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Die Menschen auf den Philippinen kämpfen mit den Auswirkungen des Super-Taifuns Rai.
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Die Menschen auf den Philippinen kämpfen mit den Auswirkungen des Super-Taifuns Rai.

Unwetter

Super-Taifun Rai: „Einer der stärksten Stürme der Welt“ trifft die Philippinen

  • VonMirko Schmid
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Der Super-Taifun Rai erzwingt die Evakuierung von zehntausenden Menschen auf den Philippinen.

Mindanao, Philippinen – 195 Kilometer pro Stunde Windgeschwindigkeit in der Nähe des Zentrums des Super-Taifuns, Böen von bis zu 240 km/h: Die Philippinen erleben einen Sturm epischen Ausmaßes. Laut der nationalen Wetterzentrale PAGASA traf Taifun Rai erstmals am Donnerstag (16.12.2021) gegen 6.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) auf der Insel Siargao in Surigao del Norte auf Land.

Die Behörde warnte in Teilen des Landes vor „sehr zerstörerischen Winden mit Taifun-Stärke“ sowie Sturmfluten in Küstengebieten, Überschwemmungen und Erdrutschen in Berggebieten entlang der Strecke des Taifuns. Das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) der US Navy erklärte Rai kurz darauf zum Supertaifun.

Die Philippinen sind schon seit Längerem von tropischen Wirbelstürmen geplagt. Rai ist bereits der 15. Taifuns, der das Land im Jahr 2021 heimsucht. Offiziellen Zahlen zufolge sind inzwischen rund 100.000 Menschen aus ihrer Heimat geflohen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften bezeichnete den Taifun, der lokal als Taifun Odette bekannt ist, als „einen der weltweit stärksten Stürme des Jahres 2021“. Die NGO bekräftigte, dass „Millionen von Menschen“ von „zerstörerischen Winden und Sturzfluten“ bedroht seien.

Super-Taifun Rai zwingt Philippinen zu Massenevakuierungen

„Filipinos sind hart, aber dieser Supertaifun ist ein herber Schlag für Millionen von Menschen, die sich noch immer von den verheerenden Stürmen, Überschwemmungen und Corona im vergangenen Jahr erholen“, sagte Richard Gordon, Vorsitzender des philippinischen Roten Kreuzes. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde NDRRMC wurden acht Regionen des Landes hinsichtlich der Notfallvorsorge und des Reaktionsprotokolls auf höchstem Niveau eingestuft.

Die acht Regionen der zentralen und südlichen Inselgruppe in den Gebieten Visayas und Mindanao zählen zusammen mehr als 30 Millionen Einwohner:innen. Die NDRRMC warnte im Laufe des Tages außerdem aufgrund anhaltender sintflutartiger Regenfälle vor möglichen Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Mindanao-Provinzen Misamis Oriental, Misamis Occidental, Lanao del Norte und Zamboanga Del Norte. Der Starkregen würde voraussichtlich drei Stunden andauern, ergänzte die Behörde.

Dieses Satellitenbild zeigt den Super-Taifun Rai am 16. Dezember 2021 in der Nähe der Philippinen.

Die Einwohner:innen der betroffenen Gebiete wurden dazu angehalten, sich nach Möglichkeit freiwillig evakuieren zu lassen. Arvin Limare Bonbon, Leiter des Katastrophenmanagements in Dipolog, sagte gegenüber dem TV-Sender Al Jazeera, dass in einigen Gebieten der Küstenstadt mit etwa 138.000 Einwohnern bereits eine „andauernde präventive und erzwungene Evakuierung“ in Gange sei. In einigen Gebieten, darunter die Zentralprovinz Cebu mit acht Millionen Einwohner:innen, wurde die Arbeit auf Anweisung der Behörden niedergelegt, Schulen und Universitäten verlagerten ihren Unterricht in Online-Kurse.

Schiff- und Flugverkehr auf den Philippinen durch Super-Taifun Rai lahmgelegt

Auch der Schiff- und Flugverkehr sind von den Auswirkungen des Taifuns Rai betroffen. Mehrere Flüge, vor allem Inlandsflüge, wurden ersatzlos gestrichen; die Küstenwache meldete, dass alle Schiffe in die Häfen beordert und rund 4.000 Passagiere sowie Fähr- und Frachtschiffsangestellte in Sicherheit gebracht worden seien.

Eine landesweit laufende Impaktion gegen das Coronavirus wurde vorübergehend ausgesetzt. Die örtlichen Behörden befürchten nun, dass die Evakuierungen gemeinsam mit dem abrupten Stopp der Impfaktion dazu führen könnte, dass sich die Corona-Infektionslage im Land deutlich dramatisieren könnte. So sei es etwa in den Notunterkünften, in die viele der Evakuierten untergebracht wurden, kaum möglich, die gebotenen Abstände einzuhalten.

LandPhilippinen
HauptstadtManila
PräsidentRodrigo Duterte
Bevölkerung109,6 Millionen (Weltbank, 2020)
Fläche343.000 km²

In der Provinz Ost-Samar in den Visayas teilte Gouverneur Ben Evardone einem örtlichen Radiosender mit, dass bis Donnerstagmorgen fast 30.000 Einwohner evakuiert wurden. Die Provinzen Ost-Samar und Leyte gehörten bereits 2013 zu den am stärksten von Supertaifun Haiyan betroffenen Gebieten, Tausende Menschen kamen ums Leben. Auch in anderen Teilen der östlichen Visayas wurden Medienberichten zufolge mehr als 17.000 Menschen evakuiert.

Regierung der Philippinen stellt 6,6 Milliarden US-Dollar für Fluthilfe bereit

In der Provinz Surigao del Norte in Mindanao wurden nach Angaben der örtlichen Katastrophenschutzbehörde bisher 51.000 Einwohner evakuiert und in Dinagat berichtete Gouverneurin Arlene Bag-ao von fast 2.000 Familien, die in Evakuierungszentren Schutz gesucht hätten. Die nationale Katastrophenschutzbehörde bezifferte die Zahl der bis Donnerstagnachmittag im ganzen Land Evakuierten auf 98.000 Menschen.

Bereits am Mittwochnachmittag evakuierten Rettungskräfte in Tandag, einer südlichen Küstenstadt mit mehr als 62.000 Einwohnern, laut Angaben der örtlichen Regierung 3.668 Familien, die Evakuierten wurden in insgesamt 18 Notunterkünften untergebracht.

Laut der Katastrophenschutzbehörde NDRRMC hat die philippinische Zentralregierung Lebensmittel- und Non-Food-Vorräte im Wert von rund 6,6 Millionen US-Dollar bereitgestellt, um den Betroffenen in ihrer Not zu helfen. Dabei können sich die Behörden auf ihre Erfahrung berufen: Jährlich suchen die Philippinen Taifune in zweistelliger Zahl heim, häufig kommt es zu Todesopfern. (Mirko Schmid)

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