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Hauptstadt Peking China
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Peking ist die Hauptstadt der Volksrepublik China. (Archivfoto)

Olympia 2022

Peking: Hauptstadt Chinas – Weltmetropole und Kulturzentrum

  • Andreas Apetz
    VonAndreas Apetz
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Peking - Hauptstadt Chinas, kulturelle Hochburg Asiens und Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Alles, was Sie zur Millionenstadt wissen müssen.

Peking – Auf einer Fläche von fast 17 Tausend Quadratkilometern tummeln sich mehr als 21 Millionen Menschen. Sie ist die Hauptstadt und das politische Zentrum der Volksrepublik China, außerdem Weltkulturerbe und Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022. Die Rede ist von Peking, einer Stadt, die eher einer Provinz gleicht.

Die Metropole ist das Regierungszentrum des Landes und hat einen historischen Hintergrund, der mehr als 3000 Jahre zurückreicht. Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, überlebte Peking zahlreiche Dynastien des chinesischen Kaiserreichs und gewann so über die Jahrhunderte hinweg immer mehr an Bedeutung innerhalb Chinas. Noch heute sieht die Bevölkerung Peking als das Herzstück des Landes an, weswegen die Stadt weiterhin wächst und wächst.

Chinas Hauptstadt: Peking – Die Geografie

Peking ist die Hauptstadt Chinas und liegt im Nordwesten des Landes, rund 150 Kilometer vom Golf von Bohai entfernt. Die Stadt befindet sich in einer Tiefebene am mongolischen Plateau und ist von Bergen umgeben. Ihre Region wird durch die Verschiebung der indischen Kontinentalplatte immer wieder von Erdbeben erschüttert. Mit einer Fläche von rund 16.400 Quadratkilometern entspricht die Größe des Stadtstaats etwa der des Bundeslands Thüringen.

Peking beherbergt derzeit mehr als 21 Millionen Menschen. Seit dem Gründungsjahr der Volksrepublik China ist die Hauptstadt etwa um ein Drittel seiner Fläche gewachsen. Der Zuwachs von Textil- und Porzellanmanufakturen sowie Eisen- und Stahlwerken formten Peking zur Industriestadt.

Peking: Das chinesische Wetter und Klima

Die geografische Lage Pekings sorgt für warme, feuchte Sommer und trockene, kalte Winter. Die mittlere Tagestemperatur liegt im Sommer bei etwa 30 Grad. Im Juli und August fallen mehr als 60 Prozent des gesamten Jahresniederschlages. Mit einer durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent sind die sommerlichen Monate in Peking recht schwül.

Der Herbst ist tagsüber meist angenehm warm und abends frisch. Erst ab Mitte November beginnen die Temperaturen stark zu sinken und der Winter wird eingeläutet. Von Dezember bis März ist es durchweg frostig, größtenteils jedoch schneearm. Der Winter in Peking ist geprägt durch das Kältehoch über Sibirien. Der kälteste Monat ist der Januar mit Temperatureinbrüchen von bis zu minus zehn Grad.

Ein Sandsturm in Chinas Hauptstadt Peking im März 2021. (Archivfoto)

In Peking fällt der Frühling häufig trocken aus. Von April bis Mai ist es windig und Staub aus den Steppen- und Wüstengebieten der Mongolei wird über die Landesgrenzen getragen und bringt Sandstürme in die Hauptstadt. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen tagsüber etwa bei 20 Grad und fallen in der Nacht auf circa zehn Grad Celsius.

Peking: Geschichte und Entwicklung der Hauptstadt Chinas

Peking bedeutet wörtlich „die Hauptstadt des Nordens“ und ist nach Shanghai die zweitgrößte Stadt der chinesischen Volksrepublik. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt rund 1.000 vor Christus während der Zhou-Dynastie. Jahrhunderte lang galt Peking als wichtiger Dreh- und Angelpunkt des Landes. Aufgrund seiner strategischen Bedeutung war Stadt stets umkämpft und wechselte häufig seine Herrscher. Im 13. Jahrhundert wurde Peking durch Dschingis Khan erobert und zur neuen Hauptstadt des Mongolenreiches ausgebaut. Damals war die heutige Metropole noch unter dem Namen Dadu bekannt.

Zwischenzeitlich wurde Dadu als Machtzentrum abgelöst. Erst Anfang des 15. Jahrhunderts, unter Herrschaft der Ming- und Qing-Dynastien, gewann die Stadt wieder an Bedeutung und erhielt ihren bis heute bestehenden Namen: Bejing – Peking. In dieser Phase entwickelte sich Peking zur Kaiserstadt. Viele der eindrucksvollsten Gebäude und Monumente Chinas wurden in dieser Zeit gebaut, beispielsweise der Sommerpalast oder die Verbotene Stadt.

Mit der Abdankung der Mandschu im Jahre 1911 endete die Zeit des chinesischen Kaiserreichs. 1912 erfolgte die Gründung der Republik China mit Peking als Hauptstadt. Die darauffolgenden Jahre litt das Land unter den vernichtenden Kämpfen verschiedener Gruppen, die die Macht in ganz China an sich reißen wollten. Nach mehreren erbitterten und blutigen Bürgerkriegen wurde am 1. Oktober 1949 unter Führung Mao Zedongs die Volksrepublik China in Peking proklamiert.

China und seine Hauptstadt befanden sich seitdem stetig im Wandel. Der industrielle und wirtschaftliche Fortschritt stabilisierten die Nation, aber nur unter Einbußen zahlreicher kultureller und geschichtlicher Bauwerke. In der Pekinger Altstadt wurden jahrhundertealte Mauern, Portale und dekorative Brücken dem Straßenbau unterworfen und eingeebnet. Im Tempel der Gepflegten Weisheit wurden keine Zeremonien mehr durchgeführt, sondern Drähte hergestellt und der Tempel des Feuergottes diente nunmehr der Produktion von Glühbirnen. Mitte der 1940er Jahre besaß die Stadt noch rund 8000 Tempel und Denkmäler. In den 60er Jahren war die Zahl auf 150 geschrumpft.

Huldigung Mao Zedongs auf dem Tiananmen-Platz in Peking. (Archivfoto)

1966 startete Landesführer Mao die „große proletarische Kulturrevolution“ und eröffnete damit eines der blutigsten Kapitel der chinesischen Volksgeschichte. Die Revolution diente in erster Linie, um die Macht Zedongs zu festigen und das Land von all jenen zu reinigen, die sich „von der Masse entfernt hätten.“ In Peking waren die Auswirkungen der ideologischen Attacke gegen jegliches liberales politisches, geschichtliches und soziales Gedankengut besonders spürbar. Einen traurigen Höhepunkt erreichte die politische Kampagne bereits im „Roten August“ 1966. Der Monat markiert den Beginn einer Reihe von brutalen Massakern, bei denen Intellektuelle in Peking zu Tode geprügelt und gefoltert worden waren. Der Rote August forderte rund 10.000 Menschenleben, außerdem wurden 92.000 Häuser durchsucht und 125.000 Familien gezwungen, die Stadt zu verlassen.

Erst im Jahr 1976, mit dem Tod Mao Zedongs, endete die Kulturrevolution des Diktators. Politische Freiheiten blieben weiterhin eingeschränkt, doch das Land konnte sich zur Wirtschaftsnation entwickeln und so stehen die Türen Chinas bis heute für ausländische Touristen und Investoren offen. Auch, wenn die westliche Welt das Vorgehen der chinesischen Regierung scharf verurteilt, so konnte das Land mit langsamen Demokratisierungsmaßnahmen die Beziehungen zu anderen Industrieländern wieder aufbauen. Noch heute steht China für Menschenrechtsverletzungen in der Kritik.

Stadion in Peking während den Olympischen Sommerspielen 2008. (Archivfoto)

Peking war lange Zeit die politische, akademische und kulturelle Hauptstadt Chinas, mittlerweile steht sie im kommerziellen Schatten Shanghais. Erst durch das massive Investitions- und Infrastrukturprogramm im Zuge der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2008, erfuhr die Millionenstadt einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Große Mengen ausländischen Kapitals schufen neue Arbeitsplätze und förderten die Sanierung Pekings.

Peking heute: Kulturhauptstadt des Landes

Heute beherbergt die Stadt rund 21 Millionen Einwohner und zählt damit zu den größten Städten weltweit. Obwohl Pekings Stadtbild stark unter der Führung Mao Zedongs gelitten hat, gilt die chinesische Hauptstadt noch heute als Kulturhochburg, welche die 3000-jährige Geschichte des Landes wiedererzählt. Im Zentrum befindet sich die Verbotene Stadt. Der gewaltige Palast war zu Zeiten der chinesischen Kaiser-Dynastien nur dem Herrschenden, seiner Familie und den Bediensteten vorbehalten.

Der Tuab‘anmen Platz gilt als größter Platz der Welt. Bei Feierlichkeiten und Kundgebungen versammeln sich dort noch heute problemlos bis zu einer Million Menschen. Im südlichen Teil des Platzes befindet sich ein gewaltiges Mausoleum, in dem seit 1976 der konservierte Leichnam des Diktators Mao Zedong ruht. Ein weiteres Wahrzeichen von Peking ist der Himmelstempel, eine Tempelanlage, die dem Land zu guter Ernte verhelfen soll. Das Gebäude wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt und soll maßgeblich für die Entwicklung der chinesischen Kultur und Architektur gewesen sein.

Gebäude in der Verbotenen Stadt in Peking. (Archivfoto)

Neben weiteren architektonischen Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise der Chinesischen Mauer, bietet Peking ein riesiges Kulturprogramm mit zahlreichen Theatern, Konzerthallen, Opern und Museen an und ist Dreh- und Angelpunkt der chinesischen Kunst.

Peking: Austragungsort für Olympia 2022

Nach den Sommerspielen 2008 ist Peking nun ein zweites Mal der Austragungsort einer Olympiade. Im Februar 2022 werden in der chinesischen Hauptstadt die Olympischen Winterspiele ausgefochten. Das olympische Komitee hat bereits alle Sportarten, Disziplin und Wettkämpfe bekannt gegeben. Sofern die Corona-Pandemie keine Umplanungen verursacht, steht schon ein vorläufiger Zeit- und Terminplan fest.

Doch die Spiele in Peking sind nicht unumstritten: Viele soziale Organisationen fordern den Boykott von Olympia 2022 in Peking. Außerdem ist noch unklar, welche Corona-Regeln während der Spiele gelten sollen.

Einreise, Visum und Flug: Wie komme ich nach Peking?

Die Flugverbindungen nach Peking sind angesichts seines internationalen Flughafens sehr gut. Von Deutschland aus benötigt die Reise mit einem Non-Stop-Flug circa neun bis zehn Stunden. Die Ticketpreise beginnen je nach Anbieter bei etwa 500 Euro pro Stecke.

Für einen Kurzurlaub benötigen deutsche Einreisende lediglich einen gültigen Reisepass. Wer länger als sechs Tage Peking oder China besuchen möchte, der sollte vorher ein Touristen-Visum bei der chinesischen Botschaft beantragen.

Angesichts der Corona-Pandemie herrschen derzeit Ein- und Ausreisebeschränkungen. Laut dem Auswärtigen Amt gilt für deutsche Staatsangehörige derzeit grundsätzlich eine Einreisesperre. Nur wer im Besitz einer gültigen chinesischen Aufenthaltsgenehmigung ist oder für persönliche Angelegenheiten beziehungsweise zur Familienzusammenführung einreisen möchte, darf China besuchen. (aa)

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