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Fachleute entwickeln Corona-Pflaster: Effektiverer Schutz als durch Impfung

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Von: Helena Gries

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Forschende in Australien haben ein Pflaster entwickelt, welches Studien zufolge die Omikron-Variante des Coronavirus besser bekämpft als eine Impfung.

Frankfurt – Die Corona-Pandemie ist nach wie vor Thema in Deutschland und weltweit. Die Fallzahlen befinden sich weiter auf einem hohen Niveau. Verschiedene Omikron-Varianten bestimmen derzeit das Infektionsgeschehen. Als wirkungsvollste Waffe im Kampf gegen die Pandemie gelten die Corona-Impfstoffe.

Forschende der australischen University of Queensland haben in Zusammenarbeit mit dem Biotechnologieunternehmen Vaxxas aus Brisbane ein Pflaster entwickelt und Studien durchgeführt. Das Impfpflaster solle eine effiziente und langanhaltende Immunantwort gegen Corona bewirken.

Eine Person bekommt nach der Impfung ein Pflaster auf den Oberarm. Wissenschaftler arbeiten an einem Corona-Impfpflaster, das besser wirken soll als die reguläre Impfung.
Eine Person bekommt nach der Impfung ein Pflaster auf den Oberarm. Wissenschaftler arbeiten an einem Corona-Impfpflaster, das besser wirken soll als die reguläre Impfung. © Wolfgang Maria Weber/Imago

Corona-Studie: Impfstoff über ein Pflaster mit Mikronadeln

Bereits seit längerer Zeit beschäftigt sich das Technologie-Start-up-Unternehmen Vaxxas mit der Verbesserung der Wirksamkeit von Impfstoffen durch die Applikation des Antigens in die Haut. Dies wird mithilfe eines Mikroarray-Patches bewirkt. Dabei handelt es sich um ein Pflaster mit zahlreichen kleinen Mikronadeln. Im Oktober 2021 zeigten die Forschenden um Dr. Christopher McMillan von der School of Chemistry and Molecular Biosciences der University of Queensland in Australien, dass sich durch die Applikation eines Corona-Impfstoffs mithilfe eines solchen Pflasters die Immunantwort verstärken lässt.

Die Ergebnisse wurden in einer Arbeit im Journal Science veröffentlicht. Die Vorgehensweise der Studie habe sich bei der Neutralisierung von Coronavirus-Varianten als überaus wirksam erwiesen, heißt es in den Ergebnissen der australischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Impfung per Pflaster soll auch vor Corona-Varianten schützen

In einer weiteren Studie, welche im Juli 2022 im Journal Vaccine publiziert wurde, testete das australische Forscherteam ebenfalls in einem Mausmodell, ob die Impfstrategie mittels eines Pflasters auch vor den neu aufgetauchten besorgniserregenden Varianten des Coronavirus schützt. Dabei wurde der Impfstoff Hexapro unter Verwendung der sogenannten HD-MAP-Technologie (High-Density Microarray Patch) verwendet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verwendung des Mikroarray-Pflasters mit dem Impfstoff Hexapro eine starke neutralisierenden Antikörperreaktion gegen alle Varianten auslöst.

Ein im Mai 2022 im Journal Pharmaceutics erschienener Review-Artikel beschäftigt sich mit den vielfältigen Möglichkeiten der Technologie mit Mikronadeln. Diese haben demnach eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Immunisierungsmethoden, denn diese Art des Impfens sei schmerzfrei und löse eine starke Immunreaktion aus. Die Mikronadeln könnten den Impfstoff genau in die Hautschichten bringen, die reich an Immunzellen sind. McMillan zufolge sei eine Impfung über ein Pflaster etwa 11-mal wirksamer bei der Bekämpfung der Omikron-Variante als der gleiche Impfstoff, der über eine Nadel verabreicht wurde. Ein weiterer Vorteil des Pflasters sei es, dass eine Lagerung in einer Kühlkette nicht erforderlich ist. (hg)

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