. Bei dem Mann handele es sich um einen 34-Jährigen, bestätigte nun auch ein Polizeisprecher. Ob er selbst Student an der Hochschule ist oder war, sei noch unklar.

Nach ersten Erkenntnissen sei der Mann gegen 15.30 Uhr in das Gebäude der Hochschule gegangen und habe auf den Fluren Menschen angegriffen. Dann habe er einen größeren Hörsaal angesteuert. Dort sei er überwältigt worden.

Messer-Attacke Hamm-Lippstadt: HSHL-Kanzlerin über Vorfall erschüttert

Update vom 10. Juni, 17.45 Uhr: Der Campusbereich der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) ist aktuell abgesperrt, ebenso wie die Marker Allee, die an der HSHL vorbeiführt. Die Mensa soll jedoch geöffnet worden sein, „um die Studenten bestmöglich aufzufangen“, wie die HSHL-Kanzlerin Sandra Schlösser gegenüber dem Westfälischen Anzeiger mitteilte. Seelsorger seien vor Ort, um die Studierenden zu betreuen. „Man ist erschüttert. In 15 Jahren Hochschultätigkeit habe sie sowas noch nicht erlebt“, so Schlösser weiter.

 Hochschule Hamm-Lippstadt Stadtteil Mitte in Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen
Ein Luftbild der Hochschule Hamm-Lippstadt im Stadtteil Mitte in Hamm in Nordrhein-Westfalen (Archivbild). © Hans Blossey/ Imago

Messer-Attacke Hamm-Lippstadt: 34-jähriger Einzeltäter verletzt mindestens vier Menschen

Erstmeldung: Hamm-Lippstadt - An der Hochschule von Hamm-Lippstadt (HSHL) sollen mindestens vier Menschen durch Messerstiche verletzt worden sein, wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte. Über die Schwere der Verletzungen bei den vier Opfern konnte der Sprecher keine Angaben machen. Bei dem Tatverdächtigen soll es sich nach Angaben unseres Netzwerkportals, des Westfälischen Anzeigers (wa.de) um einen 34-Jährigen handeln.

Die Polizei Hamm berichtete auf Twitter von einem größeren Einsatz im Areal der Hochschule. Die Beamten bestätigten zudem, dass der Täter bereits unter Kontrolle gebracht worden sei. Der Angreifer sei laut Informationen von wa.de von Studenten festgehalten und somit gestoppt worden. Die erste Meldung von der Messer-Attacke in Hamm-Lippstadt soll gegen halb vier Uhr am Freitagnachmittag eingegangen sein, wie der Westfälische Anzeiger mitteilte. Gegen 17 Uhr trafen Beamte des Sondereinsatzkommandos SEK an der Hochschule ein.

„Wir sind mit starken Polizeikräften vor Ort und bitten Sie, diesen Bereich zu meiden“, so die Polizei Hamm weiter. Die Details und Hintergründe zur Tat waren zunächst noch unklar.

Messer-Attacke in Hamm-Lippstadt: Augenzeuge berichtet von Angriff im Hörsaal

Großer Auflauf vor der Hochschule am Freitagnachmittag.
Großer Auflauf vor der Hochschule in Hamm am Freitagnachmittag. © Andreas Rother

Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtenportal nw.de, dass es einen Angriff in einem Hörsaal der Hochschule Hamm-Lippstadt gegeben haben soll. Demnach sei eine Dozentin der Hochschule offenbar von einem männlichen Angreifer in die Brust gestochen worden. Das Opfer sei lebensgefährlich verletzt und mit einem Hubschrauber abtransportiert worden. Der Täter soll den Angaben des Augenzeugen zufolge ein ehemaliger Student der Hochschule sein. Die Angaben konnten zunächst nicht bestätigt werden. Die Polizei machte zum Täter oder Tathergang bislang keine Angaben.

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