+
Marco Reus, hier beim Spiel gegen Werder Bremen (Symbolbild)

Aktion gegen Rechts

„Lieber Schalke-Sieg als Nazi-Kietz“ Plakate gegen Rechts mit BVB-Logo

Plakate in Dortmund zeigen BVB-Stars wie Marco Reus und Lucien Favre, die sich gegen Rechts engagieren. Doch die Aktion ist ein Fake. Die Polizei ermittelt.

Im Fall von illegal aufgehängten Anti-Rechts-Plakaten im Dortmunder Stadtgebiet hat die Polizei Ermittlungen zu den Urhebern eingeleitet. Unbekannte hatten an mehreren Standorten Plakate mit teils drastischen Bekenntnissen gegen Nazis in Werbevitrinen aufgehängt, die Spielern und dem Trainer von Borussia Dortmund zugeschrieben wurden. 

Die Botschaften trugen die Logos des BVB und der Aussteiger-Organisation Exit, die beide eine Beteiligung an der Aktion dementierten. Vom Bundesfamilienministerium, dessen Logo ebenfalls auf den Plakaten auftaucht, gab es am Sonntag zunächst keine Stellungnahme.

Poster wurden entfernt, Logos war nicht echt

Der Betreiber für Stadtmöbel, Wall, hat die Poster inzwischen entfernen lassen und Anzeige erstattet, wie eine Sprecherin am Sonntag sagte. „Wir haben am Samstag den Hinweis auf die Plakate erhalten und sofort geprüft, ob sie von einem unserer Kunden stammen. Das war nicht der Fall“, erklärte Unternehmenssprecherin Frauke Bank. Die Werbevitrinen seien unrechtmäßig geöffnet und bestückt worden. 

Allerdings habe es keine erheblichen Beschädigungen gegeben. „Eine illegale Nutzung unserer Anlagen kommt öfter vor. Ungewöhnlich sind hier die vielen offenbar gefaketen Logos.“

Marco Reus, Lucien Favre, Lukasz Piszczek und Mario Götze abgebildet

Die Plakate mit Slogans wie „Lieber Schalkesieg als Nazikiez“ (Marco Reus), „Dauerkarten für Naziaussteiger“ (Lucien Favre) oder „Lieber Ersatzbank als Rechtsaußen“ (Lukasz Piszczek) hatten vor dem Spiel von Borussia Dortmund gegen Fortuna Düsseldorf für Rätselraten gesorgt. Ein weiteres Plakat zeigte Mario Götze, der wie folgt zitiert wurde: „Lieber die Meisterschaft an Bayern verlieren als Dorstfeld an die Nazis“. Der Stadtteil Dorstfeld gilt als Zentrum westdeutscher Neonazis. Das Stadtbild dort ist geprägt von rechtsradikalen Graffitis, autonome Nationalisten aus ganz Deutschland sollen sich laut linker Aktivisten gezielt dort ansiedeln.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dementierte am Samstag eine Beteiligung des Vereins: „Ich habe gehört, dass es diese Fake-Plakate gibt. Wir haben nichts damit zu tun. Ob wir uns dagegen wehren können, weiß ich nicht.“

Der Verein reagierte auf Twitter mit einem Statement: „Borussia Dortmund steht für den Kampf gegen Rassismus und distanziert sich klar von jeglicher Form von Diskriminierung. Der BVB ist aber nicht Urheber der sich zurzeit im Umlauf befindlichen Plakate.“ Eine ähnliche Erklärung gab es von der Organisation Exit. (FR/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion